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Hypnobirthing – eine andere Art der Geburtsvorbereitung

Hypnobirthing, eine Geburtsvorbereitungsmethode mit dem Fokus auf spezielle Entspannungs- und Atemtechniken, findet auch in Deutschland immer mehr Anhängerinnen. Welche Techniken es gibt und wie man sie erlernen kann, erfahren Sie in unserem FamilienMoment.

✔️ in Zusammenarbeit mit Nives Haag, Trainerin für Hypnobirthing

Definition

Was ist Hypnobirthing?

In seinen Grundzügen kann Hypnobirthing als erweiterter Geburtsvorbereitungskurs verstanden werden. Denn die Methode stützt sich auf die Thesen des englischen Geburtshelfers Dr. Grantly Dick-Read, der von 1890 bis 1959 gelebt hat. Seine Annahme war, dass sich Frauen, die Angst vor der Geburt und den damit verbundenen Schmerzen haben, nicht entspannen können und somit eine schwierigere Entbindung haben. Man spricht hier vom sogenannten Angst-Spannung-Schmerz-Syndrom. 

Geburtsvorbereitung mit Hypnose

Ende der 1980er-Jahre entwickelte die Hypnotherapeutin Marie F. Mongan aus dieser These das Konzept des Hypnobirthings. Hier steht die Hypnose, ein durch tiefe Entspannung veränderter Bewusstseinszustand, im Fokus. Die werdenden Mütter versetzen sich dabei durch erlernte Techniken selbst in Trance. Diese Selbsthypnose führt nicht zu einem Wahrnehmungs- oder Kontrollverlust. Die herbeigeführte tiefe Entspannung soll stattdessen zu einer deutlichen Schmerzreduktion und einer schnelleren und besseren Erholung nach der Geburt beitragen. 


Ziele

Besserer Umgang mit der Angst und Stärkung des Selbstvertrauens

In unserer westlichen Gesellschaft wird werdenden Müttern durch Erzählungen von Familienmitgliedern oder Freunden oft eine gewisse Angst vor der Geburt vermittelt. Diese Furcht sorgt in einigen Fällen dafür, dass das Angst-Spannung-Schmerz-Syndrom auftritt und die Entbindung unnötig erschwert wird.

Hypnobirthing versucht, durch das Erlernen von Atem- und Entspannungstechniken, angeleitete Hypnosen, das Wiederholen positiver Glaubenssätze sowie durch die Vermittlung von Wissen, dieser Angst entgegenzuwirken. Das Selbstvertrauen soll dadurch gestärkt werden. Vor allem das Unterbewusstsein gilt es zu überlisten, da dort selbst bei entspannten Müttern die Selbstzweifel sitzen. Darum wird ein regelmäßiges Training der Methode des Hypnobirthings in der Schwangerschaft empfohlen.


Techniken

Atemtechniken, Berührungsmassagen oder Muskelentspannungen

Diese Tiefenentspannung lässt sich durch unterschiedliche Methoden und Techniken herbeiführen. Oft spielt auch der Geburtspartner eine wichtige Rolle bei der Umsetzung. Wir stellen Ihnen die Techniken vor.

Atemtechniken trainieren

Beim Hypnobirthing unterscheidet man zwischen drei verschiedenen Atemtechniken: Ruheatmung, Wellenatmung und Geburtsatmung. Alle drei Methoden versorgen Mutter und Baby mit genügend Sauerstoff und tragen dazu bei, dass einerseits die Gebärmutter in ihrer natürlichen Geburtsarbeit unterstützt wird und gleichzeitig eine angenehme Entspannung im gesamten Körper der Frau eintritt. 

Entspannung zwischen den einzelnen Wellen

Beim Hypnobirthing wird jede Wehe als Welle bezeichnet wird. Denn auch unsere Sprache trägt unbewusst dazu bei, wie wir Erlebtes interpretieren und bewerten. Die Ruheatmung soll die Entspannung zwischen den einzelnen Wellen fördern, sodass die Gebärende sich gut erholen, neue Energie tanken und Kraft schöpfen kann.

Die Wellenatmung konzentriert sich auf die Welle selbst und soll die Frau in der Eröffnungsphase der Geburt „auf der Welle reiten lassen“. Die Gebärende arbeitet mit der Kontraktion anstatt gegen sie. Die Geburtsatmung unterstützt aktiv den Geburtsvorgang und hilft der Mutter, das Kind sanft auf die Welt zu bringen. 

