Mit spielerischem Lernen Vorschulkinder fördern
Die Entwicklung von Kindern geht rasend schnell – kaum sind sie auf der Welt, steht auch schon die Schulzeit an. Und die ganze Zeit lernt dein kleiner Schatz Neues. Wie du die Entwicklung deines Kindes spielerisch fördern kannst, erfährst du in unserem FamilienMoment.
✔️ in Zusammenarbeit mit Julia von @mamiblock
Tipps für Eltern: So förderst du dein Kind im Alltag
Deine Kinder lernen jeden Tag etwas Neues und machen jeden Tag wichtige Entwicklungen durch. Mit Aufgaben im Haushalt, kleinen Spielen oder einfach nur Momenten, in denen du dich mit deinem Kind beschäftigst, passiert diese Förderung ganz nebenbei.
Zusätzlich gibt es unzählige Materialien und Ideen, wie du deine Kinder in dem Erlernen der unterschiedlichsten Fähigkeiten unterstützen kannst. Julia von @mamiblock stellt dir in drei Videos Ideen vor, wie dies spielerisch gelingt.
Lernspiele für Kinder ab drei Jahren
Julia von @mamiblock zeigt in diesem Video, wie du mit einfachen Materialien aus dem Alltag spielerisch die Entwicklung wichtiger Fähigkeiten unterstützt, die Kinder schon früh brauchen.
Klammertiere
Bei dieser Idee handelt es sich um ein einfaches Spiel, das Kinder gut verstehen und gerne wiederholen. Durch das Öffnen und Schließen der Klammern wird nebenbei die Fingerkraft gestärkt, was eine wichtige Grundlage für das spätere Schreiben ist.
Du brauchst:
- Ausmalvorlage oder selbst gemaltes Tier
- Papier
- Wäscheklammern
So geht’s:
- Zeichne ein Tier auf Papier oder nutze eine Vorlage. Schneide sie aus.
- Dein Kind steckt nun Wäscheklammern an das Tier. Nutze farbige Klammern und Sticker, damit dein Kind lernt, die Farben richtig zuzuordnen.
Kissen-Dodge
Bei diesem bewegungsreichen Spiel trainiert dein Kind mit viel Spaß seine Reaktionsgeschwindigkeit und sein Körpergefühl.
Du brauchst:
- zwei Kissen
So geht’s:
- Bewege die Kissen in wechselnde Richtungen durch die Luft oder über den Boden.
- Dein Kind versucht, ihnen auszuweichen. Dabei lernt es, Bewegungen einzuschätzen und schnell zu reagieren.
Knete schneiden
Beim Schneiden und Festhalten der Knete werden Kraft, Koordination und die gezielte Steuerung der Hände trainiert.
Du brauchst:
- weiche Knete
- stumpfes Kindermesser oder Kinderschere
So geht’s:
- Forme aus der Knete eine Rolle.
- Dein Kind hält sie fest und schneidet kleine Stücke davon ab.
Snack-Memory
Das kreative Merkspiel fördert die Konzentration und die Beobachtungsgabe. Es kann leicht mit Dingen, die du zu Hause hast, angepasst werden.
Du brauchst:
- verschiedene Snacks
- ein Brett als Sichtschutz
So geht’s:
- Zwei Spieler setzen sich gegenüber an einen Tisch. Stelle zwischen die Spieler ein Brett als Sichtschutz auf. Beide Spieler platzieren Snacks in der gleichen Anordnung vor sich.
- Ein Spieler verändert auf seiner Seite die Anordnung, indem er Snacks entfernt oder anders platziert.
- Ist der Spieler fertig, wird das Brett entfernt. Der Mitspieler muss die Unterschiede erkennen und benennen.
Pompon-Rennen
Dieses vielseitige Spiel lässt sich flexibel an das Alter und die Fähigkeiten deines Kindes anpassen. Es fördert die Feinmotorik, die Konzentration sowie die Hand-Augen-Koordination. Für mehr Abwechslung kannst du das Spiel variieren: Arbeitet gegen die Zeit, sortiert nach Farben oder nutzt unterschiedlich große Pompons. So bleibt die Herausforderung spannend und passt sich dem Entwicklungsstand deines Kindes an.
