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Die erste Zeit mit Frühchen: Tipps für Eltern

Wenn ein Frühgeborenes das Krankenhaus verlassen darf, ist die Freude groß. Doch auch wenn das Gröbste überstanden ist, gibt es noch einiges zu beachten. In unserem FamilienMoment finden Sie wichtige Tipps und Tricks für die erste Zeit zu Hause.

Entwicklungsschritte

Jedes Kind entwickelt sich in seinem eigenen Tempo

In den ersten Lebenswochen muss sich das Frühgeborene in der neuen Umgebung, die oft viel zu hell und beängstigend ist, zurechtfinden. Es kämpft außerdem mit den körperlichen Folgen der frühen Geburt.

Viele Frühgeborene werden um ihren eigentlichen Geburtstermin herum entlassen, sind zu dieser Zeit aber noch viel leichter als ihre Altersgenossen. Achten Sie daher darauf, dass sich das Gewicht zu Hause im gewünschten Rahmen entwickelt. Auch die Zunahme des Kopfumfangs ist von Bedeutung, da das Gehirn der Kleinen in den ersten Wochen enorm wächst.

Das „korrigierte Alter"

Wie sich ein Frühchen entwickelt, lässt sich kurz nach der Geburt nur schwer voraussagen. Es kann sein, dass Ihr zu früh geborenes Baby die ersten Meilensteine wie Köpfchenheben oder Greifen später erreicht. Ob es generell zu Entwicklungsproblemen kommt, ist noch nicht erkennbar. Um die Fortschritte besser einschätzen zu können, wird das „korrigierte Alter” berücksichtigt: Dafür wird die Zeit von der Frühgeburt bis zum berechneten Geburtstermin vom Alter abgezogen. 

Mögliche Probleme und Spätfolgen

In einigen wenigen Fällen kann es nicht nur zu einer langsameren Entwicklung beim allgemeinen Wachstum kommen, sondern auch zu Problemen und Spätfolgen.  

  • Entwicklungsprobleme: Zu früh geborene Kinder haben oftmals ein schwächeres Immunsystem und sind in den ersten Lebensjahren häufiger krank als ihre Altersgenossen. Zudem sind sie oft kleiner und leichter als Gleichaltrige. Auch ihre geistige Entwicklung kann etwas verzögert sein, schwere Behinderungen durch die übereilte Geburt treten allerdings nur selten auf. Wenn Ihr kleiner Sonnenschein keinen Augenkontakt herstellt oder beim Kuscheln teilnahmslos zu sein scheint, machen Sie sich keine Sorgen: Da für viele Frühchen der neue Alltag sehr anstrengend ist, bleibt manchmal keine Kraft mehr für die soziale Interaktion.
  • Spätfolgen: Nach etwa zwei Jahren haben viele Frühchen ihre Altersgenossen eingeholt, zumindest was die körperliche Entwicklung angeht. Bei der Motorik haben sie oft noch länger Defizite, die teilweise erst auffallen, wenn sie in den Kindergarten oder in die Schule kommen. Weiterhin können Verhaltensauffälligkeiten wie Konzentrationsschwäche und Lernschwierigkeiten, Augenprobleme, Bewegungsstörungen oder Probleme bei der Wahrnehmungsverarbeitung auftreten. Auch leiden viele Frühchen unter einem schwächeren Immunsystem. 

Ernährung

So ernähren sich Frühgeborene richtig

Je nachdem wann oder mit wie viel Gewicht Ihr Sonnenschein auf die Welt gekommen ist, erfolgt in der Anfangszeit eine unterschiedliche Ernährung.

