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Wochenbett: Das kommt wirklich auf dich zu

Das Wochenbett ist eine besondere Zeit: Dein kleiner Sonnenschein hat endlich das Licht der Welt erblickt und die gemeinsame Kennenlernzeit beginnt. Bei uns erfährst du, was jetzt für dich und deinen Körper wichtig ist und wie du dich darauf vorbereiten kannst. 

✔️ in Zusammenarbeit mit Judith Fuchs, Hebamme

Die Zeit nach der Geburt

Acht Wochen zum Ankommen und Wohlfühlen

Die ersten acht Wochen nach der Geburt werden als Wochenbett bezeichnet. In dieser Zeit ist einiges los: Du erholst dich mental und körperlich von der Geburt, dein Baby lernt seine Eltern, Geschwister und Großeltern kennen und muss sich außerhalb des schützenden Bauchs zurechtfinden. Wenn dann noch die Erschöpfung und der Schlafmangel dazukommen, fällt es vielen frisch gebackenen Müttern schwer, diese besonderen Momente zu genießen.

Sei stolz auf dich, du hast es geschafft! Ein Kind zu bekommen ist eine Erfahrung, die mit nichts auf der Welt zu vergleichen ist. Die Schwangerschaft war sicher schon ein Erlebnis für sich. Das wahre Abenteuer beginnt aber erst nach der Geburt. Du wurdest mit der Entbindung deines Kindes Mama und es braucht etwas Zeit, bis du dich in die neue Rolle eingefunden hast. Nutze die Ruhe, um die Momente mit deinem Kind zu genießen und werde dir bewusst, dass du etwas Großes geleistest hast. Falls die Geburt deines kleinen Sonnenscheins erst kurz bevorsteht, findest du in unserem Ratgeber eine Übersicht über alle wichtigen Themen.

Die ersten Wochen gehören dir und deinem Baby. Egal, was andere sagen, meinen oder anmerken. Das ist unendlich wichtig für das Kind, aber auch für dich selbst. Jede Frau und damit auch ihr Körper und ihr Umgang mit der neuen Situation, mit dem neugeborenen Baby und dem Wochenbett ist anders. Es gibt keinen Masterplan für eine glückliche Zeit vor oder nach der Geburt. Vertraue darauf, deinen eigenen Weg zu finden und genieße die Zeit! Hebamme Judith Fuchs

Stressfreie Kuschelzeit – warum ist Ruhe so wichtig?

In der ersten Zeit nach einer Geburt steht die Welt von Mama und ihres neugeborenen Babys für einige Wochen still. Und das soll auch so sein. Das Kind braucht Ruhe und Zeit, um sich an seine neue Umgebung und die Welt zu gewöhnen, in die es gerade hineingeboren wurde. Auch die frischgebackene Mama braucht Ruhe, um sich von der Anstrengung der Geburt physisch und mental zu erholen und ihr Kind kennenzulernen.

Je ruhiger eine Mutter die ersten Wochen mit dem Neugeborenen gestaltet, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Kind ausgeglichen und sicher ins Leben startet.

Unterstützung durch den Vater

Neben Ruhe und Geborgenheit ist es wichtig, dass du während des Wochenbetts deinen Partner an deiner Seite hast. Vielleicht nimmt er sich Urlaub oder Elternzeit, damit ihr die ersten Tage und Wochen gemeinsam erleben könnt. Gerade nach der Geburt kann man sich kaum vorstellen, wie sich das Leben verändert: Der Haushalt, das Kochen, die Verpflegung der Wöchnerin und das Zusammenleben mit Geschwisterkindern muss neu organisiert werden. 

Außerdem sollte der frisch gebackene Papa die Zeit des Wochenbetts nutzen, um eine Bindung zum Sprössling aufzubauen und Aufgaben bei der Babypflege zu übernehmen und als gemeinsames Ritual für sich zu entdecken.

Besuch während des Wochenbetts

Nach der Geburt können es Familie und Freunde kaum erwarten, einen Blick auf deinen kleinen Sonnenschein zu werfen. Achte aber auf deine eigenen Bedürfnisse: Auch wenn der Besuch Essen mitbringt oder mit den großen Geschwisterkindern spielt, kann der Trubel für Wöchnerinnen schnell zu viel werden.

Ein selbst gekochtes Gericht ist ein wunderbares Geschenk, das du dir von Freunden und der Familie als Mitbringsel wünschen kannst. Bodys, Windeln und Co. haben viele Familien bereits zu Hause und eine warme Mahlzeit tut immer gut.