Du brauchst:
- Pompons
- zwei Schalen pro Spieler
- Strohhalme, Pinzette oder Kinderschere
So geht’s:
- Fülle alle Pompons in eine Schale.
- Dein Kind transportiert sie nacheinander in die zweite Schale. Je nach Alter kann das entweder durch das Ansaugen mit dem Strohhalm, mithilfe einer Pinzette oder stumpfen Kinderschere erfolgen.
Würfel-Baustelle
Mit der Würfel-Baustelle ergibt sich ein spielerischer Einstieg ins Zählen und in das Verständnis von Mengen.
Du brauchst:
- Würfel
- mindestens zwölf Bausteine
So geht’s:
- Dein Kind würfelt und legt genau so viele Bausteine auf die Spielfläche, wie die gewürfelte Augenzahl vorgibt.
- Nach und nach entsteht so eine kleine Baustelle oder Straße, die beliebig erweitert werden kann.
Mustertürme
Dein Kind übt, visuelle Vorlagen zu erkennen und umzusetzen. Damit trainiert es seine Feinmotorik.
Du brauchst:
- bunte Papierstrohhalme
- ungekochte Spaghetti oder Makkaroni
- Musterkarten
- Knete
So geht’s:
- Erstelle einfache Musterkarten mit verschiedenen Farbkombinationen oder wiederkehrenden Reihenfolgen. Schneide Strohhalme in Stücke.
- Dein Kind steckt die Strohhalmstücke entsprechend der Vorlage auf eine Nudel und orientiert sich an der Reihenfolge und den Farben. Für mehr Stabilität kannst du die Nudel in ein Stück Knete stecken und auf dem Tisch fixieren. Gestalte je nach Entwicklungsstand die Muster komplexer oder lass dein Kind eigene Muster erfinden.
Fallende Rolle
Das schnelle Reaktionsspiel schult Aufmerksamkeit und Reaktionsgeschwindigkeit.
Du brauchst:
- Papprolle
- Stab
So geht’s:
- Halte den Stab senkrecht auf dem Boden und positioniere die Papprolle am oberen Ende.
- Lasse die Rolle los, sodass sie am Stab entlang nach unten fällt. Dein Kind steht bereit und versucht, die Rolle so schnell wie möglich zu greifen, bevor sie den Boden erreicht. Du kannst die Schwierigkeit steigern, indem du die Höhe variierst oder die Rolle überraschend loslässt.
Gummi-Linien
Dieses Spiel verbindet kreatives Malen mit gezieltem Kraftaufbau. Durch das Ziehen des Gummis wird die Handmuskulatur gestärkt und gleichzeitig die Stiftführung trainiert.
Du brauchst:
- Wäscheklammern
- Haargummis
- Stück Pappe
- Blatt Papier
- Buntstifte
So geht’s:
- Befestige das Papier mit Wäscheklammern auf der Pappe und lege jeweils ein Haargummi zwischen Klammer und Papier.
- Dein Kind setzt den Stift innerhalb des Gummis an und zieht es beim Malen vorsichtig auseinander. Durch die Spannung entstehen automatisch geschwungene oder gerade Linien auf dem Papier.
Farben-Sudoku
Dieses Logikspiel fördert die Konzentration und das strukturierte Denken. Dein Kind lernt, Regeln zu erkennen und systematisch Lösungen zu finden.
Du brauchst:
- Stück Papier
- Bleistift
- Farbsticker
- buntes Papier in den Farben der Sticker
So geht’s:
- Teile ein Blatt in mehrere Raster auf und markiere diese mit unterschiedlichen Farben oder Farbstickern.
- Dein Kind legt passende Farbschnipsel auf die Felder und orientiert sich dabei an den vorgegebenen Farben. Wichtig ist, dass jede Farbe pro Reihe und Spalte nur einmal vorkommt.
Rollende Bälle
Dieses Spiel trainiert die Koordination, die Konzentration und die visuelle Wahrnehmung. Du kannst es mit nur wenig Material schnell und individuell umsetzen.
