Filialdaten werden geladen.

Ihre Daten werden gesendet.
Online-Marktplatz
Filial-Angebote
Entdecken Sie unsere Filial-Angebote

Online-Marktplatz

Filial-Angebote

FamilienMomente / 17. März 2021

Alles über die Mehrlingsschwangerschaft

Wenn Sie mit Zwillingen oder Drillingen schwanger sind, warten aufregende Zeiten auf Sie. Wie es zu einer Schwangerschaft mit Mehrlingen kommt und welche Frühanzeichen sowie Risiken es gibt, lesen Sie in unserem FamilienMoment.

Frau mit Ultraschallbild von Zwillingen
© Natalya Lys - stock.adobe.com

Schwanger mit Mehrlingen

Wie kommt es zu einer Mehrlingsschwangerschaft?

Nach aktuellen Schätzungen ist in Deutschland jede 27. Geburt eine Mehrlingsgeburt. Laut Definition bedeutet dies, dass während einer Schwangerschaft mindestens zwei Embryonen im Mutterleib heranwachsen und nacheinander, meist nur im Abstand von wenigen Minuten, das Licht der Welt erblicken.

Hormonbehandlungen und künstliche Befruchtungen

Mehrlingsschwangerschaften werden durch unterschiedliche Faktoren begünstigt. So liegt laut Forschern eine der Hauptursachen für eine Mehrlingsschwangerschaft in der steigenden Anzahl von künstlichen Befruchtungen und Hormonbehandlungen, die während einer Kinderwunschbehandlung durchgeführt werden. Da in diesem Prozess eine Stimulierung der Eierstöcke durch Hormone stattfindet und pro Zyklus der Frau bis zu drei Eizellen in die Gebärmutter eingepflanzt werden, entwickeln sich häufig zwei oder sogar drei Eizellen weiter. Eine ideale Voraussetzung für eine Mehrlingsschwangerschaft.

Aber auch Faktoren wie das Alter der Frau und die genetische Veranlagung spielen bei der Entstehung von Mehrlingsschwangerschaften eine große Rolle. So erhöht sich bei älteren Frauen durch hormonelle Veränderungen, die den Eisprung maßgeblich beeinflussen, die Wahrscheinlichkeit, zweieiige Zwillinge auf die Welt zu bringen. Bewiesen ist zudem, dass Sie eher Mutter von Zwillingen, Drillingen oder auch Vierlingen werden, wenn in Ihrer Familiengeschichte bereits Mehrlingsgeburten vorgekommen sind.


Anzeichen

Woran ist eine Mehrlingsschwangerschaft zu erkennen?

Ist der Schwangerschaftstest positiv, steigt die Vorfreude auf den kleinen Sonnenschein bei werdenden Müttern von Tag zu Tag. Ebenso hält sich bei vielen bis zur ersten Untersuchung beim Frauenarzt hartnäckig der Gedanke, dass es sich um mehr als ein Baby handelt, welches im Bauch heranwächst. Mehr über die Frühanzeichen einer Mehrlingsschwangerschaft sowie die erste Ultraschalluntersuchung erfahren Sie im folgenden Abschnitt.

Körperliche Anzeichen

Zu Beginn unterscheiden sich die Symptome einer Mehrlingsschwangerschaft nur gering von denen einer Schwangerschaft mit einem sogenannten Einling. Jedoch kann es sein, dass sich einige der typischen Schwangerschaftsanzeichen stärker bemerkbar machen.

  • Womöglich leiden Sie unter starker Morgenübelkeit. Besonders wenn Sie schon einmal schwanger waren, können Sie das Ausmaß der Übelkeit im Vergleich zur ersten Schwangerschaft gut beurteilen.
  • Da sich der Körper an die zwei oder mehreren kleinen Menschen anpassen muss, die gerade in Ihrer Gebärmutter heranwachsen, treten vor allem im ersten Trimester extreme Müdigkeit und Erschöpfung auf.
  • Sie nehmen in einem früheren Stadium der Schwangerschaft verstärkt Gewicht zu. Grund hierfür ist der Anstieg Ihres Blutvolumens, die Vergrößerung der Gebärmutter, Wassereinlagerungen sowie das Brustwachstum.
  • Bei Ihnen ist ein sehr hoher HCG-Wert, bekannt als Schwangerschaftshormon, messbar. Dieses produziert der Körper bei der Einnistung der befruchteten Eizelle in die Gebärmutter. Festgestellt werden kann das Hormon, und damit auch ein potenziell erhöhter Wert, bereits circa sechs bis neun Tage nach der Befruchtung durch einen Bluttest beim Frauenarzt. Noch eine Woche später ist das HCG auch im Urin nachweisbar, womit die Schwangerschaft durch herkömmliche Tests bestätigt werden kann.

