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Ab wann dürfen und können Babys sitzen?

Sobald sich ein Baby in die sitzende Position bringen kann, entdeckt es die Welt aus einer neuen Perspektive. Warum es wichtig ist, diese selbstständig erworbene Fähigkeit vom sogenannten passiven Hinsetzen abzugrenzen und worauf du achten solltest, liest du in unserem FamilienMoment.

✔️ in Zusammenarbeit mit Dr. med. Snjezana-Maria Schütt, Kinderärztin

Sitzen lernen

Wann lernen Babys das Sitzen?

Sitzen lernen – so unterstützt du dein Baby

In den ersten Lebensjahren wird dein Baby viele neue Fähigkeiten erwerben, gerade im Bereich der motorischen Entwicklung. Auch wenn es dir so vorkommt, als ob dein Baby diese plötzlich neu erlernt hätte, hat es im Vorfeld bereits viele unterschiedliche Bewegungsabläufe ausprobiert, die es zum nächsten Entwicklungsschritt befähigt haben. So ist zum Beispiel die Fähigkeit deines Babys, sich in der Bauchlage mit den Armen hochzustemmen, ein wichtiger Grundstein für das spätere Sitzen. 

Begleite die motorische Entwicklung

Dein Baby braucht neben liebevoller Zuwendung vor allem Zeit und Raum, um die jeweiligen Entwicklungsschritte selbstständig erreichen zu können. Denn sobald es über die entsprechende Reife verfügt und die Muskeln und Gelenke dazu in der Lage sind, wird es mit hoher Wahrscheinlichkeit und ganz von allein die verschiedenen motorischen Entwicklungsschritte erreichen. Greife der selbstständigen Entwicklung deines Babys nicht vor, begleite es unterstützend und freue dich auf eine spannende Zeit mit deinem Baby. Die folgenden Punkte helfen dabei:

  • Beobachten, interagieren und spielerisch üben: Beobachte dein Baby im Alltag. Was weckt sein Interesse, welche Bewegungsabläufe kann es schon und wobei zeigt es Unmut? So kann es zum Beispiel sein, dass es die Bauchlage anfangs sehr anstrengend findet und lautstark seinen Unmut äußert. In der Interaktion mit dir oder beim gemeinsamen Spielen mit dem Lieblingsspielzeug deines Babys wird es diese Position zunehmend attraktiver finden und die Bewegungsabläufe spielerisch üben. Achte darauf, dein Baby nicht zu überfordern. 
  • Umgebung sichern: Sobald dein Baby versucht, sich von allein aufzurichten, solltest du seine Umgebung so gestalten, dass das Verletzungsrisiko möglichst gering bleibt. Gestalte spätestens jetzt den Haushalt kindersicher.
  • Tragetuch oder Babytragen: Wenn du dein Baby im Tragetuch oder in der Babytrage trägst, achte darauf, dass es Bauch an Bauch am Körper sitzt und dabei durch die natürliche Anhock-Spreiz-Stellung unterstützt wird. Dies ist für die gesunde Hüftentwicklung deines Babys, für das Sitzen und das spätere Krabbeln- und Laufenlernen wichtig. Wenn du unsicher bist, lass dich von deiner Hebamme, dem Kinderarzt oder einer Trageberaterin beraten.

Babys nicht hinsetzen

Sowohl Kinderärzte als auch Orthopäden raten davon ab, Babys hinzusetzen. Warte, bis sich dein Baby allein in die Sitzposition bringen kann. Babys brauchen dafür eine gewisse Rumpfstabilität. Erst dann können sie sich selbstständig wieder aus dieser Position herausbegeben. Beachte bitte, dass es bezüglich des Erreichens der jeweiligen Entwicklungsschritte individuelle Unterschiede gibt. Manche Kinder sitzen früher, manche später als andere.

Auffälligkeiten ärztlich abklären lassen

Wenn dein Baby insgesamt sehr schlapp wirkt, sich nur wenig oder asymmetrisch bewegt und du dir wegen seiner motorischen Entwicklung Sorgen machst, sprich dies bei der nächsten kinderärztlichen Untersuchung an. Babys entwickeln sich unterschiedlich schnell, doch motorische Auffälligkeiten sollten frühzeitig abgeklärt werden.


Maximale Sitz- und Liegedauer

Wie lange dürfen Babys sitzen?

