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Tägliche Trinkmenge: Wie viel sollen Kinder trinken?

Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist wichtig für die Gesundheit und die Entwicklung von Kindern. Wie Sie die Trinkmenge Ihres Lieblings im Blick behalten und welche Getränke sich zum Durstlöschen eignen, lesen Sie in unserem FamilienMoment.

Richtwerte und Empfehlungen

Trinkmenge von Kindern

Wasser ist ein Durstlöscher und hält viele wichtige Körper- und Zellfunktionen aufrecht. Damit sich Ihr kleiner Sonnenschein gut entwickeln kann, ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr wichtig.

Um einzuschätzen, wie viel Flüssigkeit ein Kind täglich benötigt, gibt es Empfehlungen, an denen sich Eltern orientieren können. Hierbei spielen Faktoren wie das Alter, das Körpergewicht sowie die körperliche Aktivität des Kindes eine Rolle.

Je aktiver und größer die kleinen Entdecker werden, desto höher wird auch die Trinkmenge, die Kinder zu sich nehmen sollten. Folgende Werte sind dabei eine gute Richtlinie:

1 bis 4 Jahre

820 Milliliter pro Tag

4 bis 7 Jahre

940 Milliliter pro Tag

7 bis 10 Jahre

970 Milliliter pro Tag

Auch feste Nahrung enthält Flüssigkeit und ergänzt den Flüssigkeitshaushalt. Je nach Lebensmittel variiert der darin enthaltene Wasseranteil.

Wovon hängt die tägliche Trinkmenge noch ab?

Wenn der Körper durch übermäßiges Schwitzen bei hohen Außentemperaturen oder durch Bewegung Flüssigkeit verliert, sollte dies durch vermehrtes Trinken ausgeglichen werden. 

Auch bei Magen-Darm-Infekten oder Erkrankungen, bei denen Fieber auftritt, haben Kinder einen erhöhten Flüssigkeitsbedarf. Es ist wichtig, den Wasserverlust, der durch Fieber, Erbrechen oder Durchfall entsteht, auszugleichen. So vermeiden Sie einen Flüssigkeitsmangel. In diesen Fällen wenden Sie sich frühestmöglich an Ihren Kinderarzt.


Gesunde Durstlöscher

Alternativen zu Mineral- oder Leitungswasser

Um den Durst zu stillen, sind Leitungswasser oder Mineralwasser am besten geeignet. Greifen Sie zu folgenden Alternativen, wenn Ihr Kind nicht gerne Wasser trinkt:

  • Ungesüßte Kräuter- oder Früchtetees sind unbedenklich. Diese können bei heißen Temperaturen auch gekühlt serviert werden. 
  • Kindern schmecken auch Gemüsesäfte und Fruchtsaftschorlen gut. Achten Sie bei Fruchtsäften darauf, dass diese zu 100 Prozent aus der Frucht stammen und sie den Kleinen nur verdünnt angeboten werden. Empfohlen wird ein Mischverhältnis von einem Teil Saft auf drei Teile Wasser. Da Fruchtsäfte Fruchtzucker und Säuren enthalten, sollten Saftschorlen eine Ausnahme sein. Ansonsten besteht das Risiko für eine frühkindliche Karies.
  • Selbst zubereitet können Sie den Zuckergehalt beispielsweise bei Limonade gering halten und somit in Maßen eine leckere Getränkealternative für Groß und Klein bereitstellen. 

Ungeeignete Getränke

Verzichten Sie auf Getränke, die viel Zucker enthalten, wie gekaufte Limonaden, pure Fruchtsäfte, Fruchtnektar oder gesüßte Eistees. Weil Kinder viel trinken sollten, können diese in hohen Mengen zu Übergewicht und Zahnkaries führen. Selbstverständlich sind alkohol- und koffeinhaltige Getränke wie Cola, Kaffee, Grün- und Schwarztees nicht für den kindlichen Verzehr geeignet.


Anzeichen für Flüssigkeitsmangel

Dunkler Urin, Verstopfung oder Kopfschmerzen

Während ein geringer Flüssigkeitsmangel durch eine entsprechende Zufuhr behoben werden kann, kann ein großer Verlust an Flüssigkeit besonders bei den Kleinen schnell gefährlich werden. Spätestens wenn Ihr Kind nur wenig trinkt und kraftlos oder apathisch wirkt, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Daneben gibt es noch weitere körperliche Anzeichen, die ein Fehlen von Flüssigkeit im Körper anzeigen können.