Techniken der Tiefenentspannung während der Geburt

Der Partner nimmt während des Hypnobirthings eine aktive und unterstützende Rolle ein. Deshalb werden in Kursen des Hypnobirthing Entspannungstechniken geübt, die der Geburtsbegleiter durchführen kann. 

Eine Methode ist das sogenannte Ankersetzen, bei welcher durch die Berührungen des Partners eine tiefe Entspannung hervorgerufen wird. Dabei liest dieser einen Text vor und berührt die Frau dabei zu bestimmten Textpassagen an der Schulter. Ziel ist es, dass diese Berührung die Gebärende an einen Ort der tiefen Entspannung bringt. Der Körperkontakt ist ihr Anker. 

"Anstatt eines Schulterankers funktionieren auch Düfte wunderbar. Dabei riecht die Schwangere zum Beispiel an einem bestimmten ätherischen Öl während der Hypnosen. Bei der Geburt wird durch den Geruch dieses Öls die Verknüpfung zur Entspannung wieder hergestellt”, sagt Nives Haag, Hypnose-Coach und Kursleiterin für Hypnobirthing.

Berührungsmassagen durch den Partner

Durch die sogenannte Light-Touch-Massage, die durch den Geburtspartner durchgeführt wird, können bei der werdenden Mutter Endorphine ausgeschüttet werden. Diese entspannen sowohl die Frau als auch das Baby.

Massge durch sanfte Berührungen

Ihr Partner nimmt eine Position hinter Ihnen ein und fährt leicht mit den Fingerspitzen in einer V-Bewegung vom Steißbein entlang der Wirbelsäule bis zu den Ohren. Dort angekommen wird der Hals in Richtung der Ohren massiert. Was sich anfangs ungewohnt und kitzelig anfühlt, kann durch Übung zur deutlichen Entspannung beitragen. Probieren Sie es aus.

Muskelentspannung

Die Muskelentspannung ist ein wichtiger Teil des Hypnobirthings. Hier wird häufig mit der Methode der progressiven Muskelentspannung gearbeitet. Dabei lernen Sie, bestimmte Muskelgruppen willentlich und bewusst anzuspannen, was wiederum zu einer Entspannung des gesamten Körpers führt. 

Visualisierungsübungen

Eine der wichtigsten Übungen ist die so genannte Regenbogenentspannung. Das Hören dieser angeleiteten Meditation ermöglicht der Schwangeren, negative Glaubenssätze und Überzeugungen über die Geburt aufzulösen und durch positive zu ersetzen. So gelingt es den Frauen, Schritt für Schritt zuversichtlicher und gelassener auf ihre bevorstehende Geburt zuzugehen.

Durch das regelmäßige Wiederholen dieser Selbsthypnose trainiert die werdende Mama diesen Tiefenentspannungszustand, der optimalerweise auch bei der Geburt erreicht wird. So können die gewünschten Vorteile von Hypnobirthing auch tatsächlich eintreten.


Kurse

Wann starte ich mit einem Kurs und welche Kosten kommen auf mich zu?

Die Techniken des Hypnobirthing lassen sich teilweise im Selbststudium sowie durch entsprechende Bücher oder Videos erlernen. Um die Techniken nicht nur die Theorie, sondern auch die Praxis korrekt zu verinnerlichen, ist die Teilnahme an einem Kurs vor Ort sinnvoll. So können Sie sich sicher sein, die richtige Anleitung für die verschiedenen Techniken zu erfahren, wodurch das Erleben des Kurses eine ganz andere Qualität hat. Sie können Rückfragen stellen, bekommen individuelle Tipps zur Praxis und Unterstützung bei eventuellen Hürden. Da in den Kursen idealerweise auch Ihr Partner aktiv eingebunden wird, nutzen Sie einen solchen Kursbesuch als gemeinsame Aktivität.

Durch den Boom um das Hypnobirthing sprießen unterschiedliche Kursangebote deutschlandweit wie Pilze aus dem Boden. Informieren Sie sich vor der Buchung bei Ihrer Hebamme oder online über Kurse, die zu Ihnen passen und vereinbaren Sie Kennenlerngespräche. 

