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Steißlage des Babys: Was bedeutet das?

Babys werden in der Regel mit dem Kopf voran geboren. Bei einer Steißlage dreht sich das Baby vor der Geburt nicht in diese Position. Wir erklären Ihnen die verschiedenen Steißlagen und zeigen Möglichkeiten, wie es doch noch zu einer Drehung kommen kann.

Bedeutung und Gründe

Was heißt es, wenn mein Baby in Steißlage liegt?

Ein Baby wird in der Regel mit dem Kopf voran geboren. Während der Geburt bewegt sich Ihr Kind langsam mit dem Kopf nach unten durch den Geburtskanal. Manchmal kann es aber vorkommen, dass Kinder sich nicht in die Schädellage drehen. Etwa drei Prozent der Kinder werden in Steißlage geboren. Das heißt, sie kommen mit dem Becken beziehungsweise Po zuerst, während der Kopf oben liegt. Der Begriff Beckenendlage ist eine alternative Bezeichnung zur Steißlage.

Warum liegen einige Babys in Steißlage?

Damit Ihr Baby in Kopflage auf die Welt kommen kann, dreht es sich etwa ab dem 7. Schwangerschaftsmonat in Ihrer Gebärmutter. Meist wird die Lage des Kindes in der 34. Schwangerschaftswoche von der Hebamme oder dem Frauenarzt überprüft. Durch die Drehung hat das Kind etwas mehr Bewegungsfreiheit in der Gebärmutter, da sie oben, wo seine ausgetreckten Beine liegen, mehr Platz bietet.

Es gibt verschiedene Gründe, warum die Drehung nicht passiert. Hier einige Beispiele:

  • Bei einer Frühgeburt hatte das Kind nicht genügend Zeit für eine Drehung.
  • Bei Mehrlingsgeburten liegt ein Baby häufig in Steiß- und eines in Kopflage.
  • Das Baby ist sehr groß.
  • Es ist zu wenig Fruchtwasser in der Gebärmutter.
  • Die Plazenta liegt ungünstig.

Positionen des Babys im Mutterleib

Kopf- oder Steißlage

Es gibt verschiedene Steiß- beziehungsweise Beckenendlagen, die das Baby in der Gebärmutter einnehmen kann. Diese werden unterschiedlich benannt und unterteilt. Die reine Steißlage taucht dabei am häufigsten auf, die Knielagen sind am seltensten vertreten.

Kopflage

Mit dem Kopf voran kommen Babys überlicherweise auf die Welt.

Reine Steißlage

Bei der reinen Steißlage liegt der Po des Babys ganz unten Richtung Becken und die Beine sind noch oben gestreckt. In der Haltung ähnelt die Position des Babys einem Klappmesser.

Vollkommene Steiß-Fußlage

In dieser Position zeigt der Po des Babys ebenfalls nach unten. Die Beine sind allerdings nicht nach oben ausgestreckt, sondern das Baby hat eine Art Hockhaltung eingenommen und die Beine liegen eng am Bauch.

Unvollkommene Steiß-Fußlage

Hierbei handelt es sich um eine Mischung aus der reinen Steißlage und der unvollkommenen Steiß-Fußlage. Ein Bein ist zum Bauch gezogen und das andere ist gerade hochgestreckt bis zum Kopf.

Vollkommene Fußlage

Das Baby liegt ganz gerade gestreckt in der Gebärmutter: Der Kopf ist oben, die Füße zeigen zum Becken und kommen somit bei der Geburt auch zuerst.

Unvollkommene Fußlage

Wenn ihr Baby mit einem Fuß nach oben und einem nach unten gestreckt da liegt, befindet es sich in der sogenannten unvollkommenen Fußlage, sozusagen einer Mischung aus der vollkommenen Fußlage und der reinen Steißlage.

Vollkommene Knielage

Das Baby liegt in der Gebärmutter mit dem Kopf nach oben, die Beine hat es nach hinten angewinkelt, als würde es knien.

Unvollkommene Knielage

Die unvollkommene Knielage ist eine Mischung aus der Steiß- und der vollkommenen Knielage. Das heißt, ein Bein ist vorne hochgestreckt bis zum Kopf, das andere nach hinten wie in einer knienden Haltung angewinkelt.


Risiko bei Steißlage

Droht dem Baby Gefahr, wenn es in Steißlage zur Welt kommt?

Eine Steißlage stellt ein Risiko dar, da der Po des Babys die Wände des Geburtskanals nicht so dehnt, wie es der Kopf tun würde. Auch der Muttermund öffnet sich in einem geringeren Ausmaß als bei einer Kopflage. Dies kann in einer Wehenschwäche resultieren und zu Verzögerungen bei der Geburt führen. Eine solche Verlängerung des Geburtsvorgangs kann bedeuten, dass die Nabelschnur eingeklemmt wird und die Sauerstoffversorgung des Babys nicht gewährleistet ist.

Zudem muss bei einer Steißlage überprüft werden, ob der Kopf problemlos durch das mütterliche Becken passt und sich auch genau in das Becken dreht. Dies wird vorab mit einem Ultraschall überprüft.


Sanfte Wendung

Drehung anregen

Damit das Baby sich vor der Geburt doch noch dreht, gibt es die Möglichkeit, eine Wendung von außen durchzuführen oder auch diese durch bestimmte Bewegungen und Haltungen einzuleiten. Wir stellen Ihnen Methoden der sanften Wendung vor.