Eine Stunde in der Babywippe, eine Fahrt in der Autoschale oder ein Spaziergang mit aufrechter Lehne im Kinderwagen – die meisten Babys genießen ihre neue Perspektive und betrachten aufgeregt ihre Umwelt. Um der Wirbelsäule des Kindes nicht zu schaden, ist es wichtig, das aktive vom passiven Sitzen zu unterscheiden:

  • passives Sitzen: Dein Baby kommt nicht aktiv in die sitzende Position, stattdessen wird es hingesetzt und mit fremder Hilfe in dieser Position gehalten. Natürlich darf dein Baby mit deiner Unterstützung für eine gewisse Zeit auf deinem Schoß sitzen. Allerdings sollte es nicht in Positionen gebracht werden, in denen es zum Beispiel durch Kissen abgestützt auf dem Sofa oder in einem Hochstuhl sitzt. 
  • aktives Sitzen: Sobald dein Baby die entsprechenden Bewegungsabläufe durchführen, sich aus eigener Kraft in eine sitzende Position bringen und ohne fremde Hilfe sitzen kann, sitzt es aktiv. 

Dein Baby kann nur dann die erforderlichen Ausgleichsbewegungen für das Gleichgewicht machen, wenn es selbstständig in der Lage ist, sich in die Sitzposition zu begeben. Es ändert oder beendet die Positionen selbst. In den meisten Fällen verharren Babys selten für längere Zeit in einer Position, sondern sind fortlaufend in Bewegung.

Auch wenn dein Baby schon aktiv sitzen kann, achte darauf, dass es bei Autofahrten nicht zu lange in der sitzenden Position verharren muss. Plane regelmäßige Bewegungspausen ein.

Wie lange darf ein Baby im Kinderwagen oder in der Babyschale liegen?

Dein kleiner Schatz ist beim Spaziergang eingeschlafen und du möchtest ihn noch im Wagen schlafen lassen? Oder du planst eine längere Autofahrt? Wenn dein Baby an der frischen Luft eingeschlafen ist, spricht nichts dagegen, es in der Wohnung im Kinderwagen weiterschlafen zu lassen. Folgende Punkte gibt es zu beachten:

  • Achte darauf, dass deinem Baby nicht zu warm wird und es nicht überhitzt, wenn du es im Kinderwagen in der Wohnung weiterschlafen lassen möchtest. Nimm zum Beispiel die Decke aus dem Kinderwagen, klappe die Haube des Kinderwagens herunter, entferne gegebenenfalls das Regenverdeck und ziehe die Mütze aus, sobald du nach Hause kommst.
  • Solltest du dein Baby auf dem Balkon oder der Terrasse weiterschlafen lassen, achte auf die Witterungsverhältnisse und vor allem auf die Sonneneinstrahlung.
  • Bleibe in der Nähe, behalte dein Baby stets im Blick und achte auf die entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen, damit es sich nicht in Gefahr bringen kann.  

Die Babyschale dient dem sicheren Transport deines Babys im Auto. Bist du längere Zeit unterwegs, plane genügend Zeit für Pausen ein. Denn nach spätestens zwei Stunden solltest du dein Baby aus der Schale nehmen. 


Sitzen üben

Kann ich mein Baby beim Sitzenlernen unterstützen? 

Babys üben ständig und ganz von alleine wichtige Bewegungsabläufe. Auch dein Baby wird sich in seinem eigenen Tempo wichtige motorische Fähigkeiten aneignen. Du kannst diesen Vorgang nicht beschleunigen, aber dein Baby spielerisch motivieren und somit indirekt unterstützen. Folgende Tipps können dabei hilfreich sein:

