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CTG: So wird dein Baby begleitet

Während der Schwangerschaft werden verschiedene Untersuchungen zur Gesundheit von Mutter und Kind durchgeführt, eine davon ist die CTG-Untersuchung. Wie sie abläuft und wann sie stattfindet, liest du in unserem FamilienMoment.

✔️ in Zusammenarbeit mit Dr. med. Konstantin Wagner, Gynäkologe

Definition und Ablauf

Was ist ein CTG?

Das CTG ist eine nichtinvasive Untersuchungsmethode, die ohne Eingriff in den Körper erfolgt. Dabei werden mithilfe von Sensoren auf der Haut der Mutter die Wehentätigkeit sowie die Herztöne des Babys gemessen. Diese Daten werden in Echtzeit aufgezeichnet und können Ärzten oder Hebammen helfen, den Zustand des Babys und den Verlauf der Geburt zu überwachen. Zusätzlich zu den technischen Begriffen wie Kardiotokografie und CTG ist auch die umgangssprachliche Bezeichnung Wehenschreiber weit verbreitet, da der Fokus oft auf der Messung der Wehen liegt. Ein weiteres Synonym ist Toco, welches sich aus der Kurzform für Tokographie ableitet und die Überwachung der Wehentätigkeit betont.

Das CTG gibt nicht nur Aufschluss darüber, ob dein Baby ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird, sondern zeigt auch, ob und wie regelmäßig Wehen auftreten. So können Ärzte und Hebammen früh erkennen, ob sich die Geburt bereits ankündigt, wie intensiv die Wehen sind und ob der Geburtsverlauf Unterstützung braucht.


Anwendung

Wann wird ein CTG gemacht?

Das CTG wird je nach Situation in der Schwangerschaft sowie vor und während der Geburt eingesetzt. Es gibt wichtige Hinweise auf den Zustand deines Babys und die Aktivität deiner Gebärmutter. Wann und wie häufig ein CTG sinnvoll ist, richtet sich nach deiner individuellen Situation und dem bisherigen Verlauf.

  • Während der Schwangerschaft: Technisch gesehen ist das Schreiben eines CTG ungefähr ab der 24. Schwangerschaftswoche möglich. In den gynäkologischen Praxen wird diese Untersuchung jedoch meist ab der 28. bis 30. Schwangerschaftswoche durchgeführt. Je nach Verlauf der Schwangerschaft und den Befunden wird die Untersuchung in der Regel alle zwei bis vier Wochen wiederholt. Nach dem errechneten Entbindungstermin wird das CTG häufiger durchgeführt, oftmals alle zwei Tage.
  • Während der Geburt: Während der Geburt wird in der Regel zeitweise ein CTG durchgeführt, um den Zustand des Kindes zu überprüfen und Komplikationen frühzeitig zu entdecken. Falls dir eine kontinuierliche CTG-Überwachung empfohlen wird, bedeutet das nicht, dass du ständig liegen oder sitzen musst. Viele Kliniken nutzen Funksensoren, die kabellos Daten übermitteln und dir so mehr Bewegungsfreiheit lassen.

Gesetzliche Schwangerschaftsvorsorge

Die Schwangerschaftsvorsorgeuntersuchungen in Deutschland sind gesetzlich geregelt, um die ärztliche Betreuung der werdenden Mütter und die Dokumentation im Mutterpass zu gewährleisten. Diese Richtlinien legen fest, welche Untersuchungen in welcher Phase der Schwangerschaft durchgeführt und wie sie dokumentiert werden. Seit Dezember 2023 ist der Einsatz von CTG-Untersuchungen nur noch bei bestimmten Indikationen erforderlich.

Obwohl die neue Regelung weniger CTG vorsieht, setzen viele Ärzte diese weiterhin routinemäßig ein. Das liegt einerseits am Sicherheitsbedürfnis, denn viele Schwangere empfinden das CTG als beruhigend. Außerdem wird es oft aus Haftungsgründen gemacht – der Arzt kann so dokumentieren, dass zu dem Zeitpunkt alles in Ordnung war. Wenn du Fragen hast oder ein CTG ausdrücklich durchführen oder ablehnen möchtest, solltest du das Gespräch mit deinem Gynäkologen suchen.

Wann ist ein CTG medizinisch notwendig? 