Erkennung durch die erste Ultraschalluntersuchung

Endgültige Sicherheit erhalten Sie erst bei der gynäkologischen Untersuchung und dem ersten Ultraschall zwischen der sechsten und zwölften Schwangerschaftswoche. In dieser Zeitspanne kann der Arzt die Herztöne Ihrer Babys sowie die äußere Körperform sehen.


Formen  

Zwillinge sind die häufigste Form von Mehrlingsschwangerschaften

Bei den meisten werdenden Eltern bleibt die Welt einen kurzen Moment stehen, wenn mehr als nur ein Herzschlag auf dem Ultraschallbild zu erkennen ist.

Zwillingsschwangerschaften

98 Prozent aller Mehrlingsschwangerschaften im vergangenen Jahr waren Zwillingsschwangerschaften.

  • Bei eineiigen Zwillingen, die prozentual ungefähr ein Drittel aller Zwillingsschwangerschaften ausmachen, befruchtet ein einziges Spermium eine Eizelle. Diese teilt sich daraufhin im Laufe des Prozesses in zwei voll entwicklungsfähige Zellen. Aus diesen entstehen zwei Kinder mit identischem Erbgut. Sie haben somit, neben dem gleichen Chromosomensatz, auch immer das gleiche Geschlecht sowie die gleiche Blutgruppe.
  • Wenn zwei Spermien zwei unterschiedliche Eizellen befruchten, entstehen zweieiige Zwillinge. Sie haben wie gewöhnliche Geschwister verschiedenes Erbgut und können sich auch im Geschlecht unterscheiden.

Schwangerschaften mit mehr als zwei Babys

Drillinge, Vierlinge oder Fünflinge entstehen, wenn sich zwei befruchtete Eizellen nochmals spalten. So kommt es beispielsweise zu Drillingen, wenn sich nach der Zwillingsbildung eine der Zellen erneut aufteilt. Auf diesem Wege gibt es zufällige Verteilungen von eineiigen und zweieiigen Mehrlingen innerhalb einer Schwangerschaft.

Frau in den USA brachte Achtlinge zur Welt

Viele Mehrlingsschwangerschaften kommen durch eine Kinderwunschbehandlung zustande. Da in anderen Ländern häufig keine Regelungen bestehen, die vorgeben, wie viele Embryonen einer Frau eingesetzt werden dürfen, gibt es weltweit diverse Rekordhalterinnen. Die sogenannte „Octomum“ aus den USA brachte durch künstliche Befruchtung im Jahr 2009 acht Kinder zur Welt – sechs Jungen und zwei Mädchen. Eine Sensation, denn von den weltweit lediglich sechs dokumentierten Achtlingsgeburten überlebten bis zu diesem Zeitpunkt nur wenige oder keines der Kinder.

Verlauf

Frauen, die mit Mehrlingen schwanger sind, werden intensiv betreut

„Nach ärztlicher Bewertung liegt ein Schwangerschaftsrisiko vor”: Ist dieser Satz im Mutterpass angekreuzt, bekommen werdende Mehrlingsmütter einen Schrecken, da der Begriff „Risiko” mit einer Gefahr für das Wohl des heranwachsenden Lebens und der eigenen Gesundheit verbunden wird. Fest steht, dass circa 80 Prozent aller Schwangeren diesen Vermerk erhalten und die Schwangerschaften dennoch oft ohne große Komplikationen verlaufen.

Was hat es mit dem Begriff „Risikoschwangerschaft”auf sich?

Laut Definition handelt es sich um eine Situation, in der Mutter und Kind während der Schwangerschaft und Geburt eine intensivere medizinische Betreuung erhalten müssen. Sei es durch gesundheitliche Probleme der Mutter oder durch gynäkologische Faktoren wie eine Mehrlingsschwangerschaft. 

Die stetige Kontrolle der Versorgung in der Gebärmutter sorgt auch dafür, dass zwei der größten Risiken, der vorzeitige Blasensprung und damit eine Frühgeburt, eingedämmt beziehungsweise verhindert werden können.   

Ärztliche Betreuung bei Mehrlingsschwangerschaften

Neben der Vermeidung von Stress sollten Sie auf eine sorgfältige medizinische Überwachung in kurzen Abständen achten. Zu Beginn finden alle zwei bis drei Wochen Untersuchungen statt. Diese umfassen neben den Blutdruck- und Gewichtsmessungen in häufigen Fällen eine Blut- und Urinuntersuchung sowie einen Ultraschall. Ab der 28. Woche geht es für Sie dann zusätzlich zu wöchentlichen CTG-Kontrollen, bei denen die Herztöne und mögliche Wehen kontrolliert werden.

