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Was ist eine Regenbogenfamilie?

Familien sind bunt, divers und vielschichtig. Was genau eine Regenbogenfamilie ist und welche Möglichkeiten es gibt, sich den Kinderwunsch zu erfüllen, lesen Sie in unserem FamilienMoment.

Definition

Was ist eine Regenbogenfamilie?

Aktuell leben in Deutschland mehrere tausend Kinder in Regenbogenfamilien und die Zahl steigt stetig. Diese Art der Familienkonstellationen sind ein fester Bestandteil der Gesellschaft geworden. In Deutschland definiert das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend eine Regenbogenfamilie als eine Familie, in der mindestens ein Elternteil entweder gleichgeschlechtlich liebt oder transgeschlechtlich lebt.

Es gibt verschiedene Wege, auf denen eine Regenbogenfamilie entstehen kann:

  • Homosexuelle, bisexuelle, transgeschlechtliche oder intergeschlechtliche Menschen beziehungsweise Paare gründen eine Familie.
  • Eine Vater-Mutter-Kind-Familie verändert sich, da ein Elternteil sich in das gleiche Geschlecht verliebt oder sich als transgeschlechtlich outet.
  • Eine Mehrelternfamilie besteht aus Menschen, die sich zusammenfinden, um einen Kinderwunsch zu verwirklichen, aber kein Paar sind.
  • Polykonstellationen sind Familien in Wohngemeinschaften, Kleinfamilien oder an verschiedenen Wohnorten. Rechtlich gesehen gibt es hier nur zwei Elternteile.

Egal, in welcher Konstellation Sie als Familie leben: Alle Formen sind gleichermaßen liebenswert, bereichern unsere Gesellschaft und bieten den Kleinsten ein schönes Zuhause.


Kinderwunsch in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften

Künstliche Befruchtung, Adoption und Co.

Ein Kinderwunsch kann unabhängig von Vorlieben entstehen und kommt nicht nur in traditionellen Frau-Mann-Konstellationen vor. Tatsächlich ist es wissenschaftlich erwiesen, dass eine glückliche und gesunde Kindheit nicht von den Geschlechterrollen der Eltern abhängig ist. Dennoch stehen Regenbogenfamilien oft vor einer Reihe von rechtlichen Herausforderungen und sind Vorurteilen ausgesetzt, wenn sie eine Familie gründen möchten.

Liegt ein Kinderwunsch vor, fällt beispielsweise bei einer Väterfamilie die Option eines leiblichen Kindes weg. Die einzige Möglichkeit ist eine Leihmutterschaft im Ausland. Bei Mütterfamilien treten oft Vorurteile und Schwierigkeiten bei einer Samenspende auf, sodass auch hier der Prozess mitunter in ein anderes Land verlagert wird. Je nach Konstellation gibt es für Sie verschiedene Möglichkeiten, eine Familie zu gründen.

Künstliche Befruchtung

Eine künstliche Befruchtung stellt nur für einen Teil der Regenbogenfamilien eine Möglichkeit dar, eine Familie zu gründen. Mütterfamilien haben die Chance einer Samenspende. Jedoch unterstützen nicht alle Samenbanken und Kinderwunschzentren in Deutschland lesbische Paare beziehungsweise gebärfähige Personen bereitwillig bei einem Kinderwunsch.

Anerkennung der Elternschaft notwendig

Das sogenannte Abstammungsrecht führt bei der künstlichen Befruchtung bei gleichgeschlechtlichen Paaren zu Problemen, da nicht beide Elternteile automatisch rechtlich anerkannt werden. Hierbei tritt eine Ungleichbehandlung von Mütter- und Väterpaaren gegenüber heterosexuellen, verheirateten Eltern zutage: Denn sind Mann und Frau zum Zeitpunkt der Geburt verheiratet, wird er automatisch zum rechtlichen Vater des Kindes. Auch dann, wenn der Nachwuchs durch eine künstliche Befruchtung gezeugt wurde. Handelt es sich jedoch um eine Mütterfamilie, greift diese Regelung nicht. Obwohl beide Frauen verheiratet sind und das Kind bei ihnen aufwachsen wird, muss die nicht-biologische Mutter das Kind adoptieren. Dieser Prozess kann insgesamt sehr viel Zeit, Geld und Mühe in Anspruch nehmen.

Angebote im europäischen Ausland

Um den Ablauf zu erleichtern, wählen Frauenpaare oft den Weg ins Ausland, da in anderen europäischen Ländern – wie den Niederlanden, Dänemark, Belgien oder Spanien – reproduktionsmedizinische Angebote gleichgeschlechtlichen Paaren uneingeschränkt offen stehen. Insgesamt stellt der Prozess einer künstlichen Befruchtung aber auch heute noch einen hohen finanziellen Aufwand sowie eine psychische Belastung dar.