Wann ist der beste Startzeitpunkt?

Damit Sie sich auf das Konzept des Hypnobirthing einlassen und mit den verschiedenen Entspannungstechniken auseinandersetzen können, beginnen Sie mit dem Kurs bestenfalls zwischen der 16. und 20. Schwangerschaftswoche. Nebenbei sollten Sie weiter zu Hause üben und sich mit den Techniken vertraut machen. Aber auch ein späterer Einstieg macht durchaus noch Sinn, bis spätestens vier Wochen vor Ihrem errechneten Geburtstermin.

Was kosten Hypnobirthing-Kurse?

Die Kosten für einen Hypnobirthing-Kurs können sehr stark variieren. Hier kommt es auch immer darauf an, ob Sie sich für einen Gruppen- oder Einzelkurs interessieren. Erkundigen Sie sich auch bei Ihrer Krankenkasse, ob diese die Kosten teilweise oder sogar ganz erstatten.


Vor- und Nachteile

Auch mit Hypnobirthing kann die Geburt anders ablaufen als geplant

Obwohl das Hypnobirthing viele Vorteile hat, sind auch einige kritische Stimmen zu hören.

Verspricht die Methode des Hypnobirthing eine schmerzfreie Geburt?

Der Hauptvorwurf ist, dass manchen Frauen bei unprofessioneller Beratung suggeriert wird, dass Sie auf jeden Fall eine komplikationslose, schmerzfreie Traumgeburt erwartet. Tritt diese dann nicht ein oder treten während der Geburt Komplikationen auf, ist es für die werdenden Mutter schwierig, angemessen zu reagieren.

Der Verlauf einer Geburt hängt von vielen Faktoren ab, nicht alle können wir beeinflussen. Darum ist es höchst unseriös, wenn jemand ein bestimmtes Ergebnis verspricht. Bei einem natürlichen Ereignis wie der Geburt ist das nicht möglich. Hypnose-Coach und Kursleiterin für Hypnobirthing Nives Haag

Haben Frauen, die sich mit Hypnobirthing auf die Geburt vorbereiten, einseitige Vorstellungen von deren Ablauf?

Frauen, die sich komplett mit Hypnobirthing auf die Endbindung vorbereiten, kommen häufig mit zu starren Vorstellungen in die Klinik – vom ausgearbeiteten Geburtsplan über die richtige Musik bis hin zu diversen To-do-Listen. Zwar sind das alles sehr sinnvolle Maßnahmen, diese können aber leider nicht immer eingehalten werden.

Genau dann könnte bei werdenden Müttern die Panik einsetzen und der mentale Druck erhöht sich. Die Folge ist, dass die betreffenden Frauen Alternativplänen teils negativ und verschlossen gegenüberstehen, was sich wiederum auf die Geburtserfahrung auswirkt. Sprechen Sie deshalb gerne Ihre Hypnobirthing-Kursleiterin auf diese Thematik an – so können Sie jedem Szenario gelassen entgegenblicken. 

Es ist wichtig, dass Sie sich einerseits über Ihre Möglichkeiten informieren und entsprechend vorbereiten. Andererseits sollten Sie aufgeschlossen bleiben gegenüber dem natürlichen Geburtsprozess. Wenn Sie sich zu sehr auf ein Ideal versteifen, entsteht Druck, mit dem Sie sich möglicherweise selbst im Weg stehen. Akzeptanz ist ein wichtiges Kriterium für ein positives Geburtserlebnis. Hypnose-Coach und Kursleiterin für Hypnobirthing Nives Haag

Über Nives Haag

Trainerin für Hypnobirthing

Porträt: Nives Haag

Nives Haag ist Trainerin für Hypnobirthing, Hypnosecoach und Zweifach-Mama. Ihre Mission ist es, Frauen und Familien zu zeigen, dass ein positives, bestärkendes Geburtserlebnis möglich ist. Mit ihrem Ratgebertext für die FamilienMomente sowie ihrer Marke „Mama by nature“, ihrem Podcast „Mentale Geburtsvorbereitung“ und ihrem Onlineprogramm „Stark in die Geburt“ unterstützt sie Frauen dabei, das Vertrauen in sich und ihren Körper wiederzuerlangen, um eine selbstbestimmte Geburt erleben zu können.


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