Risiko – ja, Problem – nein. Meine Zwillingsschwangerschaft verlief genauso problemlos wie die meiner Einlinge.  Vierfach-Mama und Autorin Viola Herrmann

Tipps

Überlasten Sie sich nicht und schaffen Sie mit Gymnastik Linderung

In jeder Schwangerschaftswoche entwickeln sich Ihre Mehrlinge weiter. Sie werden größer und benötigen immer mehr Platz in Ihrem Bauch, wodurch sich der Druck auf Ihre Organe erhöht. Viele Schwangere klagen deshalb über Atemlosigkeit sowie über eine eingeschränkte Fähigkeit, Nahrung zu sich zu nehmen. Auch die Wassereinlagerungen in den Gliedmaßen sowie Krampfadern können Ihnen zusetzen und Ihre Bewegungsfreiheit beeinflussen.

Vor allem im letzten Trimester fragen sich viele Mütter: Wann haben die Anstrengungen endlich ein Ende? Die Geburt steht bei Zwillingen im Durchschnitt nach 37 Wochen an, bei Drillingen sind es 34 und Vierlinge kommen sogar häufig fast zwei Monate zu früh auf die Welt. Eine Frühgeburt ist bei Mehrlingsschwangerschaften dementsprechend keine Seltenheit. Umso wichtiger ist es, als werdende Mutter die Füße hochzulegen, um frühzeitige Wehen und eine zusätzliche Belastung des Körpers zu verhindern. Altbewährte Tipps gibt unsere Hebamme Judith.

  • Überlasten Sie sich nicht und vermeiden Sie Stress. Lassen Sie sich helfen, sowohl im Haushalt als auch im Beruf.
  • Legen Sie sich auf die Seite, um Kreislaufprobleme zu vermeiden. Das ist besser als die Rückenlage. Unterstützt durch ein Kissen können Sie so zur Ruhe kommen.
  • Trinken Sie genügend Wasser. Pro Stunde ein Glas ist empfehlenswert.
  • Sanfte Gymnastik und Bewegung schafft Linderung. Hier ist eine Absprache mit dem behandelnden Arzt oder auch der Hebamme unbedingt erforderlich.

Geburt

Wie läuft die Entbindung bei Mehrlingsschwangerschaften ab?

Ob Sie sich für eine vaginale Geburt oder einen geplanten Kaiserschnitt entscheiden – die Geburt von Mehrlingen erfordert mehr geschultes klinisches Personal und eine gute Vorbereitung.

Ein Geburtsplan kann Ihnen und dem Klinikpersonal beim Ablauf helfen. Notieren Sie hier all Ihre Wünsche und Tabus. Wer soll bei der Geburt dabei sein? Wie möchten Sie entbinden und kommt für Sie eine Periduralanästhesie, eine rückenmarksnahe Betäubung, während der Geburt infrage?

Bei der Entbindung selbst sind bei Zwillingen meist zwei Hebammen und zwei Fachärzte für Gynäkologie anwesend. Zudem halten sich vor allem bei Frühgeburten und Risikoschwangerschaften zwei Kinderärzte und ein Anästhesist für den Fall eines Kaiserschnitts bereit. Trotz umfassender Versorgung besteht bei Risikoschwangerschaften eine erhöhte Möglichkeit für Komplikationen. Aus diesem Grund empfehlen die behandelnden Ärzte bei einem Großteil der Mehrlingsgeburten eine natürliche Geburt mithilfe von künstlich eingeleiteten Wehen oder einen geplanten Kaiserschnitt.

Zwillinge sind anfangs eine doppelte Herausforderung. Aber lebenslang ein doppeltes Geschenk. Vierfach-Mama und Autorin Viola Herrmann

Rechtliches

Mutterschutz, Elterngeld und Co.

Sind Ihre kleinen Sonnenscheine auf der Welt, hält Sie der Alltag auf Trab. Wichtig ist deshalb eine frühzeitige, ausführliche Recherche über staatliche Unterstützung sowie über den Umfang des Mutterschutzes.

  • Mutterschutz: Ebenso wie bei allen anderen Müttern beginnt dieser sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin. Die Schutzfrist nach der Geburt beträgt jedoch zwölf Wochen, vier mehr als bei der Geburt eines Kindes.
  • Elterngeld: Grundsätzlich erhalten Sie auch bei Mehrlingen nur einmal Elterngeld. Dieses erhöht sich aber entsprechend der Anzahl der Mehrlinge. 

Es gibt noch weitere Unterstützungsmöglichkeiten, die Sie in Anspruch nehmen können:

  • Beantragung einer Mutter-Vater-Kind-Kur bei der Krankenkasse
  • kostenloses Hilfsangebot „Frühe Hilfen“ zur Unterstützung während und nach einer Schwangerschaft
  • Hilfsangebote für Eltern von Frühchen, zum Beispiel Unterstützung durch eine Haushaltshilfe
Wenn Sie Mehrlinge erwarten, ist es ganz besonders wichtig, sich schon in der Schwangerschaft Unterstützung für die Zeit nach der Geburt zu suchen. Fragen Sie gezielt Menschen, die Ihnen nahestehen, ob sie hin und wieder mit Ihren Kindern spazieren gehen, Ihnen Essen vorbeibringen oder Ihre Einkäufe erledigen. Hebamme Judith Fuchs