Schnullerfee: Schnuller abgewöhnen
Zum Trostspenden, zur Beruhigung und beim Einschlafen ist der Schnuller eine große Hilfe. Doch bei zu langem Gebrauch kann er Zahnfehlstellungen verursachen. Wie die Schnullerfee bei der Entwöhnung helfen und den Abschied erleichtern kann, erfährst du in unserem FamilienMoment.
Schnuller abgewöhnen: Warum ist es wichtig?
Ein Schnuller hilft, das Saugbedürfnis deines Neugeborenen zu stillen und Trost zu spenden. Er wirkt sogar schmerzlindernd. Beim Einschlafen oder in aufregenden Momenten wird er schnell zum unverzichtbaren Begleiter. Irgendwann kommt jedoch der Zeitpunkt, an dem der Abschied vom Schnuller ansteht. Für dein Kind ist die Entwöhnung ein wichtiger Schritt zu mehr Eigenständigkeit und Selbstberuhigung.
Es sprechen aber auch gesundheitliche Aspekte für eine rechtzeitige Abgewöhnung: Bei dauerhaftem Nuckeln kann es unter anderem zu Zahnfehlstellungen kommen. Deshalb lohnt es sich, den Abschied vom Schnuller rechtzeitig und behutsam anzugehen.
Wann ist der richtige Zeitpunkt für die Schnullerfee?
Der richtige Zeitpunkt, ein Kind vom Schnuller zu entwöhnen, ist weniger eine Frage des Alters als vielmehr eine Frage der individuellen Entwicklung des Kindes. Viele Kinder zeigen von selbst Anzeichen dafür, dass sie den Schnuller nicht mehr brauchen: Sie legen ihn zur Seite oder lassen sich auch ohne Schnuller beruhigen. Wichtig ist, dass der Zeitpunkt für den Besuch der Schnullerfee so gewählt wird, dass gerade keine große Aufregung herrscht und das Kind gesund ist.
Ab welchem Alter sollte der Schnuller abgewöhnt werden?
Jedes Kind ist anders und der Zeitpunkt der Entwöhnung ist deshalb eine individuelle Entscheidung. Auch ist nicht jedes Baby ein Schnullerkind, manche lehnen die Nuckelhilfe von Anfang an ab. Diese Zeitpunkte sind besonders gut für die Entwöhnung geeignet:
- Im Alter von circa acht Monaten: Wenn die Babys die ersten Zähne bekommen, ist ein guter Zeitpunkt, um ihnen den Schnuller abzugewöhnen. In der Regel geht nun auch der Saugreflex von alleine zurück. Es besteht jetzt auch noch keine große emotionale Verbindung zum Schnuller, der Abschied fällt daher in manchen Fällen sogar leicht.
- Zwischen dem ersten und dritten Lebensjahr: Wenn das Kind noch nicht vom Schnuller entwöhnt wurde, ist es jetzt an der Zeit. So kann möglichen Fehlstellungen der Zähne vorgebeugt werden, auch bereits entstandene Schäden bilden sich in der Regel von selbst zurück.
Geduld bewahren: Herausforderung für Eltern
In den meisten Fällen wird der Verzicht auf den geliebten Sauger nicht von heute auf morgen passieren. Für dein Kind bedeutet der Abschied vom Schnuller den Verlust eines wichtigen Trostspenders und Einschlafhelfers. Das kann verunsichern und starke Gefühle auslösen. Entsprechend kann diese Phase auch für Eltern belastend sein: unruhige Nächte, mehr Tränen, Wutausbrüche oder Rückschritte gehören oft dazu.
Tipps für Eltern
Gehe am besten mit viel Geduld, Liebe und Verständnis an die Sache heran. Die Dauer der Entwöhnung ist von Kind zu Kind unterschiedlich: manchmal geht es ganz schnell innerhalb weniger Tage, manchmal kann es mehrere Wochen dauern. Wichtig ist, deinem Kind in dieser Zeit besonders viel Nähe, Sicherheit und kleine neue Rituale anzubieten, damit es lernt, sich auch ohne Schnuller zu beruhigen.
