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Frühchen: Wissenswertes für werdende Eltern

Immer wieder passiert es, dass Babys deutlich vor dem Geburtstermin das Licht der Welt erblicken. Dadurch fehlt ihnen wichtige Zeit im schützenden Bauch der Mutter. Erfahren Sie mehr über die Ursachen von Frühgeburten, welche Risikofaktoren es gibt und was Sie im Krankenhaus beachten sollten.

Definition

Wann sprechen Ärzte von einem Frühchen?

Nur fünf Prozent der Kinder kommen am errechneten Geburtstermin zur Welt, die meisten Babys werden in den 14 Tagen vor und nach dem Termin geboren.

Von einer Frühgeburt spricht man, wenn Sie Ihr Kleines vor der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche entbinden oder die Geburt in dieser Zeit eingeleitet werden muss. Frühchen sind nicht nur besonders klein und zart, die Organe sind zudem nicht voll ausgereift. Wie sehr diese Entbindung den Start ins Leben erschwert und dem Kind darüber hinaus Probleme machen kann, kommt auf den Geburtszeitpunkt an. 

Einteilung nach Geburtsgewicht

Abängig vom Geburtsgewicht wird in Fachkreisen folgende Unterscheidung vorgenommen:

  • Frühchen mit niedrigem Geburtsgewicht: Bei den sogenannten „Low-Birth-Weight-Infants", kurz „LBW”, liegt das Gewicht bei unter 2.500 Gramm.
  • Frühchen mit sehr niedrigem Geburtsgewicht: In die Gruppe der „Very-Low-Birth-Weight-Infants", kurz „VLBW“, werden Frühgeborene eingeteilt, die weniger wiegen als 1.500 Gramm.
  • Frühchen mit extrem niedrigem Geburtsgewicht: Diese „Extremely-Low-Birt-Weight-Infants" liegen beim Geburtsgewicht unter 1.000 Gramm.

Ursachen

Warum kommt es zu einer Frühgeburt?

Wird Ihr Kind weit vor dem errechneten Entbindungstermin geboren, beginnt eine anstrengende Zeit. Womöglich muss Ihr kleiner Sonnenschein noch einige Wochen im Krankenhaus bleiben.

Machen Sie sich auf keinen Fall Vorwürfe: Manchmal kann trotz aller Vorsicht und der ärztlichen Betreuung nichts gegen eine frühe Geburt unternommen werden. Die Ursache bleibt unter Umständen für immer unklar.

Psychische Belastungen während der Schwangerschaft

Normale Sorgen und Nöte sind keine Gründe für eine Frühgeburt, auch wenn sich dieser Mythos hartnäckig hält.

Wenn Sie allerdings unter extremem Stress leiden, sich Tag und Nacht mit belastenden Dingen beschäftigen oder Sie nicht mehr zur Ruhe kommen, steigt die Anfälligkeit für Krankheiten, verursacht durch ein Ungleichgewicht im Immunsystem. Das wirkt sich unter Umständen auf den Hormonhaushalt der werdenden Mama aus, insbesondere der Progesteronspiegel kann sinken. Dieser ist für die Aufrechterhaltung der Schwangerschaft sehr wichtig. So kann es zu einer Entbindung weit vor dem errechneten Termin kommen. Aber auch gesunde und problemlose Schwangerschaften können mit einer überraschend frühen Geburt enden.

Mehrlingsschwangerschaft

Doppeltes Glück, aber auch doppelte Sorgen: Die Schwangerschaft mit zwei oder mehr Babys ist nicht immer einfach. Bei Mehrlingsschwangerschaften ist das Risiko einer Frühgeburt höher. Vorwehen treten häufiger auf.

Achten Sie gut auf sich und schonen Sie sich vor allem im letzten Drittel der Schwangerschaft. Zwillinge kommen oft um die 37. Schwangerschaftswoche zur Welt, Drillinge oder Vierlinge sogar noch früher. Die Gebärmutter wird durch das Gewicht der Kinder stärker gedehnt und auf dem Muttermund lastet ein größerer Druck – und so entstehen Wehen.