Adoption

Ist bereits ein Kind geboren beziehungsweise adoptiert und beide Seiten möchten rechtliche Eltern werden, muss der Weg über eine sogenannte Stiefkindadoption genommen werden. Dieses Verfahren ist ursprünglich für den Fall gedacht, dass ein neuer Elternteil an die Stelle des leiblichen Vaters oder der leiblichen Mutter tritt. Aber auch gleichgeschlechtliche oder nicht verheiratete Paare können diese Methode wählen. Oft geht eine solche Adoption mit einem hohen Bewährungsdruck, Kontrollen und Eignungsprüfungen durch das Jugendamt einher und kann sehr belastend sein. Allgemeine Voraussetzung ist, dass Sie seit mindestens zwei Jahre verpartnert leben.

Erleichterung der Adoption seit dem Jahr 2017

Wegweisend für eine Erleichterung des Adoptionsprozesses ist das Eheöffnungsgesetz vom 1. Oktober 2017, welches es zwei Personen ermöglicht, unabhängig von ihrem Geschlecht, eine Ehe einzugehen. Die Eheleute haben damit im Hinblick auf das Steuer-, Familien-, Sorge- und Adoptionsrecht die gleichen Rechte wie heterosexuelle Ehepaare. Alle vor diesem Stichtag geschlossenen Lebenspartnerschaften sind einer Ehe nicht gleichgestellt. Allerdings kann der Beginn der Ehe auf ein früheres Datum gelegt werden, welches mit der geschlossenen Lebenspartnerschaft übereinstimmt.

Das bedeutet, dass Sie als Eheleute dieselben Rechte bei einer Adoption haben wie heterosexuelle Ehepaare. Bei einer eingetragenen Lebenspartnerschaft ist das nicht der Fall, da diese nicht durch das Grundgesetz geschützt ist. Das Adoptivkind des Lebenspartners oder der Lebenspartnerin könnte dann nur schrittweise adoptiert werden. 

Ob und wie unkompliziert eine Adoption möglich ist, hängt letzten Endes vom örtlichen Jugendamt ab. Glücklicherweise sind Diskriminierungen heutzutage selten, mit einer gewissen Ablehnung müssen Sie als gleichgeschlechtliche Eheleute trotzdem rechnen.

Adoption im Ausland

Insgesamt sind Angebot und Nachfrage an Adoptivkindern in Deutschland sehr unausgeglichen, sodass Regenbogenfamilien vermehrt Kinder aus dem Ausland oder Pflegekinder adoptieren, die bereits längere Zeit mit einem Mütter- oder Väterpaar gelebt haben. Sollten Sie ein Kind aus einem anderen Land adoptieren, muss das in Deutschland offiziell anerkannt werden.

Pflegekind

Eine weitere Möglichkeit, wie Sie als gleichgeschlechtliches Paar eine Familie gründen können, ist die Aufnahme eines Pflegekindes. Anders als bei einer Adoption handelt es sich bei ihnen um Kinder, die in ihrer Herkunftsfamilie nicht sicher aufwachsen können.

Vermittlung über das Jugendamt

Eltern geben ihr Sorgerecht nicht freiwillig ab. Jugendämter vermitteln diese Fälle gleichermaßen an heterosexuelle sowie homosexuelle Partner oder Alleinstehende. Normalerweise ist es üblich, dass die Kleinen in der Pflegefamilie bleiben, bis sie erwachsen sind. Der Kontakt zu den leiblichen Eltern wird oft gehalten.

Spätere Adoption

Der wesentliche Unterschied zu Adoptivkindern ist, dass Pflegekinder formal und gesetzlich das alleinige Kind der biologischen Eltern bleiben. Dennoch stellt eine Pflegeelternschaft eine schöne Möglichkeit dar, eine Familie zu gründen und einem Kind ein liebevolles Zuhause zu schenken. Sobald das Pflegekind volljährig ist oder die leiblichen Eltern ihr Sorgerecht aufgeben, ist eine Adoption möglich.

Leihmutterschaft

Von einer Leihmutterschaft spricht man, wenn das eigene Baby von einer anderen Frau ausgetragen wird. Die Gründe, sich für diese Methode der Familiengründung zu entscheiden, sind vielfältig. Oftmals spielen gesundheitliche oder körperliche Ursachen eine Rolle. Es werden dabei verschiedene Formen unterschieden:

  • Von einer traditionellen Leihmutterschaft spricht man, wenn die Frau, die das Kind austrägt, ihre eigenen Eizellen zur Verfügung stellt, die durch die Samen des Wunschvaters befruchtet werden. Diese Methode ist nicht weit verbreitet, da es viele rechtliche Hürden gibt.
  • Bei einer Gestationsleihmutterschaft ist das Baby das genetische Kind des Paares mit Kinderwunsch. Dabei wird bei Hetero-Familien der Frau eine Eizelle entnommen, diese im Labor von ihrem Partner befruchtet und dann in die Gebärmutter der Leihmutter eingesetzt. Männerpaare nutzen eine Eizellenspenderin. Die Eizelle wird mit dem eigenen Sperma befruchtet und anschließend der Leihmutter eingesetzt.
  • Lesbische Paare mit Kinderwunsch können eine Samenspende in Anspruch nehmen. Das wird jedoch nicht immer von der Krankenkasse unterstützt. Es ist möglich, dass Sie für die Umsetzung ins Ausland reisen müssen.