  • Fördere unterschiedliche Liegepositionen: In den ersten Wochen wird dein Baby viel Zeit in der Rückenlage verbringen. Wenn es wach ist und du dabei bist, lege es phasenweise auf den Bauch. Dadurch kann es die Umwelt aus einer anderen Perspektive kennenlernen und die Kopf- und Rumpfmuskulatur stärken. Gleichzeitig wirkt der Wechsel der Liegeposition einer Verformung des Schädels entgegen. Beobachte dein Baby und beachte seine Signale. Es wird sich bemerkbar machen, sobald ihm die Position zu anstrengend wird. 
  • Gib deinem Baby Raum und Zeit: Dein Baby sollte sich in einem sicheren Umfeld frei bewegen und dabei wichtige Erfahrungen sammeln können. Lass es erkunden, wie es Positionen selbstständig ändern, sich abstützen oder aus einer unliebsamen Position wieder herauskommen kann. Setze dich neben dein Baby, beobachte es und interagiere mit ihm. Das ist für dein Baby nicht nur eine große Freude und Motivation, sondern auch eine wichtige indirekte Hilfe. 
  • Fördere dein Baby spielerisch: Genieße die Zeit mit deinem Baby. Dadurch wird nicht nur die Bindung zwischen dir und deinem Liebling gestärkt, sondern auch seine Wahrnehmung gefördert. Schließlich bist du für dein Kind der interessanteste und motivierendste Spielpartner. Aber auch altersgerechtes Spielzeug oder Alltagsgegenstände sind spannend und können dein Baby animieren, danach zu greifen oder sich zu bewegen. Achte stets darauf, dass diese Gegenstände kindersicher sind. Denke daran, dass jedes Baby einzigartig ist und seine Zeit braucht.

Wichtig: Setze dein Baby nicht hin, bevor es dazu bereit ist. Dein Baby sollte die Fähigkeit entwickeln, sich selbstständig hinzusetzen. Erzwungenes Sitzen kann die natürliche Entwicklung stören.


Sicherheitstipps

Das solltest du beim Sitzenlernen beachten

Wenn Babys beginnen, das Sitzen zu lernen, ist es wichtig, auf eine sichere Umgebung zu achten.

  • Entferne gefährliche Gegenstände wie scharfe Kanten oder kleine Objekte.
  • Schaffe eine weiche Landefläche mit Kissen oder Decken, um Stürze abzufedern. Stelle sicher, dass der Bereich frei von harten und scharfen Gegenständen ist. Du kannst zudem einen stabilen, rutschfesten Untergrund verwenden, damit dein Baby nicht wegrutscht.
  • Beaufsichtige dein Kind stets, um schnell eingreifen zu können, falls es das Gleichgewicht verliert. So wird das Sitzenlernen zu einer sicheren und angenehmen Erfahrung.

Hochstuhl, Kinderwagen und Autositz

Ab wann sitzen Babys im Hochstuhl, im Kinderwagen und im Autositz?

Ein Hochstuhl erleichtert das Essen, mit dem Kinderwagen bist du mit deinem Baby draußen unterwegs und die Babyschale ist als Autositz unverzichtbar. Lies, ab wann beziehungsweise wie lange du die drei Hilfsmittel nutzen kannst.

Hochstuhl

Im sogenannten Neugeborenenaufsatz darf dein Baby schon von Geburt an liegen, zum Beispiel wenn du etwas essen und dein Baby in der Nähe ablegen möchtest. In diesem Aufsatz liegt es angeschnallt in einer fast waagrechten Position. Es sollte jedoch auch darin maximal 30 Minuten am Stück liegen.

Ab wann darf ein Baby ohne Aufsatz im Hochstuhl sitzen?

Erst wenn dein Baby aus eigener Kraft eine Sitzposition einnehmen und diese halten kann, darf es im Hochstuhl sitzen. Im Alter von sieben oder acht Monaten schaffen es die meisten Babys aus eigener Kraft, eine Sitzposition einzunehmen und zu halten, also aktiv zu sitzen. Erst dann gehört dein kleiner Liebling in einen Hochstuhl oder in ähnliche Stühle, in denen er selbstständig sitzen muss. Bis dahin solltest du dein Baby auf dem Schoß füttern.

Vorteile eines Hochstuhls

Dein kleiner Sonnenschein wird seinen Hochstuhl lieben: Jetzt ist er endlich groß genug, um am Tisch zu sitzen und gemeinsam mit Mama und Papa zu essen. Ein Hochstuhl mit passender Polsterung ist für deinen Schatz noch angenehmer. Baue den Hochstuhl außerdem so auf, dass eine Fläche für die Füße und ein Tisch zum Abstützen der Arme vorhanden ist. So kann dein Baby sich im Rumpf auf- und ausrichten und seine Wirbelsäule entlasten.

Natürlich sollte dein Baby auch im Hochstuhl nicht zu lange, sondern nur für die Zeit der Nahrungsaufnahme, sitzen. 