Indische Brücke

Eine Möglichkeit, eine sanfte Wendung herbeizuführen, ist es, in die Brückenhaltung zu gehen. Legen Sie sich dafür auf den Rücken und lagern Sie die Beine höher als den Kopf, zum Beispiel auf einem Hocker oder einem Stuhl. Die Unterschenkel sollten dabei waagerecht ausgerichtet sein. Heben Sie nun sehr stark Ihr Becken an. Sie kommen dann automatisch in ein Hohlkreuz. Wichtig ist, dass Sie diese Position entspannt halten und ruhig atmen. Versuchen Sie, die Position 10 bis 15 Minuten zu halten. Wiederholen Sie die Übung ein- bis zweimal am Tag.

Die indische Brücke ist für das Kind eine unangenehme Position, dadurch sucht es sich im Idealfall eine neue Lage im Körper und bewegt sich bestenfalls von selbst in die Schädellage. Wenn Sie merken, dass sich an der Position Ihres Babys etwas verändert hat, sollten Sie Ihren Frauenarzt aufsuchen und die Lage per Ultraschall überprüfen lassen.

Moxen

Das Moxen kommt aus der chinesischen Medizin und sollte auf jeden Fall nur in Absprache und unter Anleitung einer Hebamme oder eines Frauenarztes durchgeführt werden. Hierbei wird ein bestimmter Akupunkturpunkt am kleinen Zeh mit Wärme behandelt. Eine Moxa-Zigarre wird täglich in der Nähe dieses Punktes für etwa 10 bis 20 Minuten an beiden Füßen entzündet. Manchmal kann auch eine Akupunktur selbst helfen, eine Wendung Ihres Kindes herbeizuführen.

Taschenlampen-Methode

Die sanfte Lichtwende setzt darauf, dass das Kind durch den Lichtstrahl animiert wird, eine neue Position einzunehmen. Wichtig ist, dass Sie wissen, in welche Richtung Ihr Baby blickt. Verwenden Sie eine leistungsstarke Taschenlampe. Führen Sie den Lichtstrahl dann von der Blickrichtung Ihres Kindes langsam nach unten. Dies können Sie mehrmals hintereinander durchführen. Da Babys neugierig sind, folgen sie dem Licht  mit den Augen und bestenfalls auch mit ihrem Körper.

Chiropraktik

In manchen Fällen hilft auch der Gang zum Chiropraktiker. Er kann die Mutter untersuchen und schauen, welche Übungen helfen können. Meist zielt die Untersuchung darauf ab, die Haltung der Mutter zu korrigieren, da dies die Lage des Kindes beeinflussen kann. Der Chiropraktiker zeigt Ihnen die Übungen und leitet Sie an, sodass Sie diese auch zu Hause durchführen können.


Äußere Wendung

Der Arzt oder die Hebamme greifen ein

Sollten die Maßnahmen für eine sanfte Wendung nicht funktionieren, gibt es noch weitere Methoden. Diese sollten aber unbedingt von einem Arzt oder eine Hebamme durchgeführt werden. Dazu gehört die äußere Wendung. Diese wird meist etwa drei bis vier Wochen vor der Geburt vorgenommen. Aber das ist nicht bei jeder Frau möglich. Es bedarf einer genauen Untersuchung und Einschätzung, ob die äußere Wendung bei Ihnen angewandt werden kann. Ist dies der Fall, bekommen Sie vom Arzt ein wehenhemmendes Mittel, sodass Ihre Gebärmutter möglichst entspannt ist. Dann wird Ihr Arzt mit sanftem Druck auf Ihren Bauch versuchen, das Baby zu wenden. Bei der äußeren Wendung ist es unumgänglich, dass die Herztöne des Babys die ganze Zeit überwacht werden. Auch Sie selbst werden an einen Wehenschreiber angeschlossen, sodass die Risiken minimal gehalten werden können.

Die Erfolgsaussichten bei der äußeren Wendung liegen zwischen 50 und 70 Prozent und der Vorgang kann mehr als zwei Stunden dauern.


Geburt in Steißlage

Vaginale Geburt oder Kaiserschnitt?

Eine Steißlage allein bedeutet noch nicht, dass es zu Komplikationen bei der Geburt kommt oder eine vaginale Geburt nicht möglich ist. Wichtig ist nur, dass alle Gegebenheiten stets im Auge behalten werden, damit notfalls schnell auf widrige Situationen reagiert werden kann.

Vaginal gebären

Eine vaginale Geburt ist möglich, wenn keine Komplikationen auftreten und gewisse Voraussetzungen erfüllt sind. Dazu gehört zum Beispiel das Gewicht Ihres Babys, das 3.500 Gramm nicht überschreiten sollte. Auch der Bauchumfang spielt eine Rolle, er sollte nicht viel kleiner sein als der Kopfumfang. In jedem Fall wird individuell abgewogen, ob eine vaginale Geburt sinnvoll oder ein Kaiserschnitt die bessere Wahl ist.

Kaiserschnitt

Eine Steißlage bedeutet nicht unbedingt, dass ein Kaiserschnitt gemacht wird. Zwar wird dazu in vielen Fällen geraten, aber auch hier wird individuell abgewogen. Gerade die Lage des Kindes, also in welcher der unterschiedlichen Steißlagen es sich befindet, spielt eine Rolle. Auch die medizinische Vorgeschichte, eine Mehrlingsgeburt oder das Geburtsgewicht Ihres Kindes hat Auswirkungen auf die Entscheidung.

Ein Kaiserschnitt stellt in diesem Fall kein besonderes Risiko dar – trotz Steißlage und Kaiserschnitt kann das Baby gesund auf die Welt kommen. Wenn Sie sich unsicher sind, lassen Sie sich die Situation und alle notwendigen Schritte von Ihrem behandelnden Arzt oder der Hebamme erklären.


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