Du brauchst:
- Papier
- roten Stift
- grünen Stift
- zwei kleine Bälle
So geht’s:
- Male auf mehrere Blätter unterschiedliche Linien und Bewegungsmuster, zum Beispiel Kreise, Wellen oder gerade Strecken.
- Dein Kind bewegt die beiden Bälle entlang dieser Vorgaben, entweder in die gleiche Richtung oder entgegengesetzt. Dabei muss es die Bewegungen koordinieren und gleichzeitig die Linien im Blick behalten.
Sieben DIY-Lernspiele für Kinder im Vorschulalter
Julia von @mamiblock stellt in diesem Video DIY-Ideen vor, die dein Kind spielerisch an schulische Inhalte wie Zahlen, Buchstaben und einfache Zusammenhänge heranführen. Dadurch wird sein Verständnis für diese Themen gezielt gefördert.
Auto-Zählspiel
Dieses Spiel ist ein spielerischer Einstieg in Zahlen und Mengen, bei dem dein Kind Zuordnungen übt und erste Zahlenreihen versteht.
Du brauchst:
- Karton
- Stift
- kleine Autos oder Bilder
- Aufkleber
So geht’s:
- Male Parkplätze mit den Zahlen von 1 bis 20 auf einen Karton.
- Beschrifte die Autos ebenfalls mit Zahlen.
- Dein Kind fährt die Fahrzeuge auf die passenden Parkplätze und lernt dabei, Zahlen richtig zuzuordnen und zu erkennen.
Zählbeutel
Mit diesem Spiel lernt dein Kind, Zahlen mit Mengen zu verknüpfen und visuell zu erfassen.
Du brauchst:
- Gefrierbeutel
- Permanent-Marker
- Wasser
- Pompons
- Kreidestift
So geht’s:
- Male Formen wie einen Baum oder Zahlenfelder auf die Außenseite des Gefrierbeutels.
- Fülle den Beutel mit Wasser und gib mehrere Pompons hinein, bevor du ihn gut verschließt.
- Dein Kind muss nun die Pompons mit den Fingern in der richtigen Menge an die richtige Stelle schieben. Der Baum kann beispielsweise zehn Felder für Äpfel – also Pompons – haben. Ein zusätzliches Zahlenfeld gibt die Anzahl der Äpfel an, die tatsächlich im Baum hängen. Verwende für das Zahlenfeld einen Kreidestift, sodass du die Zahl immer wieder neu festlegen kannst.
Buchstaben malen
Mit dieser Übung lernt dein Kind die verschiedenen Buchstabenformen kennen.
Du brauchst:
- Papier
- bunte Stifte
- Wattestäbchen
- Tusch- oder Acrylfarbe
So geht’s:
- Schreibe einzelne Buchstaben in verschiedenen Farben auf Papier vor.
- Dein Kind nimmt ein Wattestäbchen und malt die Buchstaben in der passenden Farbe nach. Achte darauf, dass es die Linien möglichst genau nachfährt. So prägt es sich deren Formen Schritt für Schritt ein.
Schleifen binden
Mit dieser Übung lernt dein Kind, wie es selbstständig eine Schleife bindet. Dabei trainiert es die Feinmotorik und die Koordination.
Du brauchst:
- feste Unterlage
- zwei Schnürsenkel
- Klebeband
So geht’s:
- Fixiere die Schnürsenkel mittig mit Klebeband auf einer festen Unterlage wie einem Tisch, damit sie nicht verrutschen.
- Zeige deinem Kind die einzelnen Griffe des Schleifenbindens langsam und Schritt für Schritt.
Lernscheiben
Dieses Spiel hilft deinem Kind, zeitliche Zusammenhänge besser zu verstehen und einzuordnen.
Du brauchst:
- Papier oder Vorlage
- Schere
- Musterbeutelklammern
So geht’s:
- Zeichne zwei unterschiedlich große Kreise vor und schneide sie aus. Verbinde sie mittig mit einer Musterbeutelklammer, sodass sie sich übereinander drehen lassen.
- Teile die Kreise in unterschiedliche Abschnitte ein und beschrifte den größeren Kreis mit „gestern”, „heute” und „morgen”, den kleineren Kreis mit den Wochentagen.
- Drehe die Scheiben gemeinsam mit deinem Kind und besprecht die Begriffe: Welcher Tag ist heute? Welcher war gestern?