Kinderwagen

Für Eltern stellt sich nach einigen Monaten die Frage, ab wann das Baby sitzend im Kinderwagen oder im Buggy die Welt entdecken kann. Hier spielen verschiedene Faktoren eine Rolle, zum Beispiel die Größe der Liegeschale, die motorischen Fähigkeiten und das Bedürfnis deines Babys, dich beim Spaziergang sehen zu können. 

  • Auch wenn viele Babys mit zunehmendem Alter die Welt um sich herum lieber sitzend statt liegend betrachten möchten, sollte dein Baby erst dann sitzend im Kinderwagen transportiert werden, wenn es selbstständig sitzen kann. 
  • Lasse dich schon vor dem Kauf eines Kinderwagens fachlich beraten und berücksichtige beim Kauf die Möglichkeiten des späteren Umbaus. Mitunter sind die Liegeschalen knapp bemessen und führen dazu, dass der Kinderwagen umgebaut werden muss, bevor das Baby selbstständig sitzen kann. Hier können sogenannte Kombi-Kinderwagen hilfreich sein. 

Der richtige Zeitpunkt, den Kinderwagen umzubauen, hängt also nicht vom Alter deines Babys ab, sondern ganz allein von seiner motorischen Entwicklung.

Kindersitz im Auto

Auch im Auto ist die Sicherheit deines Babys außerordentlich wichtig. Lasse dich am besten ausführlich im Fachhandel beraten. Grundsätzlich sind die Babyschalen für den sicheren Transport deines Babys im Auto so konstruiert, dass man nur entgegen der Fahrtrichtung befestigen kann. Das heißt, dein Baby blickt während der Fahrt nach hinten. Dadurch wird im Falle eines Unfalls die Rückenpartie deines Babys großflächig in die Schale gepresst und das Verletzungsrisiko gesenkt. Hier gibt es unterschiedliche Modelle und Befestigungsmöglichkeiten.

Altersgerechte Kindersitze

In der Regel werden Babyschalen bis zum Alter von etwa zwölften Monaten empfohlen. Je nachdem wie groß und schwer dein Baby ist, können es auch ein paar Monate mehr oder weniger sein. Viele Eltern wechseln zu früh zur nächstgrößeren Stufe. Kinderautositze sind jedoch genau auf die aktuellen Sicherheits- und Komfortbedürfnisse des Kindes im Hinblick auf Körpergröße, Gewicht und Entwicklungsstufe zugeschnitten. Dein Baby ist erst aus seiner Babyschale herausgewachsen, wenn das Köpfchen mit dem oberen Rand des Kindersitzes abschließt. Vorher solltest du nicht auf den nächstgrößeren Kinderautositz wechseln. Es ist aber kein Problem, wenn die Beine deines Kindes über den Rand der Babyschale hinausragen.

Sicherheit durch passgenauen Autositz

Bei der Wahl des richtigen Kindersitzes musst du unbedingt berücksichtigen, dass dein Kind sofort in den Sitz passen muss. Kaufe einen Autositz nie auf Zuwachs! Alter und Gewicht deines Lieblings dürfen dabei nur als Richtwert dienen. Probiere vor dem Kauf eines Kindersitzes also auf jeden Fall aus, ob dein Kind hineinpasst.

Sitzen zu können, ist nicht nur ein wichtiger motorischer Entwicklungsschritt, sondern ermöglicht Babys auch eine neue und spannende Sicht auf die Welt. Das Sitzen erfordert neben der Rumpfstabilität und Reife der Muskeln und Gelenke auch wichtige Stütz- und Gleichgewichtsreaktionen. Baby müssen diese Voraussetzungen selbstständig erwerben und dürfen nicht vorzeitig passiv hingesetzt werden. Kinderärztin Dr. med. Snejzana Schütt

Über Dr. med. Snjezana-Maria Schütt

Kinderärztin

Porträt: Dr. med. Snjezana-Maria Schütt

Dr. med. Snjezana-Maria Schütt ist Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin und Mutter von zwei Kindern. Nach ihrer Facharztausbildung an einer Universitätskinderklinik war sie in verschiedenen Bereichen der Kinderheilkunde tätig. Ihr Wissen und ihre Erfahrung im kinderärztlichen Bereich teilt sie auf ihrem Blog „die-kinderherztin” und klärt in den sozialen Medien über wichtige Bereiche der Kindergesundheit auf. Auch bei FamilienMomente steht sie Eltern bei pädiatrischen Fragen virtuell zur Seite.


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