Dunkler Urin

Je dunkler die Farbe ist, desto eher liegt ein Flüssigkeitsmangel vor. Scheidet Ihr Kind mehrmals täglich einen farblosen oder hellgelben Urin aus, scheint es ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen.

Verstopfung

Eine verminderte Flüssigkeitszufuhr kann bei Kindern zu einer Verstopfung führen. Ist der Körper mit ausreichend Wasser versorgt, ist der Stuhl in der Regel weicher und die Darmentleerung problemlos möglich. Wenn Ihr Kind über mehrere Tage keinen oder nur sehr festen Stuhl absetzt, Schmerzen bei der Darmentleerung hat oder wiederholt über Bauchschmerzen klagt, sollten Sie Ihren Kinderarzt aufsuchen. 

Kopfschmerzen oder Schwindel

Ein Wassermangel kann sich schnell auf den Kreislauf Ihres Kindes auswirken. Dies macht sich häufig durch Kopfschmerzen bemerkbar und begünstigt das Auftreten eines Schwindelgefühls. Halten diese Schmerzen und Kreislaufprobleme an, ist eine ärztliche Abklärung ratsam.

Trockene Schleimhäute

Verliert der Körper große Mengen an Flüssigkeit und kann diesen Mangel nicht durch Flüssigkeitszufuhr ausgleichen, sind nicht nur die Körperfunktionen eingeschränkt. Auch die Schleimhäute trocknen aus. Anzeichen können beispielsweise eine trockene Mundschleimhaut oder trockene Lippen sein. Auch die Haut wird unelastisch und kann sich zum Beispiel durch stehende Hautfalten bemerkbar machen.

Schwäche oder allgemeine Trägheit

Auch Konzentrationsschwierigkeiten, Schwäche und Antriebslosigkeit können Anzeichen für einen Mangel an Flüssigkeit im Körper Ihres Kindes sein. Lassen Sie Ihr Kind bei solchen Symptomen oder Unklarheiten am besten ärztlich untersuchen.


Tipps für Eltern

So animieren Sie Ihr Kind zum Trinken

Um eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu gewährleisten oder Ihrem Kind das Trinken attraktiver zu machen, haben wir ein paar Tipps gesammelt.

  • Stellen Sie Ihrem Schatz nicht nur zu jeder Mahlzeit ein Getränk hin, sondern sorgen Sie dafür, dass er jederzeit Zugang zu Wasser hat.
  • Passen Sie den Trinkbehälter an das Alter Ihres Kindes an. Sollte er mit einem Becher oder Glas überfordert sein, füllen Sie die Flüssigkeit in eine entsprechende Flasche oder Schnabeltasse um.
  • Durch Lebensmittel wie Gurken und Wassermelonen können Sie Ihrem Kind zusätzlich Wasser zur Verfügung stellen. Auch Obst und Gemüse oder Speisen, zum Beispiel Suppen, versorgen es mit Flüssigkeit.
  • Durch natürliche Farbstoffe, Tees oder Obst- und Gemüsestücke können Sie das Getränk interessant und gleichzeitig schmackhaft gestalten. Hier sollten Sie jedoch darauf achten, dass sich die Kinder beim Trinken nicht an den Inhalten verschlucken.
  • Sorgen Sie mit bunten Bechern sowie mit Strohhalmen aus Papier für viel Spaß beim Trinken.
  • Gehen Sie mit gutem Beispiel voran: Trinken auch Sie genügend Wasser am Tag. 
Auch bei Kleinkindern ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr für die Körperfunktionen und für eine gesunde Entwicklung wichtig. Beim Toben und Spielen gerät das Trinken jedoch oft in Vergessenheit und kann zu einem Flüssigkeitsmangel und in der Folge zum Beispiel zu Bauchschmerzen oder einer Verstopfung führen. Achten Sie daher auf eine ausreichende Trinkmenge und holen Sie im Zweifel ärztlichen Rat ein.  Kinderärztin Dr. Snjezana-Maria Schütt

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