Medizinische Risikofaktoren

Es gibt Risikofaktoren, die eine Frühgeburt begünstigen und zu Komplikationen in der Schwangerschaft beitragen können. Fehlbildungen der Gebärmutter oder der Plazenta werden meist schon bei den Vorsorgeuntersuchungen entdeckt, können aber eine frühzeitige natürliche Entbindung oder einen Kaiserschnitt notwendig machen. Bei Beschwerden sollten Sie daher zeitnah Ihren Arzt aufsuchen. Folgende Risikofaktoren können eine Frühgeburt begünstigen:

  • Nikotin- oder Drogenkonsum
  • Zahnfleischerkrankungen
  • vorausgegangene Frühgeburten
  • Infektionserkrankungen der Harnwegs- oder Geschlechtsorgane
  • Operationen an der Gebärmutter
  • Plazentainsuffizienz: eingeschränkte Funktionstüchtigkeit des Mutterkuchens
  • genetische Defekte und Fehlbildungen bei ungeborenem Kind
  • sehr junges oder überdurchschnittlich hohes Alter der Mutter
  • starke körperliche Belastungen 

Vorbeugung

Das können Sie tun, um das Risiko einer Frühgeburt zu verringern

Bei rund 40 Prozent der Frühgeburten bleibt unklar, warum es dazu kam. Deshalb ist es wichtig, dass Sie sich und Ihren Körper während der Schwangerschaft genau beobachten und gut für sich und Ihr Ungeborenes sorgen. Wenn Sie sich nicht wohlfühlen oder wegen körperlicher Veränderungen unsicher sind, sprechen Sie Ihren Arzt oder Ihre Hebamme darauf an. Verringern Sie Ihr Risiko, indem Sie sich an folgende Empfehlungen halten:

  • Vermeiden Sie große körperliche Belastungen und schweres Heben mit einem Gewicht ab 15 Kilogramm.
  • Versuchen Sie die Ursachen für hohe psychische Belastungen aus der Welt zu räumen oder holen Sie sich Unterstützung. 
  • Verzichten Sie auf giftige Substanzen wie Zigaretten, Alkohol oder auf den Einsatz von Lösungsmitteln.
  • Achten Sie auf eine normale Gewichtszunahme.
  • Nehmen Sie die Vorsorgeuntersuchungen bei Ihrem Arzt oder Ihrer Hebamme wahr. 

Kann eine drohende Frühgeburt hinausgezögert werden?

Eine Frühgeburt kündigt sich zum Beispiel mit Wehen, Blutungen oder einem verkürzten Gebärmutterhals an. Wenn es noch keinen Blasensprung gab, wird alles dafür getan, die Schwangerschaft fortführen zu können. So kann sich Ihr Baby weiter entwickeln und reifen. Ärzte setzen in solchen Fällen wehenhemmende Mittel und Magnesium zur Entspannung der Gebärmuttermuskulatur ein. Auch Kortison zur Lungenreifung oder Antibiotika, die Infektionen beim Kind vorbeugen, kommen zum Einsatz.

Sollte es zum Blasensprung gekommen sein oder ist der Muttermund mehr als drei Zentimeter geöffnet, kann die Geburt meist nicht länger hinausgezögert werden.


Besonderheiten

Was Sie vor und nach der Geburt beachten sollten

Für Sie als werdende Eltern beginnen mit der Geburt besondere und intensive Stunden. Was die Zeit vor und nach der Entbindung mit einem Frühchen so besonders macht, haben wir für Sie zusammengefasst:

Wahl des Krankenhauses

Zeichnet sich die Frühgeburt ab, nutzen Sie die verbleibende Zeit, um nach einem geeigneten Krankenhaus zu suchen. Ideal ist eine Klinik mit Perinatalzentrum. In diesem Zentrum stehen Ihnen alle medizinischen Möglichkeiten zur Verfügung. Es gibt Intensivpflegeplätze für Neugeborene und Sie haben erfahrene Ärzte und Schwestern an Ihrer Seite. Sie vermeiden dadurch eine Verlegung Ihres Babys in eine andere Klinik, die im schlimmsten Fall eine Trennung von Ihrem Kind bedeutet.

Recherchieren Sie nach Kliniken in Ihrer Nähe, die auf Frühchen spezialisiert sind und somit ein routiniertes und erfahrenes Team haben. Bietet die Intensivstation für Frühgeborene, die auch als neonatologische Intensivstation bezeichnet wird, die Möglichkeit, Tag und Nacht bei Ihrem kleinen Sonnenschein zu sein? Gibt es alternativ andere Übernachtungsmöglichkeiten wie Elternwohnungen oder wird sogar eine Geschwisterbetreuung angeboten?

Art der Geburt

Eine natürliche vaginale Geburt ist bei Frühchen theoretisch möglich, wird aber nicht immer empfohlen. Die Kleinen sind sehr empfindlich, leiden oft unter Sauerstoffmangel und sind anfälliger für Infekte. Ein Kaiserschnitt ist für sie leichter und mit weniger Risiken verbunden. Vor der 32. Schwangerschaftswoche wird so gut wie immer per Kaiserschnitt entbunden.