  • Muttermilch und künstliche Nahrung: Auch für Frühgeborene ist Muttermilch die beste Nahrung. Sie stärkt das Immunsystem, fördert das Wachstum und ist genau auf die Bedürfnisse Ihres Sonnenscheins abgestimmt. Hat Ihr Baby keine Probleme mehr mit der Verdauung und kann selbstständig schlucken, bieten Sie ihm so oft wie möglich die Brust an. So wird auch die Milchbildung angeregt. Zusätzlich bekommt es unter Umständen eine spezielle Frühchennahrung, um den Nährstoffhaushalt aufrechtzuerhalten.
  • Ernährung per Sonde: Unreif geborene Frühchen und extrem kleine Frühchen werden neben einer Magensonde über einen Venenzugang mit lebenswichtigen Nährstoffen versorgt. Das bedeutet, dass der Großteil der Ernährung zunächst über eine Infusion läuft. Im Verlauf kann dieser Zugang entfernt werden und die Milchnahrung für Neugeborene sowie die abgepumpte Muttermilch ausschließlich über die Magensonde zugeführt werden. So wird der Magen-Darm-Trakt trainiert und das Wachstum gesteigert. Für Sie als Mutter bedeutet das, dass Sie durch das Abpumpen Ihren Milchfluss in Gang bringen sollten. Selbst wenn Ihr Kleines noch nicht all die abgepumpte Milch trinken kann, ist das ein wichtiger Schritt. Ungefähr ab der 30. Woche können Sie probieren, Ihr Kind anzulegen. Verzweifeln Sie nicht, wenn es nicht sofort klappt: Stillen braucht Übung. Genießen Sie das Anlegen als gemeinsame Kuschelzeit und lassen Sie sich und Ihrem Baby Zeit.

Tipps für Eltern

Unterstützung für Eltern von Frühchen 

Die Geburt eines Frühchens ist für Eltern eine emotionale Ausnahmesituation. Statt gemeinsam kuschelnd im Bett zu liegen, finden Sie sich plötzlich erschöpft vom Kaiserschnitt neben einem Brutkasten wieder. Ihr Baby ist voller Kabel und Schläuche und die Besuchszeiten machen es Ihnen unmöglich, Tag und Nacht für Ihr Kleines da zu sein. Informieren Sie sich darüber, wo Sie in dieser Situation Hilfe und Unterstützung erhalten.

Unterstützung und Information im Krankenhaus

Für Sie ist es eine ungewohnte Zeit, aber das medizinische Personal kennt diese Fälle. Sie können sie mit ihrem Wissen und ihrer Erfahrung in dieser Ausnahmesituation unterstützen. Fordern Sie auch Antworten und Informationen ein, wenn Sie diese nicht erhalten.

Finanzielle Hilfen

Je früher Ihr Baby zur Welt kommt, umso mehr Zeit werden Sie im Krankenhaus verbringen. Das stellt viele Eltern nicht nur vor emotionale, sondern auch vor finanzielle Probleme.

Wenden Sie sich an Ihre Krankenkasse, um zu erfahren, welche Unterstützung Sie beantragen können. Von der Fahrtkostenerstattung zum Krankenhaus bis zur Haushaltshilfe und häuslicher Krankenpflege gibt es viele Möglichkeiten. Sollte ein Elternteil nicht gleich wieder arbeiten gehen können, sprechen Sie mit dem Arbeitgeber über Sonderurlaub.

Erweiterter Mutterschutz

Sechs Wochen vor der Entbindung bis acht Wochen danach – so lange dauert normalerweise der Mutterschutz. Ein Frühchen stellt die Planungen auf den Kopf, daher verlängert sich die Mutterschutzfrist auf zwölf Wochen nach der Geburt. Zudem haben Sie Anspruch auf die Tage, die Sie davor nicht nehmen konnten. 

Hilfe suchen

Frühcheneltern durchleben eine Extremsituation, auf die sie sich in den meisten Fällen nicht vorbereiten konnten. Sie haben Angst um das Überleben ihres Kindes und um seinen Gesundheitszustand. Die Mutter leidet womöglich noch unter Schmerzen von der Geburt. Die Zeit auf der Intensivstation und die Organisation rund um die Geschwisterkinder verlangt beiden Elternteilen vieles ab. Um damit umzugehen, brauchen sie von vielen Seiten Unterstützung.

