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Single-Eltern: 7 Tipps für Alleinerziehende

Als alleinerziehendes Elternteil ist der Familienalltag oft schwer zu stemmen. Lies in unserem FamilienMoment, wie du dich entlasten und wo du finanzielle Hilfe beantragen kannst.

✔️ in Zusammenarbeit mit Jennifer Günther, Elterncoach

Soziales Netzwerk

Bitte Familie und Freunde um Unterstützung

Ein Kreis von vertrauten Personen ist wichtig für Erwachsene und Kinder. Er umfasst die Menschen, mit denen du und dein Liebling regelmäßig zusammen seid. Dazu gehören Freunde, Bekannte, Familienmitglieder, Nachbarn, Erzieher, Lehrer oder Trainer.

Der Kontakt mit anderen ermöglicht es deinem Kind, sich emotional und persönlich weiterzuentwickeln. Der Umgang mit Gleichaltrigen und Erwachsenen schult sein Sozialverhalten und hat positive Auswirkungen auf seine Psyche. Auch für dich hat ein großes Netzwerk Vorteile, wenn du beispielsweise Sorgen teilen möchtest oder helfende Hände bei einem Umzug benötigst.

Ein stabiles Umfeld erleichtert den Alltag

Als Single-Mama oder Single-Papa kannst du ohne schlechtes Gewissen Freunde und Familie um Hilfe bitten. Frage die Nachbarin, ob sie dein Kind aus dem Kindergarten abholen würde. Oder besteht die Möglichkeit, dass dein Sonnenschein nach der Schule zu einem Freund geht? Auch die Großeltern freuen sich in der Regel, wenn sie Zeit mit ihren Enkeln verbringen können. Frage Oma und Opa, ob sie dein Kind einmal in der Woche zum Training oder zur Musikschule fahren.

Keiner erwartet von dir, dass du alles allein schaffst. Wenn du für Entlastung sorgst, sind die Zeiten mit deinem Kind umso entspannter. Das tut dir und deinem Schatz gut.


Finanzielle Unterstützung

Informiere dich über deine Ansprüche

Wenn nur ein Gehalt zur Verfügung steht, wird das Geld manchmal knapp. Doch auch in diesen Situationen bist du nicht auf dich allein gestellt. Es gibt verschiedene Angebote, die du als Single-Mama oder Single-Papa in Anspruch nehmen kannst. Das Jugendamt berät dich, welche der Maßnahmen für dich infrage kommen und hilft dir bei den Beantragungen.

Finanzielle Unterstützung für Eltern

Allen Familien und Eltern stehen verschiedene staatliche Unterstützungen für ihre Kinder zu.

  • Elterngeld: Wenn Paare sich die Elternzeit teilen, erhalten sie das Elterngeld für den vollen gesetzlich vorgeschriebenen Zeitrahmen. Wenn nur ein Elternteil die Elternzeit beantragt, steht ihnen nur ein Teil davon zu. Alleinerziehende bekommen das Elterngeld für die gesamte Zeitspanne.
  • Mutterschaftsgeld: Für die Schutzfrist vor und nach der Geburt steht Müttern ein Entgelt zu, das abhängig vom Einkommen ist.
  • Kindergeld: Beim Kindergeld handelt es sich um einen Pauschalbetrag, der unabhängig vom Einkommen festgelegt wird. Der Betrag steigt mit der Anzahl der Kinder.

Finanzielle Unterstützung für Alleinerziehende

Wenn du alleinerziehend bist, kannst du unter bestimmten Voraussetzungen weitere Leistungen geltend machen.

  • Unterhaltszahlungen: Neben staatlichen Unterstützungen steht dir vom anderen Elternteil eine Unterhaltszahlung zu.
  • Unterhaltsvorschuss: Manchmal zahlt das andere Elternteil unregelmäßig oder nicht fristgerecht. In diesem Fall kannst du vom Staat einen Unterhaltsvorschuss erhalten. Der Staat holt sich das Geld von dem anderen Elternteil zurück.
  • Kinderzuschlag für Alleinerziehende: Geringverdiener können zusätzlich zum Kindergeld einen Zuschlag beantragen. Der Betrag ist abhängig vom Einkommen.
  • Entlastungsbetrag: Alleinerziehende Eltern profitieren von einem Steuerfreibetrag, wodurch der Steueranteil reduziert wird. Der Entlastungsbetrag ist an das Kindergeld gebunden. Den Antrag kannst du über das Finanzamt erhalten.

In manchen Bundesländern gibt es weitere Leistungen für Alleinerziehende oder auch Maßnahmen, wie Mutter-Kind-Kuren oder Vater-Kind-Kuren, die dir als Single-Eltern zur Verfügung stehen.

Lade dir hier die praktische Checkliste über die Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung herunter.