Sandbuchstaben
Mit dieser Übung kann dein Kind Buchstaben über mehrere Sinne gleichzeitig erfassen.
Du brauchst:
- flache Form, zum Beispiel ein Tablett
- Sand
- Buchstabenkarten
So geht’s:
- Fülle die Form mit Sand und stecke eine Buchstabenkarte hinein.
- Dein Kind zeichnet den Buchstaben mit dem Finger langsam im Sand nach. Wiederholt die Bewegung mehrmals, bis die Form sicher sitzt.
Alphabetband
Mit diesem Spiel lernt dein Kind die Buchstaben von A bis Z in der richtigen Reihenfolge kennen.
Du brauchst:
- mehrere Papierstreifen
- Stift
- 26 Klebezettel
So geht’s:
- Schreibe das Alphabet in Großbuchstaben auf die Papierstreifen und befestige diese gut sichtbar an der Wand.
- Bereite einzelne Kleinbuchstaben auf Klebezetteln vor.
- Dein Kind ordnet die Kleinbuchstaben den entsprechenden Großbuchstaben zu.
Mit spielerischem Lernen Vorschulkinder fördern
Mithilfe dieser Ideen von Julia von @mamiblock kann dein Kind bereits gelernte Fähigkeiten festigen und miteinander verknüpfen.
Schreibübung mit Knete
Damit dein Kind ein Gefühl für Buchstaben entwickelt, kannst du es gut mit Knete beschäftigen. Bei diesem Spiel werden Buchstabenvorlagen mit Gegenständen gefüllt oder belegt. Das führt die Kinder spielerisch an die Buchstaben heran.
Das brauchst du:
- Knete
- Buchstabenvorlagen, zum Beispiel aus Holz oder Pappe
- kleine Gegenstände, um die Buchstaben zu füllen, zum Beispiel Getreidekörner, Perlen
So geht's:
- Lasse dein Kind ein Stück Knete ausrollen.
- Stanze mit den Buchstabenvorlagen kurze Worte oder den Namen des Kindes in die Knete.
- Anschließend darf das Kind die Buchstaben bunt mit Perlen, Getreidekörnern oder anderen kleinen Utensilien füllen.
Zahlen zuordnen
Ein Verständnis für Mengen und die Zuordnung zu einer Ziffer sind Teil der Schuleingangsuntersuchung. Um dein Kind hierauf entsprechend vorzubereiten, kannst du mit wenigen Materialien schnell ein schönes Spiel umsetzen, das allein oder gemeinsam mit den Eltern gespielt werden kann.
Das brauchst du:
- Wäscheklammer, zum Beispiel aus Holz
- ein großes Pappstück
- bunte Filzstifte
So geht‘s:
- Mit an der Wäscheklammer geklebten Pappstücken können Kinder auf kreative Art lernen, zu zählen oder Zahlen zuzuordnen.
- Auf der Vorderseite sind bunte Objekte in verschiedener Anzahl. Nach dem Zählen der Objekte prüfen die Kinder durch das Öffnen der Klammer, ob ihre Lösung stimmt.
Alphabet-Puzzle
Das Alphabet-Puzzle ist dafür geeignet, schon sehr kleine Kinder an die Buchstaben heranzuführen. Gleichzeitig hilft das Puzzle, die Buchstaben in der richtigen Reihenfolge des Alphabets kennenzulernen.
Das brauchst du:
- kleine Pappkiste mit Deckel, zum Beispiel Schuhbox oder Versandkarton
- bunte Filzstifte
- Messer
- 26 Holzlöffel, kleine Holzstiele, zum Beispiel vom Eis, oder Bastelhölzer
So geht‘s:
- Schneide 26 kleine Schnitte in den Deckel. Die Größe sollte mit der des Löffels oder Holzstäbchens übereinstimmen.
- Beschrifte alle Löcher mit dem ABC. Dann beschrifte auch die Holzlöffel oder -stiele mit den Buchstaben von A bis Z.
- Danach können deine Kinder die Buchstaben in die passenden Schlitze stecken. So lernen sie während des Puzzelns die Reihenfolge des Alphabets kennen.