Wenn es den Verdacht auf mögliche Komplikationen während der Schwangerschaft oder der Geburt gibt, ist unter Umständen eine regelmäßige oder dauerhafte CTG-Untersuchung medizinisch notwendig. Das ermöglicht ein frühzeitiges Erkennen und Behandeln von Risiken. Gründe für eine Überwachung via CTG können sein: 

  • Mehrlingsschwangerschaften
  • Verdacht auf vorzeitige Wehen
  • drohende Frühgeburt
  • auffällige Herztonveränderungen des Babys 
  • Schwangerschaftskomplikationen, zum Beispiel Blutungen, untypische Schmerzen, Plazentainsuffizienz, hoher oder niedriger Blutdruck
  • Überschreitung des Geburtstermins
  • Schwangerschaftsdiabetes
  • Schwangerschaftsvergiftung
  • Umschlingung der Nabelschnur und mögliche Unterversorgung des Kindes
  • grünes Fruchtwasser
  • hohes Fieber der Mutter
  • Geburtsstillstand
  • lang anhaltende Wehen 
Das Schreiben eines CTG in der Schwangerschaft ist kein unumstrittenes Thema. Die Leitlinie und die Mutterschaftsrichtlinien sagen ganz klar, dass bei einer Schwangerschaft ohne besondere Risiken kein CTG vor der Geburt geschrieben werden sollte. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass es keinen Nutzen durch ein CTG bei einer unauffälligen Schwangerschaft gibt.  Gynäkologe Dr. med. Konstantin Wagner

Ablauf

Wie läuft eine CTG-Untersuchung ab?

Beim CTG werden zwei Sensoren auf den Bauch der Mutter gelegt und mit einem Gummigurt fixiert. Die Untersuchung dauert etwa 30 Minuten und erfolgt in mehreren Schritten:

  • Positionierung der Sensoren: Zwei Sensoren werden auf dem Bauch platziert. Der erste Sensor misst die Herztöne des Babys, der zweite Sensor erfasst die Wehentätigkeit der Mutter.
  • Ultraschall für die Herztöne: Der Sensor für die Herztöne sendet Ultraschallwellen in den Körper. Das zurückgeworfene Echo wird aufgefangen und die Herztöne des Babys werden in Echtzeit aufgezeichnet.
  • Messung der Wehentätigkeit: Der Drucksensor misst, wie oft und wie stark die Gebärmutter kontrahiert, also wie intensiv die Wehen sind. Die Zahl, die angegeben wird, hat jedoch kaum Aussagekraft. Die Höhe der Ausschläge hängt auch von der Position des Sensors, der Bauchdeckenspannung und der Dicke der Bauchdecke ab.
  • Darstellung der Ergebnisse: Die gesammelten Daten werden in Kurvenform auf Papier oder digital dargestellt. 

Vorbereitung

Tipps für die CTG-Untersuchung

Es gibt einige Dinge, die du beachten kannst, um dich während der Untersuchung wohlzufühlen. Hier sind hilfreiche Tipps:

  • Essen und Trinken: Trinke ausreichend Wasser. Iss bei Bedarf vor der Untersuchung einen kleinen Snack.
  • Kleidung: Trage bequeme Kleidung. Wähle ein Oberteil mit hohem Stretchanteil, das du hochziehen kannst, damit die Sensoren gut am Bauch sitzen.
  • Unterhaltung: Plane, wie du die Zeit für dich nutzen möchtest. Lies ein Buch, höre Musik oder gönn dir bewusst eine kleine Pause. 
  • Entspannung: Mach es dir so bequem wie möglich. Nutze ein Stillkissen, um deine Position zu stützen. Lege dir bei Bedarf eine Decke über Bauch und Beine. Bitte das Personal gern darum, das Licht zu dimmen, damit eine ruhige und angenehme Atmosphäre entsteht.

Auswertung

Auswertung des CTG: Was bedeuten die Kurven? 

Wenn die Untersuchung abgeschlossen ist, schaut sich dein Gynäkologe das Ergebnis an und bespricht es mit dir. Auf dem Ausdruck sind zwei Kurvenverläufe erkennbar: Eine Kurve steht für die Wehentätigkeit, die andere für die Herzfrequenz deines Babys. In manchen Fällen gibt es noch eine dritte Kurve, die deine Herzfrequenz während der Untersuchung zeigt. Abweichungen oder Ausschläge im CTG können verschiedene Gründe haben, die nicht automatisch ein Grund zur Sorge sind. 

