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Allergien und Unverträglichkeiten in der Schwangerschaft

Eine Schwangerschaft schützt nicht vor Allergien oder Unverträglichkeiten. Was Sie als Betroffene beachten sollten und welche Behandlung in dieser Zeit möglich ist, lesen Sie in unserem FamilienMoment.

✔️ in Zusammenarbeit mit Dr. med. Konstantin Wagner, Gynäkologe

Erstmaliges Aufreten in der Schwangerschaft

Ist eine Schwangerschaft ein möglicher Auslöser für eine Allergie?

Eine Schwangerschaft bedeutet für Ihren Körper eine große Umstellung. Schließlich entwickelt sich in ihm neues Leben. Er muss viel leisten, damit das Baby gesund auf die Welt kommt.

Auch bei schwangeren Frauen zeigen sich in Stresssituationen Allergien und andere körperliche Reaktionen. Eine Schwangerschaft kann eine Allergie zwar nicht auslösen, aber durch sie kann sie erstmals in Erscheinung treten. Die genauen Zusammenhänge sind noch nicht ausreichend erforscht.

Ist ein Allergietest in der Schwangerschaft ratsam?

Es ist möglich, dass eine bereits bestehende und noch nicht diagnostizierte Allergie im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge oder einer anderen medizinischen Untersuchung erstmals erkannt wird. Wer in der Schwangerschaft einen Allergietest machen möchte, sollte auf Hauttests verzichten. Hierbei kann es zu einem allergischen Schock kommen. Bluttests hingegen können bedenkenlos durchgeführt werden.


Behandlung von Allergien

Das sollten Sie bei Heuschnupfen, Asthma und Co. beachten

Wenn Sie schon vor der Schwangerschaft unter einer Allergie gelitten haben, werden Sie die Symptome weiterhin begleiten. Durch die Hormonumstellung können beispielsweise gerötete Augen oder eine verstopfe Nase häufiger und stärker auftreten, als Sie es gewohnt sind. 

Aber auch während der Schwangerschaft gibt es wirksame Behandlungsmöglichkeiten für Betroffene. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt auch über die Medikamenteneinnahme. Unter Umständen tauscht er die Arzneien aus oder dosiert sie neu. Bedingt durch die Schwangerschaft gibt es folgende Einschränkungen:

  • Heuschnupfen: Bei juckender und laufender Nase können weiterhin Nasensprays verwendet werden. Achten Sie darauf, dass nur wenig Kortison enthalten ist. Sprays mit dem Inhaltsstoff „Cromoglicinsäure” dürfen verwendet werden, allerdings ist die Wirkung geringer.
  • Asthma: Bei manchen Frauen verbessern sich die Symptome in der Schwangerschaft, bei anderen werden sie stärker. Wichtig ist, dass die Behandlung fortgesetzt wird, damit es nicht zu einem Sauerstoffmangel beim Baby kommt.
  • Hyposensibilisierung: Starten Sie während Ihrer Schwangerschaft nicht mit einer solchen Behandlung. Sollten Sie vorher mit dieser Methode zur Bekämpfung der Allergie begonnen haben, können Sie die Therapie fortsetzen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt das weitere Vorgehen und mögliche Risiken ab.

Hat eine Allergie während der Schwangerschaft Auswirkungen auf das Kind?

Wenn Eltern an einer Allergie leiden, erhöht sich das Risiko, dass auch bei den Kindern eine Überempfindlichkeit auftritt. In der Schwangerschaft kann sich diese Übertragung durch den Kontakt der Mutter mit Allergenen verstärken.

Versuchen Sie daher, nicht mit allergieauslösenden Stoffen in Berührung zu kommen. Achten Sie auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung sowie auf genügend Aktivität. Verzichten Sie auf das Rauchen, auch dies kann Allergien beim Kind auslösen.


Lebensmittelunverträglichkeiten

So verhalten Sie sich bei Unverträglichkeiten richtig

Viele werdende Mütter achten auf eine ausgewogene Ernährung, die sie selbst und ihren Nachwuchs mit allen wichtigen Nährstoffen wie Vitaminen oder Mineralstoffen versorgt.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie wegen einer Unverträglichkeit auf ein Lebensmittel wie beispielsweise Milch verzichten müssen. Wichtig ist, dass Sie die Zufuhr der Nährstoffe trotzdem sicherstellen, beispielsweise über die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln.