Zählen mit Knete
Ähnlich zum Buchstabenlegen werden hier die Mengen von angegebenen Zahlen gelegt. Dein Kind kann sich zusätzlich an der Größe der gemalten Objekte orientieren und bekommt so ein Verständnis für Zahlen, Mengen und deren Reihenfolge.
Das brauchst du:
- bunte Filzstifte
- ein Blatt Papier
- Knete
- kleine Objekte wie Perlen oder Getreidekörner
So geht's:
- Eine Zahlenreihe wird durch geknetete Objekte dargestellt, die durchnummeriert sind.
- Dein Kind soll dann entsprechend der gewünschten Anzahl die abgezählten Objekte in das passende Objekt aus Knete drücken.
Wörterrolle
Je nachdem, wie groß der Wortschatz deines Kindes ist, ist die Wörterrolle perfekt, um die Sprache genauer unter die Lupe zu nehmen. Mit der Rolle können sowohl Wortfamilien als auch einzelne Wörter entdeckt werden, die sich zum Beispiel nur durch einen Buchstaben unterscheiden.
Das brauchst du:
- Papprollen, zum Beispiel von der Küchenrolle
- Bastelschere
- bunte Filzstifte
- Bastelhölzer
So geht‘s:
- Schneide ein kleines Quadrat aus der Rolle und füge darüber und darunter kleine Schlitze ein.
- Schreibe dann das jeweilige Wort mit einem fehlenden Buchstaben auf die Rolle.
- Auf ein Bastelholz notierst du nacheinander alle Buchstaben, die in dem unvollständigen Wort eingesetzt werden können.
- Dein Kind kann dann durch das Verschieben des Bastelholzes die verschiedenen Wörter sehen und diese laut vorlesen.
Rechenrolle
Bei der Rechenrolle lernt dein Kind die Reihenfolge der Zahlen kennen. Spielerisch wird durch das Verschieben ein Größer- oder Kleinerwerden der Zahlen deutlich.
Das brauchst du:
- eine Klopapierrolle
- bunte Filzstifte
- ein längliches Stück Pappe, das von der Breite in die Rolle passt und sich leicht schieben lässt
- einen Würfel
So geht‘s:
- Male ein Tier, zum Beispiel eine Giraffe, auf die Klopapierrolle. Zeige aber nur Kopf und Körper sowie angedeutete Beine.
- Dann male die Beine der Giraffe auf das längliche Pappstück. Setze eine kleine Messlatte daneben und schreibe von oben nach unten absteigend die Zahlen von 1 bis 12.
- Das obere Ende des Pappstücks kannst du entsprechend deines gewählten Motivs bemalen.
- Sind die Vorbereitungen abgeschlossen, kann dein Kind starten: Die von ihm gewürfelte Zahl kann es mithilfe der Messlatte abzählen und die Beine der Giraffe entsprechend verlängern.
Schritt-für-Schritt-Anleitungen zum Download
Fähigkeiten, die für die Einschulung wichtig sind
Auf die Schulzeit werden die Kinder einerseits im Kindergarten vorbereitet, anderseits wollen Eltern selbst ihr Kind bestmöglich unterstützen. Dabei stellt sich die Frage, welche Fähigkeiten ein Kind zur Einschulung haben muss und wie Eltern es fördern können.
- Regeln einhalten: Ein wichtiger Aspekt, den Kinder auf der emotionalen und sozialen Ebene beherrschen sollten, ist das Einhalten von Regeln. Das Kind muss verstehen, warum es sie gibt und was sie bedeuten. Es wird in der Schule sowohl eine Akzeptanz als auch eine Einhaltung der Regeln erwartet. Sei es, dass man sich nicht vordrängelt oder dass man bei Gesprächen nicht dazwischenruft, sondern sich zum Beispiel bei Fragen des Lehrers meldet. Je mehr dein Kind zu Hause Regeln kennenlernt, desto leichter fällt es ihm in der Schule, diese einzuhalten. Du kannst mit kleinen Vereinbarungen anfangen, zum Beispiel, dass erst gegessen wird, wenn alle sitzen oder ein neues Spiel gestartet wird, nachdem das andere Spielzeug weggeräumt wurde. Übe mit deinem Kind, dass es andere ausreden lässt und nicht dazwischenruft.