Der Tag, an dem die Schnullerfee zu Besuch kommt!
Um den Prozess der Abgewöhnung kreativ und liebevoll zu gestalten, bietet sich die Einbindung der Schnullerfee an. Sie ist eine Verwandte der Zahnfee und holt zu einem bestimmten Zeitpunkt alle Schnuller deines Kindes ab, um sie neugeborenen Babys zu schenken, die den Nuckel viel dringender benötigen. Als Belohnung für die selbstlose Abgabe bringt die Fee den Kindern ein Geschenk.
So setzt du das Ritual um
Aus pädagogischer Sicht hat dieses Ritual einen großen Vorteil: Der Abschied wird nicht als Verlust erlebt, sondern als bewusste, positive Entscheidung. Dein Kind gibt den Schnuller aktiv ab, fühlt sich groß, stolz und erlebt Selbstwirksamkeit. Die Schnullerfee kann den Abschied also enorm erleichtern. Wie genau der Besuch der Fee ablaufen kann, liest du hier:
Schnullerzeit reduzieren
Verkürze die Zeit mit dem Schnuller: Zur Beruhigung und zum Schlafen darf noch genuckelt werden, tagsüber verschwindet der Schnulli immer häufiger.
Um dein Kind an die Vorstellung zu gewöhnen, dass es sich von seinen Schnullern verabschieden muss, kannst du ihm bereits im Vorfeld immer wieder die Geschichte von der Schnullerfee erzählen. Bestärke dein Kind immer wieder positiv und sage: „Du bist schon so groß, du brauchst ja gar keinen Schnulli mehr!”
Abschiedsabend festlegen
Die Schnullerfee kommt in der Nacht, wenn die Kinder schlafen. Das hat sie sich von der Zahnfee abgeschaut. Lege gemeinsam mit deinem Kind einen Termin für den Besuch der Schnullerfee fest. Das gibt ihm Zeit, sich darauf vorzubereiten. Wählt einen ruhigen Abend ohne große Aufregungen. Dein Kind sollte ausgeglichen und gesund sein.
Schnuller gemeinsam ablegen
Am Abend des Abschieds legt ihr den oder die Schnuller zusammen an einen vereinbarten Platz, zum Beispiel auf die Fensterbank. So wird der Abschied zu einem kleinen Ritual. Die erste Nacht ohne Schnuller kann holprig verlaufen. Das ist völlig normal. Versuche, dein Kind mit einer Gutenachtgeschichte abzulenken.
Brief und Belohnung vorbereiten
Deponiere den Brief der Schnullerfee dort, wo ihr am Abend zuvor gemeinsam den oder die Schnuller deponiert habt. Eine Vorlage für den Brief findest du hier auf der Seite. Ob du deinem Kind etwas schenken möchtest und wie groß das Geschenk sein soll, entscheidest du. Es kann sehr motivierend und tröstend sein, wenn Kinder für ihre selbstlose Abgabe belohnt werden. Vielleicht hinterlässt die Schnullerfee ein Spielzeug, ein Kuscheltier, eine Urkunde oder eine Medaille? Oder sie legt einen Gutschein für ein besonderes Erlebnis ab, zum Beispiel einen Besuch im Schwimmbad oder im Zirkus.
Schnuller entsorgen
Die Schnullerfee erklärt deinem Kind in ihrem Brief, dass sie die abgegebenen Schnuller sammelt und an neugeborene Babys verschenkt, die sie dringender brauchen. Für Kinder ist das eine schöne Vorstellung: Ihr Schnuller bekommt eine neue, wichtige Aufgabe und verschwindet nicht einfach.
Für Eltern stellt sich die Frage, was wirklich mit dem Schnuller passiert. Bewahre den Schnuller noch einige Tage auf, falls dein Kind untröstlich über den Verlust ist, krank wird oder aus anderen Gründen einen Rückfall erleidet. Wirf den Schnuller erst nach erfolgreicher Entwöhnung weg. Manche Eltern bewahren ihn als Erinnerungsstück auf. Noch unbenutzte und originalverpackte Schnuller können gespendet werden. Wichtig ist in jedem Fall, dass die Schnuller gut versteckt sind und dein Kind sie nicht zufällig wiederfindet.