Krankenhausaufenthalt nach der Geburt

Wenn Ihr kleiner Sonnenschein das Licht der Welt erblickt hat, wird leider nicht viel Zeit zum Kuscheln bleiben, denn Frühchen werden direkt nach der Geburt intensivmedizinisch versorgt und überwacht. Der Brutkasten hilft ihnen, ihre Körpertemperatur zu regulieren und ermöglicht die Versorgung mit Sauerstoff und Nahrung.

  • Bindung aufbauen: Viele Eltern sind von dem frühen Start ihres Babys völlig überrumpelt und die frisch gebackene Mutter muss sich zusätzlich von den Strapazen der Geburt erholen. Vielleicht trauen Sie sich gar nicht, Ihr Kleines anzufassen, sieht es doch so zerbrechlich aus. Doch Körperkontakt ist sehr wichtig für die Entwicklung, deshalb gibt es das „Känguruhen“: Das Baby wird den Eltern auf die nackte Brust gelegt. Durch den Hautkontakt wird die Bindung und das Vertrauen gefördert. Das ist sogar mit ganz kleinen Frühchen, die noch beatmet werden müssen, möglich. Beim Kuscheln wird das Bindungshormon Oxytocin ausgeschüttet.
  • Langsamer Übergang zur Muttermilch: Viele Frühchen sind zu schwach, um selbst Muttermilch zu trinken oder haben Probleme beim Schlucken. Als Mutter sollten Sie von Anfang an den natürlichen Milchfluss unterstützen und abpumpen, denn sobald das Baby nicht mehr mit einer Magensonde versorgt wird, können Sie es an Ihre Milch heranführen. Die Muttermilch stärkt das schwache Immunsystem der Kleinen. Die Stillberatung im Krankenhaus kann Sie individuell unterstützen und beraten.

Erste Zeit zu Hause

Wie lange Sie mit Ihrem Baby im Krankenhaus bleiben müssen, hängt von der Geburtswoche, den Umständen der Geburt und der Entwicklung Ihres Kindes ab. Viele Eltern haben Sorge, Ihr Frühchen zu Hause nicht versorgen zu können. Sollten Sie sich unsicher fühlen, sprechen Sie die Ärzte und Schwestern an und holen Sie sich Unterstützung. Für Eltern ist es hilfreich, von Anfang an in die Pflege des Babys eingebunden zu werden, um so Sicherheit und Routine zu erlangen.

  • Voraussetzungen für die Entlassung: Um das Krankenhaus verlassen zu dürfen, muss das Baby seine Temperatur halten sowie selbstständig atmen können. Es braucht zudem keine Infusionen mehr und kann gut aus der Flasche oder der Brust trinken. Viele Frühchen dürfen um die Zeit ihres eigentlichen Geburtstermins nach Hause.
  • Tragetuch als Kuschelhilfe: Auch zu früh geborene Babys können in Absprache mit dem medizinischen Personal in ein Tragetuch gelegt werden. Sie kommen dabei zur Ruhe, erfahren Schutz und Geborgenheit. Wenn Sie sich wegen der korrekten Haltung unsicher sind, sprechen Sie Ihre Hebamme an. Übrigens können Sie auch in einem Bonding-Top, das die Mutter überzieht und das Platz für das Baby bietet, wunderbar mit Ihrem kleinen Sonnenschein kuscheln.

Tipps für Eltern

Folgende Tipps helfen Ihnen durch die erste Zeit mit Ihrem Baby:

  • Besorgen Sie ausreichend kleine Windeln und Kleidung in Größe 44.
  • Achten Sie darauf, dass das Kleine gut trinkt und zunimmt.
  • Nutzen Sie die Hebammenbetreuung.
  • Vermeiden Sie Reizüberflutung und schaffen Sie eine ruhige und gemütliche Atmosphäre.
  • Achten Sie auf Hygiene und empfangen Sie keine Besucher mit Erkältung.
  • Fordern Sie Unterstützung ein, wenn alles zu viel wird. Kinder brauchen Eltern, denen es gut geht
  • Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über den Einsatz von Physio- und Osteopathie, um die Entwicklung zu unterstützen.
  • Stillen Sie in Ruhe weiter und holen Sie sich Unterstützung von der Hebamme oder Stillberaterin ein.
  • Sprechen Sie viel mit Ihrem Baby und singen Sie Lieder vor. Die beruhigenden Stimmen der Eltern kennt das Baby bereits aus dem Mutterleib.

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