Informationen über finanzielle Unterstützung für Alleinerziehende als Download

FamilienMomente - Single-Eltern (1.7 MB)

Kinderbetreuung

Sprich in Kita oder Schule über deine Lebenssituation

Als Mutter oder Vater möchtest du sicher sein, dass dein Kind gut betreut wird, während du arbeitest. Sprich mit den Erziehern oder Lehrern offen über die eigene Lebenssituation als Alleinerziehender. So kannst du bevorzugt behandelt werden. Das kann dir neben dem Rechtsanspruch auf Betreuung, der in Deutschland gilt, sehr helfen. Frage beim Jugendamt nach Informationsmaterialien zu Kitas und Kindergärten, um die passende Einrichtung zu finden.


Umgang mit Ex-Partner

Sorge für klare Absprachen  

Wenn sich ein Paar mit Kindern trennt, beginnt für alle Beteiligten eine schwierige Zeit. Für die gemeinsamen Kinder ist es der Idealfall, weiterhin engen Kontakt zu beiden Elternteilen zu haben.

Lege mit deinem Ex-Partner fest, wann die Kinder bei welchem Elternteil sind und halte dich an diese Absprachen. Das erleichtert die Gestaltung des Alltags und ermöglicht auch deinem Nachwuchs ein gutes Zurechtkommen mit der Situation. Dein Kind erhält dadurch Sicherheit und Orientierung. Freue dich mit deinem Schatz auf seinen Besuch bei dem anderen Elternteil und höre aufmerksam zu, wenn es davon erzählt. So ermöglichst du deinem Kind, die neue Normalität zu akzeptieren und damit zurechtzukommen.

Solltest du mit der Aufteilung des Sorgerechts unzufrieden sein, äußere deinen Frust nicht vor deinem Kind. Suche gemeinsam mit dem Ex-Partner eine Beratungsstelle auf oder nutze den Austausch mit anderen Alleinerziehenden.


Leihgroßeltern

Senioren kümmern sich um Kinder

Eine Betreuung des Kindes durch die Großeltern ist nicht in jeder Familie möglich. Manchmal gibt es keine Großeltern mehr oder der enge Kontakt fehlt. In anderen Fällen ist die Entfernung für regelmäßige Treffen zu groß. Hier können Leihomas und -opas bei der Kinderbetreuung unterstützen und dich als Elternteil entlasten. Auch die älteren Menschen haben dadurch Vorteile: Sie bauen Kontakte zu Kindern auf und finden Wege aus der Einsamkeit. Ebenso wie eine Tagesmutter können die Leihgroßeltern an festgelegten Tagen dein Kind betreuen.

Auf Jobs- und Vermittlungsbörsen von Anbietern wie der Caritas oder der Diakonie findest du potenzielle Omas und Opas. Nutze auch private Kontakte zu Nachbarn oder Freunden.


Kraft tanken

Schaffe dir Freiräume

Viele Alleinerziehende müssen sowohl die Rolle der Mutter als auch die des Vaters übernehmen. Zwischen den Aufgaben im Job und der Betreuung des Kindes bleiben dabei häufig die eigenen Bedürfnisse auf der Strecke. Damit du für deinen Sonnenschein da sein kannst, ist es wichtig, dass du auf dich und deine Gesundheit achtgibst.

Schaffe dir Freiräume abseits des Familienalltags. Suchen dir ein Hobby, gehe zum Sport oder triff dich mit Freunden. Dabei musst du kein schlechtes Gewissen haben. Schließlich bist du nicht nur Mutter oder Vater. Engagiere einen Babysitter, der einmal in der Woche kommt, oder bitte die Großeltern um Unterstützung. Auch dein Kind wird sich über die Abwechslung sicherlich freuen.


Partnerschaft

Rede offen über eine neue Beziehung

Teile deinem Ex-Partner und deinem Kind mit, wenn du eine neue Partnerschaft eingegangen bist. Je offener du mit deinem Nachwuchs redest, desto weniger Eifersuchtsgefühle werden auftreten. Versuche deinem Kind deutlich zu machen, dass es dadurch keinerlei Nachteile erfährt. Stelle den neuen Partner erst vor, wenn du das möchtest und lasse dich nicht dazu drängen. Gib auch deinem Kind ausreichend Zeit für eine Annäherung.

Sorge gut für dich! Denn du bist die Basis für ein entspanntes und schönes Leben als alleinerziehende Mama oder alleinerziehender Papa.  Elterncoach Jennifer Günther

Über Jennifer Günther

Elterncoach

Portrait: Jennifer Günther

Jennifer Günther berät und begleitet Eltern als Coach zu allen Themen rund um Schwangerschaft, Geburt und Erziehungsfragen. Mit den „milo Eltern- & Babykursen” in Köln und Hürth ist sie mit ihrem Team auch vor Ort für Eltern da. In Videos, Podcasts oder Blogartikeln wird sie oft als Expertin interviewt und gibt wertvolle Hilfestellungen für den Familienalltag. Sie unterstützt den Kinderschutzbund und Jugendämter im Bereich der frühen Hilfen und Präventionsangeboten.


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