Kind trösten
Selbst wenn das Kind freiwillig den geliebten Schnuller an die Schnullerfee abgibt, verliert es damit einen wichtigen Trostspender. Das kann Frust, Traurigkeit oder Wut auslösen, vor allem beim Zubettgehen.
- Vermeide es, den Abschied kleinzureden oder dein Kind für seine Reaktion zu tadeln. Geduld und liebevolle Zuwendung geben Sicherheit.
- Ablenkung kann Wunder bewirken. Eine beruhigende Abendroutine, zum Beispiel die Gutenachtgeschichte, kann helfen, den Schnuller zu vergessen. Auch ein Kuscheltier oder ein Schmusetuch als neuer Einschlafbegleiter spenden Trost.
Manche Kinder fragen in den ersten Tagen oder Wochen immer wieder nach dem Schnuller, vor allem in stressigen Situationen, bei Müdigkeit oder Krankheit. Das ist kein Zeichen dafür, dass die Abgewöhnung gescheitert ist, sondern Teil des Prozesses. Wäge ab und gib dem Kind im Zweifel den Schnuller lieber noch einmal, wenn du das Gefühl hast, dass es emotional noch nicht bereit für die Trennung ist. Dann ist es wichtig, später einen neuen, ruhigen Anlauf zu nehmen und den Abschied erneut liebevoll zu gestalten.
Brief von der Schnullerfee als Download
So gelingt die Entwöhnung auch ohne die Schnullerfee
Wenn dir die Idee mit der Schnullerfee nicht zusagt, gibt es noch andere Möglichkeiten, um den Abschied vom Schnuller zu erleichtern.
- Schnullerbaum: Dieses Ritual stammt ursprünglich aus Dänemark und wird auch hierzulande immer beliebter. Dein Kind hängt seinen Schnuller im Rahmen einer kleinen Zeremonie an einen „Schnullerbaum“, der zukünftig darauf aufpasst. Besonders schön ist dieses Ritual, wenn es einen Schnullerbaum in der Nachbarschaft gibt und die Kinder sehen, dass auch andere sich von ihren Schnullis verabschieden.
- Gartenzeremonie: Vergrabt gemeinsam den Schnuller im Garten, damit sich dein Kind bewusst von ihm verabschieden kann. Anschließend kann zum Beispiel eine Blume gepflanzt werden, die an diesen Entwicklungsschritt erinnert.
- Helfer einbinden: Lass den Weihnachtsmann, den Nikolaus oder den Osterhasen den Schnuller persönlich abholen. Manche Kinder geben ihn auch gern bei den Großeltern, im Kindergarten oder beim Zahnarzt ab, um zu zeigen, dass sie schon groß sind. So bekommt der Abschied eine besondere Bedeutung.
- Schnuller verschenken: Wenn dein Kind noch unbenutzte Schnuller einem Baby aus dem Bekanntenkreis schenkt, erlebt es sich selbst als hilfsbereit und schon groß. Die Abgabe an Geschwister ist jedoch keine gute Idee: Das kann Eifersucht verstärken.
- Schnullerparty feiern: Veranstalte eine kleine Abschiedsfeier mit Kuchen, Luftballons oder einer Krone für dein Kind. Dabei verabschiedet ihr gemeinsam den Schnuller und verknüpft damit schöne Erinnerungen.
- Tauschgeschäft: Biete deinem Kind als Ersatz ein Kuscheltier, ein Schmusetuch oder ein Einschlafritual an. Diese Übergangsobjekte helfen, Sicherheit zu geben und das Bedürfnis nach Trost auf neue Weise zu erfüllen.
Bei jeder Methode ist es wichtig, dass du deinem Kind den Schritt geduldig erklärst und nach der Abgabe des Schnullers konsequent bleibst. Achte darauf, dass dein kleiner Sonnenschein in einer stressfreien Phase entwöhnt wird.