Fruktoseintoleranz

Je nachdem, wie stark die Fruktoseintoleranz ausgeprägt ist, sollten Sie als Schwangere auf das ein oder andere achten. Oft kann beispielsweise Obst mit wenig Fruchtzucker gegessen werden. Dazu gehören Honigmelonen, aber auch Bananen und Zitronen. Kennen Sie weitere Früchte, die Sie gut vertragen? Dann greifen Sie bei diesen Sorten zu. Ihr Arzt hilft Ihnen gerne weiter, wenn Sie unsicher sind, ob Sie ausreichend Vitamine zu sich nehmen.

Laktoseintoleranz

Achten Sie als Betroffene auf eine ausreichende Kalziumzufuhr. Der in Milch und Milchprodukten enthaltene Mineralstoff ist entscheidend für den Aufbau der Knochen, der Zähne und der funktionstüchtigen Muskeln und Nerven Ihres Babys. Daher muss Kalzium in ausreichenden Mengen aufgenommen werden.

Je nach Stärke der Laktoseintoleranz kann es hilfreich sein, kleine Mengen von Milch und Milchprodukten zu sich zunehmen, die keine Reaktion auslösen. Joghurt, Sauermilch, Weichkäse und auch probiotische Produkte sind ebenfalls geeignet. Aber auch der Griff zu laktosefreien Artikeln ist durchaus sinnvoll, um körperliche Reaktionen zu meiden, aber dennoch wichtige Nährstoffe zu erhalten.

Unverträglichkeit von Glutamat

Normale Verzehrsmengen von Glutamat sind in der Schwangerschaft unbedenklich für Mutter und Kind. Vertragen Sie Glutamat nicht, sollten Sie auf industriell hergestellte Nahrungsmittel verzichten oder auf Bio-Fertigprodukte zurückgreifen, die ohne oder mit weniger Zusatzstoffen hergestellt werden.

Achten Sie auf den Verpackungen auf diese Inhaltsstoffe: Hinter Hefeextrakt, Tomatenpulver, Sojawürze oder Aroma versteckt sich häufig Glutamat. Kochen Sie daher häufig selbst und verwenden Sie frische Zutaten, um den Geschmacksverstärker zu umgehen.

Zöliakie oder Glutenunverträglichkeit

Frauen, die an Zöliakie, also einer Glutenunverträglichkeit leiden, sollten sich unbedingt auch in der Schwangerschaft glutenfrei ernähren. Das hat allerdings zur Folge, dass der Körper einige Nährstoffe nicht oder nicht in ausreichenden Mengen erhält. Dazu gehört beispielsweise Folsäure, die für die Blutbildung benötigt wird und beim Embryo für seine gesunde Entwicklung sorgt. Auch Selen, das die Körperzellen schützt, und das für den Stoffwechsel wichtige Zink wird unter Umständen in zu geringem Maße aufgenommen.

Achten Sie darauf, die folgenden Nährstoffe in ausreichenden Mengen aufzunehmen. Diese finden sich beispielsweise in folgenden Lebensmitteln:

  • Eisen: mageres Rindfleisch oder Geflügel
  • Folsäure: Spargel, Avocado und Brokkoli 
  • Kupfer und Zink: Rindfleisch, Joghurt und Cashewnüsse
  • Selen: Fisch, Eier und Fleisch, insbesondere Leber

Achten Sie bei tierischen Lebensmitteln immer auf eine ausreichende Garzeit, im rohen Zustand können sie Infektionserreger übertragen. In enger Abstimmung mit Ihrem Arzt beugen Sie so Mangelerscheinungen und gesundheitlichen Konsequenzen wie einer Anämie vor.

Allergien und Unverträglichkeiten können durch die Umstellung in der Schwangerschaft zum Vorschein kommen. Die Behandlung von Beschwerden oder das Vermeiden von auslösenden Substanzen stellt aber in diesen neun Monaten meistens kein Problem dar.  Gynäkologe Dr. Konstantin Wagner

Über Dr. med. Konstantin Wagner

Gynäkologe

Portrait: Dr. med. Konstantin Wagner

Dr. med. Konstantin Wagner ist Facharzt für Gynäkologie und Geburtsmedizin und arbeitet als niedergelassener Arzt in seiner Praxis in Kassel. Darüber hinaus teilt er als Medizin-Influencer sein Fachwissen über Social-Media-Plattformen und bietet Onlinekurse zu verschiedenen Themen an, um die gesundheitliche Aufklärung für Frauen jeden Alters zu fördern. Bei FamilienMomente informiert er rund um die Themen Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett.


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