Wie werden die Wehen bewertet?

Was als normal angesehen wird, entscheidet der Gynäkologe unter Berücksichtigung deiner individuellen Situation, zum Beispiel etwaiger Vorerkrankungen oder des Drucks des Gurtes. Die Sonden messen die Wehentätigkeit, indem sie die Dauer, Häufigkeit und Intensität der Gebärmutterkontraktionen überwachen. Diese Daten werden im sogenannten Toco-Wert des Tokogramms festgehalten. 

Kontraktionen, die im CTG aufgezeichnet werden, müssen nicht unbedingt Geburtswehen sein. Oft sind es lediglich leichte Gebärmutterkontraktionen, die du möglicherweise gar nicht spürst. Auch wenn du oder dein Kind sich bewegen, kann das zu Ausschlägen führen. 

Wie wird die Herzfrequenz des Babys gemessen?

Die Messung der Herzfrequenz deines Babys erfolgt durch Ultraschallwellen, die in den Körper gesendet und als Echo zurückgeworfen werden. Das CTG errechnet daraus die Herzfrequenz. 

Was ist der FIGO-Score?

Zur Bewertung des CTG wird der internationale FIGO-Score verwendet, ein von der Fédération Internationale de Gynécologie et d’Obstétrique vorgeschlagenes Bewertungsschema. Dieser legt dafür verschiedene Faktoren zugrunde:

  • Grundfrequenz: Herzschläge pro Minute
  • Bandbreite: Schwankungen in der Herzfrequenz
  • Dezeleration: verlangsamter Herzschlag

Die Auswertung findet dabei in drei Kategorien statt: 

  1. Wenn alle Werte unauffällig sind, geht es deinem Baby aller Wahrscheinlichkeit nach gut.
  2. Wenn eines der Kriterien abweicht, wird dieser Wert genauer betrachtet und beurteilt, gegebenenfalls wird ein weiteres CTG aufgezeichnet.
  3. Wenn zwei Werte abweichen, kann eine engmaschigere Kontrolle angeordnet werden.

Wie werden die Kindsbewegungen bewertet?

Wenn sich das Kind bewegt, steigt die Herzfrequenz in der Regel. Moderne Geräte können diese Bewegungen separat aufzeichnen und als kleine senkrechte Striche auf dem CTG ausgeben. Diese Bewegungen kannst du in der Regel auch selbst deutlich spüren.

Welche CTG-Werte sind normal?

Ein normales CTG zeigt eine Herzfrequenz des Babys zwischen 110 und 160 Schlägen pro Minute und eine gewisse Schwankung der Herzfrequenz. Die Wehentätigkeit ist abhängig von der Phase der Schwangerschaft beziehungsweise der Geburt.

Wann ist ein CTG auffällig?

Ein CTG wird als auffällig betrachtet, wenn einer oder mehrere der folgenden Faktoren nicht im normalen Bereich liegen:

  • Herzfrequenz des Babys außerhalb von 110 bis 160 Schlägen pro Minute
  • starke oder auffällige Veränderungen der Herzfrequenz des Babys, zum Beispiel wenn der Herzschlag plötzlich deutlich langsamer oder schneller wird
  • ungewöhnlich starke oder häufige Wehen

Was macht man bei einem auffälligen CTG?

Wenn das CTG auffällige Werte zeigt, wird eine engmaschigere Kontrolle empfohlen. Mögliche Maßnahmen sind:

  • Es wird ein weiteres CTG durchgeführt, um die Werte zu überprüfen.
  • Es werden diagnostische Tests wie Ultraschall oder Blutuntersuchungen angeordnet.
  • In manchen Fällen kann eine Geburtseinleitung oder ein Kaiserschnitt notwendig werden, um das Baby zu schützen.

Über Dr. med. Konstantin Wagner

Gynäkologe

Portrait: Dr. med. Konstantin Wagner

Dr. med. Konstantin Wagner ist Facharzt für Gynäkologie und Geburtsmedizin und arbeitet als niedergelassener Arzt in seiner Praxis in Kassel. Darüber hinaus teilt er als Medizin-Influencer sein Fachwissen über Social-Media-Plattformen und bietet Onlinekurse zu verschiedenen Themen an, um die gesundheitliche Aufklärung für Frauen jeden Alters zu fördern. Bei FamilienMomente informiert er rund um die Themen Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett.


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