Sprechen Sie mit Ihrem Partner offen über Ihre Gefühle und Ängste und probieren Sie, sich gegenseitig zu stützen. Tauschen Sie sich in Elternselbsthilfegruppen und Gesprächskreisen auch mit anderen Betroffenen aus. Zögern Sie nicht, Ärzte, Pfleger und Schwestern anzusprechen. Zu Hause können Sie sich immer an Ihre Hebamme oder den Kinderarzt wenden. 

Vergessen Sie bei all den Sorgen um Ihr Kind nicht sich selbst. Gönnen Sie sich Ruhephasen, bitten Sie Ihren Partner und die Großeltern um Unterstützung, suchen Sie einen verlässlichen Babysitter für die Geschwister und holen Sie Schlaf nach. Der Haushalt kann warten! 


Häufige Fragen

Was kommt auf Eltern von Frühgeborenen zu?

Viele Fragen, Sorgen und Ängste kommen bei Eltern von Frühgeborenen in dieser Ausnahmesituation auf. Wir haben Antworten auf einige davon.

  • Welche Überlebenschancen haben Frühchen? Ab der 24. Schwangerschaftswoche gelten Babys offiziell als überlebensfähig. Je jünger das Kind ist, desto höher ist die Gefahr von Komplikationen, weshalb die Behandlung in einem spezialisierten Krankenhaus sehr wichtig ist. Frühchen, die unter 500 Gramm wiegen, haben eine geringere Überlebenswahrscheinlichkeit. Ab der 28. Schwangerschaftswoche liegt sie schon bei 95 Prozent.
  • Was ist ein Extremfrühchen? Extreme Frühchen werden vor der 28. Schwangerschaftswoche geboren. Sie wiegen meist unter 1.000 Gramm.
  • Bis wann ist mein Baby ein Frühchen? Babys, die in der 38. Schwangerschaftswoche oder später geboren werden, gelten nicht mehr als Frühchen. 
  • Was begünstigt eine Frühgeburt? Es gibt verschiedene Faktoren, die das Risiko einer Frühgeburt erhöhen können. Dazu zählen beispielsweise Nikotin- und Drogenkonsum in der Schwangerschaft, ein sehr hohes Alter der Mutter, Mehrlingsschwangerschaften oder starkes Übergewicht.
  • Was sind Anzeichen von einer Frühgeburt? Blutungen, vorzeitige Wehen oder ein vorzeitiger Blasensprung kündigen eine Frühgeburt an. Sollten Sie Schmerzen haben oder sich unwohl fühlen, wenden Sie sich sofort an Ihren Arzt oder Ihre Hebamme.
  • Wird bei der Geburt von Frühchen immer ein Kaiserschnitt durchgeführt? Kommt das Baby vor der 32. Schwangerschaftswoche zur Welt, wird es in der Regel per Kaiserschnitt geboren. Danach ist auch eine natürliche Geburt möglich. Damit der Druck auf den Kopf des Kindes nicht zu groß wird, bekommt die Mutter oft einen Dammschnitt.
  • Darf ich mein Frühgeborenes berühren? Auf jeden Fall, das sollten Sie sogar: Körperliche Nähe ist wichtig für die Entwicklung und Bindung. Je kleiner Ihr Kind ist, umso zerbrechlicher wirkt es. Lassen Sie sich von Pflegern und Ärzten zeigen, wie Sie kuscheln können und streicheln Sie Ihr Baby im Brutkasten.
Eine Frühgeburt bleibt in Deutschland zwar dank guter Vorsorge ein seltenes Ereignis, für betroffene Familien ist es jedoch immer ein sehr einschneidender und belastender Lebensabschnitt. Daher sollte eine intensive Betreuung durch Hebammen, Kinder- und Frauenärzte erfolgen. Gynäkologe Dr. Konstantin Wagner

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