Die Handhabung fällt weltweit sehr unterschiedlich aus. In Deutschland und einigen anderen Ländern ist eine Leihmutterschaft rechtlich nicht erlaubt. In Großbritannien ist sie gestattet, darf jedoch nicht gegen Bezahlung stattfinden, sondern nur auf einer freiwilligen und selbstlosen Basis.

Entlohnung der Leihmutter

In der Ukraine oder einigen US-Staaten ist eine kommerzielle Durchführung möglich, das heißt, es findet eine finanzielle Entlohnung statt. Der Weg in die USA ist rechtlich geregelt und somit für deutsche Paare leicht umzusetzen. Sollten Sie sich dafür entscheiden, wird Ihnen automatisch eine deutsche Staatsbürgerschaft für Ihr Neugeborenes garantiert. Die Rückreise nach Deutschland ist bereits wenige Wochen nach der Geburt möglich. Dort folgt die Anerkennung der Geburtsurkunde durch ein deutsches Gericht. Allem voran steht immer eine umfangreiche rechtliche Beratung.


Herausforderungen

Der Druck, sich als gleichwertige Familie in der Gesellschaft beweisen zu müssen

Kinder entwickeln sich in Mütter- und Väterfamilien genauso gut wie in anderen Konstellationen. Leider ist das Leben von Regenbogenfamilien trotzdem noch lange nicht frei von Herausforderungen. Es kommt immer wieder zu Situationen, in denen Sie oder Ihre Kinder auf Nachfragen reagieren müssen, die Ihre Familie betreffen. Dazu gehören unter anderem:

  • Viele Paare müssen sich in Ihrem Umfeld oder innerhalb der eigenen Familie für Ihren Kinderwunsch rechtfertigen.
  • Es bestehen Hürden bei der Verwirklichung des Kinderwunsches, wie beispielsweise Umwege bei einer Adoption oder Leihmutterschaft.
  • Sie erleben Diskriminierungen durch das Umfeld, auch gegenüber Ihren Kindern. Besonders im schulischen Umfeld erfahren die Kleinen oft unangenehme und befremdliche Situationen.
  • Oft fühlen Regenbogenfamilien den Druck, sich in der Gesellschaft als gleichwertige Familie beweisen zu müssen.
  • Lebenswirklichkeiten von Regenbogenfamilien finden sich selten in Geschichten, Büchern oder Filmen wieder.
  • Im Alltag werden Regenbogenfamilien oft bei Angeboten speziell für Familien diskriminiert oder müssen sich unangenehmen Nachfragen und Diskussionen stellen. Auch in Formularen von Ämtern wird nur je ein Feld für „Mutter” und „Vater” genannt, eine Änderung zu „Elternteil“ wurde bislang nicht durchgeführt.
  • Die Beantragung von Elterngeld dauert in der Regel deutlich länger, da es oftmals Klärungsbedarf gibt.
  • Besonders Väterfamilien stoßen im Alltag immer wieder auf Herausforderungen, zum Beispiel gibt es auf Herrentoiletten selten einen Wickeltisch.

Oft werden gleichgeschlechtliche Elternpaare mit Anfeindungen konfrontiert. Sie erhalten aber auch Anerkennung und Zuspruch. Letztendlich sind Regenbogenfamilien normale Familien, die den Alltag meistern und mit ihren Kindern glücklich sein möchten.


Unterstützungsangebote

Regenbogenportal des Bundesministeriums oder Austausch in sozialen Netzwerken

Verschiedene Beratungsangebote und Portale bieten Unterstützung bei Problemen und Herausforderungen: Eine gute Anlaufstelle ist das Regenbogenportal des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, das wiederum spezifische, weitere Angebote bündelt.

Zudem kann es – abseits der behördlichen Stellen – vor allem in der heutigen Zeit hilfreich sein, sich in den verschiedenen sozialen Netzwerken persönlich mit Regenbogenfamilien und Familien aller anderen Konstellationen auszutauschen. Ein direkter Austausch gibt Ihnen nicht nur ein positives Gefühl der Gemeinschaft, sondern kann auch viele Fragen klären und teilweise sogar dabei helfen, mit Vorurteilen und Mythen aufzuräumen.

Auf unserem Weg der Familiengründung, mithilfe einer Leihmutter in den USA, war es uns immer wichtig, als Familie gesehen zu werden. Wir sind zwei liebende Menschen, die sich über zehn Jahre Beziehung entwickelt und geformt haben. Die Geburt unserer Tochter war für uns das schönste Erlebnis in unserem Leben. Eine Regenbogenfamilie zu sein, grenzt uns nicht vom „Familie sein“ ab. Horst und Manuel Pfister, Papas einer kleinen Tochter, vom Instagramkanal @2.be.good.dads

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