- Soziale Kompetenz: In der Schule ist dein Kind mit vielen anderen Kindern zusammen und nicht mehr im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Doch dein Liebling muss sich nicht nur in die Gruppe einordnen, sondern auch mit anderen Kindern auskommen. Es muss lernen, auf andere zuzugehen, mit ihnen zu reden und zu spielen oder sich in einer Gruppe fair zu verhalten. Kann dein Sonnenschein teilen, mit anderen Menschen Kompromisse eingehen oder anderen helfen? Dein Kind übt diese Fähigkeiten, wenn es mit Freunden spielt. Wenn dein Kind Geschwister hat, sind das ideale Partner, um die eigenen sozialen Kompetenzen zu schulen. Neben den Fähigkeiten, die direkt mit anderen zu tun haben, gibt es zudem welche, die das Kind selbst betreffen. Ist es selbstsicher und tritt nicht überängstlich auf? Auch seine Neugier ist eine wichtige Kompetenz, die du mit dem gemeinsamen Entdecken von Neuem trainieren kannst. Wecke mit Büchern oder Spielen die Neugier daran. Aber auch selbst gemachte Beschäftigungsideen, die die Sinne ansprechen, können deinen Schatz unterstützen.
- Motorische Fertigkeiten: Motorische Fähigkeiten erlernt dein kleiner Sonnenschein praktisch ab seinen ersten Lebensmonaten. Von der Grobmotorik, wie einem Gefühl für Balance, bis hin zur Feinmotorik – es ist alles im Alltag abgedeckt. Die Motorik lernt dein Sonnenschein zum Beispiel durch Lauf-, Werf- oder Balancespiele. Aber auch Basteln, Kneten und Malen sind wichtige Elemente. Gib deinem Kind immer die Chance, sich handwerklich und spielerisch zu betätigen und das Lernen der Motorik funktioniert nebenbei.
- Sprachkompetenz: In der Schule wird sich der Sprachschatz deines Kindes stark erweitern. Dennoch ist es gut, wenn es vorab viele Wörter kennt und beim Erzählen und Sprechen bereits richtige Sätze bilden kann. Hier ist das heimische Lernen sehr schnell umgesetzt. Zum einen, indem du mit deinem Kind viele Bücher liest, aber auch, indem dein Schatz viel sprechen und erzählen kann. Die Sätze müssen nicht komplett richtig sein, aber je häufiger dein Kind dies ausprobiert und in Gesprächen mit dir und anderen ist, bekommt es so nach und nach Informationen über Satzbau und Grammatik, selbst wenn es nicht weiß, warum ein Satz oder Wort in einem bestimmten Fall nach bestimmten Regeln gebildet wird.
- Mathematische Kompetenz: Zählen oder Abzählen lernen Vorschulkinder meist schnell. Kinder haben in der Regel ein großes Interesse an Mathematik und freuen sich, wenn sie ihr Können vortragen dürfen. Sei es nun die Nennung und das händische Aufzeigen ihres Alters oder aber auch schon das Erkennen von Hausnummern.
Konzentrations- und Kreativitätsübungen
Im Gegensatz zum Kindergarten bedeutet die Schulzeit ein langes Stillsitzen und Zuhören. Doch nicht nur das – Unterricht ist auch mit viel Konzentration verbunden. Diese lässt sich bereits im Vorschulalter genauso gut zu Hause fördern wie die kindliche Kreativität.
- Geschichten erfinden: Eine schöne Übung, die sowohl Kreativität, Konzentration und Sprachgefühl trainiert, ist das Erfinden und Erzählen von Geschichten. Vielleicht macht es deinem Schatz Spaß, sich kleine Erzählungen auszudenken und Mama und Papa vorzutragen. Du kannst deinen Sprössling unterstützen, indem du ihm einen Rahmen vorgibst: „Erzähle mir doch mal was von einer Prinzessin“. Oder nutze ein gemeinsam gemaltes Bild und bitte dein Kind, zu berichten, was denn da gerade vorgeht, wer die Personen sind und was sie machen.
- Malen und Basteln: Viele Kinder malen und basteln gern und verlangen häufig danach. Die beiden Aktivitäten machen den Kleinen nicht nur viel Spaß, sondern sie werden so ganz nebenbei auch noch gefördert – im kreativen wie motorischen Sinne. Zudem wird beim Basteln und Malen viel Konzentration gefordert und das Vorstellungsvermögen trainiert. Dies wird von den Kindern meist gar nicht bemerkt, da sie Freude an den Tätigkeiten haben und das fertige Produkt sehen möchten.
- Kinderbücher gemeinsam lesen: Vielleicht kennst du das auch? Du liest zum x-ten Mal das Lieblingsbuch deines kleinen Schatzes und er kann bereits Teile oder das ganze Buch mitsprechen. Das Lesen von Kinderbüchern ist für die kindliche Entwicklung wichtig, denn ganz verschiedene Aspekte des spielerischen Lernens werden hier abgedeckt. Dazu gehören das Sprachvermögen, die Konzentration, das Fantasievermögen und auch soziale Kompetenz. Zudem kannst du die Geschichten gut nutzen, um mit deinem Kind gemeinsam Fortsetzungen zu stricken, Szenen aus dem Buch zu malen und noch vieles mehr.
- Gleichgewichts- und Bewegungsübungen: Das Gleichgewicht sorgt nicht nur dafür, dass wir aufrecht stehen und gehen können. Es hat gerade bei Kindern eine große Auswirkung auf die schulischen Leistungen und fördert die Konzentrationsfähigkeit. Mit Bewegungsübungen sorgst du für eine allgemeine Förderung deines Sonnenscheins, die er meist sehr leicht umsetzen kann.
- Fahrradfahren: Fahrradfahren ist für viele Kinder ein Highlight. Schließlich gehören sie dann zu den Großen und können selbstständig durch die Gegend düsen. Das Fahrradfahren fördert die Balance und das Körpergefühl der Kinder. Andererseits benötigen sie dafür auch schon eine gute Motorik, um sicher im Sattel zu sitzen. Wenn es dann so weit ist, trainieren sie bei jeder Fahrt ihren Gleichgewichtssinn und die Konzentration, gerade wenn die Kleinen im Straßenverkehr unterwegs sind. Tipps, wie du deinen Kindern das Fahrradfahren beibringen kannst, findest du in unserem FamilienMoment „Fahrradfahren lernen: los geht’s”.
- Fangen und Werfen: Die Hand-Augen-Koordination deines Kindes kannst du mit Fang-und-Wurfspielen trainieren. Dabei muss es nicht kompliziert sein, ein einfaches Zuspielen reicht aus, um die Koordination immer mehr zur Routine werden zu lassen. Ballspiele sind bei Kindern sehr beliebt und häufig versuchen sie, bereits ab einem jungen Alter Bälle zu werfen. Das heißt, auch hier kannst du dein Kind spielerisch fördern, ohne es zu überfordern oder ihm den Spaß an der Sache zu nehmen.
- Gleichgewichtsspiele: Hüpfseil, Kästchenhüpfen oder Gummitwist – diese spielerischen Beschäftigungen tragen alle dazu bei, dass die Balance deines Kindes geschult wird. Doch gibt es auch Gleichgewichtsübungen, die ganz nebenbei trainiert werden können. Beim Spaziergang kannst du mit deinen Kindern verabreden, dass nur auf den Ritzen zwischen den einzelnen Pflastersteinen gelaufen werden darf. Oder vielleicht gibt es Mauern oder Holzstämme, die sich zum Balancieren eignen? Auf dem Spielplatz sind Klettergerüste oder auch Balancierstangen perfekt, um das Gleichgewicht zu trainieren.
DIY-Expertin
Julia ist Lehrerin und Mutter von zwei Kindern. Sie gründete nach der Geburt ihres ersten Kindes im Jahr 2014 den mamiblock. Darin sammelt sie praktische Tipps, Tricks, Momhacks sowie Rezeptideen und bündelt sie im Videoformat auf ihrem YouTube-Kanal. Ihre alltagstauglichen Ideen stellt sie bei FamilienMomente vor und inspiriert damit Eltern und junge Familien.