Falls deine Familie weit entfernt wohnt und dich auch dein Partner nicht unterstützen kann, besteht die Möglichkeit, dass dir dein Frauenarzt ein Rezept für eine Haushaltshilfe ausstellt. Zögere nicht, um Hilfe zu bitten, wenn du dich überfordert fühlst.

Rat und Tat in Maßen

Richtig oder falsch gibt es in der Zeit nach der Geburt nicht. Jede Mutter hat einen Urinstinkt, was die Bedürfnisse des eigenen Kindes angeht. Väter, Mütter, Schwiegermütter, Freunde und Nachbarn sind als Helfer und Ratgeber willkommen, müssen aber akzeptieren, dass jedes Mutter-Baby-Gespann seinen eigenen Rhythmus und seinen eigenen Umgang miteinander hat.

Gut gemeinte Ratschläge und Tipps überfordern junge Mütter schnell. Aber jede Mutter hat das Recht, ihre eigenen Erfahrungen zu machen. Selbst als frischgebackene Mama bist du in der Lage, dein Kind zu versorgen und zu nähren. Wenn Angehörige dich unterstützen wollen, bitte sie, dies in anderen Lebensbereichen zu tun. Zum Beispiel in Form konkreter Hilfe im Haushalt wie einzukaufen, zu kochen, Wäsche zu waschen, ältere Kinder zur Kita zu fahren oder von der Schule abzuholen. Unterstützung bei den alltäglichen Dingen entlastet dich und hilft dir als Wöchnerin mehr als jeder theoretische Ratschlag.

Die neue Herausforderung annehmen

Du wirst schnell merken, dass du als Mutter jeden Tag ein kleines Stückchen über dich selbst hinauswächst. Frauen nehmen das Muttersein ganz natürlich an und meistern diese Herausforderung in den überwiegenden Fällen hervorragend.

Die erste Zeit mit dem Nachwuchs ist wundervoll und einzigartig. Natürlich müssen du und das Baby erst einmal einen gemeinsamen Rhythmus finden. Das bedeutet häufig schlaflose Nächte, die am Wohlbefinden und Selbstwertgefühl einer frisch gebackenen Mutter nagen. Der Ausstieg aus dem Job und die Veränderungen des eigenen Körpers kommen hinzu. Auch innerhalb einer Beziehung kann es nach der Geburt zu Streitigkeiten kommen, etwa über die Rollenverteilung im Haushalt oder die Kindererziehung. Dies alles gehört zum normalen Anpassungsprozess und ist kein Grund, an deinem Wert als Frau oder Mutter zu zweifeln.

Du wirst von nun an häufig vor Entscheidungen und Herausforderungen stehen, die du nicht vorhergesehen hast. Versuche, dir selbst treu zu bleiben und verabschiede dich vom Gedanken der Perfektion. Keine Mutter ist perfekt und genau das macht jede Einzelne so liebenswert.

Mir hat in dieser Phase der Gedanke sehr geholfen, dass schon viele Millionen Frauen vor mir das Ganze hinbekommen haben. Also warum sollte ich es selbst nicht schaffen? Natürlich geht Kinderkriegen mit enormen körperlichen Veränderungen einher. Aber das muss auch so sein, denn sonst würde es biologisch nicht funktionieren. Und es ist ganz und gar großartig, dass ein weiblicher Körper zu diesen Veränderungen und Höchstleistungen in der Lage ist. Hebamme Judith Fuchs

Körperliche Veränderungen

Was geschieht in den ersten Wochen?

Als frischgebackene Mama wird dein Körper mit Endorphinen durchflutet, denn er kann sein Glück, den kleinen Sonnenschein endlich in den Armen zu halten, noch nicht fassen. Doch mit der Zeit wirst du merken, was dein Körper in kurzer Zeit vollbracht hat. Im Folgenden erfährst du, was dahintersteckt, welche Veränderungen dein Körper nach der Geburt bewältigt und was es zu beachten gibt.

Der Babyblues

Viele Frauen leiden einige Tage nach der Geburt unter einem vorübergehenden Stimmungstief. Die Geburt ist geschafft und nach dem anfänglichen Glücksrausch der Hormone neigen die Neu-Mamas zu Stimmungsschwankungen und sind durch das Schlafdefizit erschöpft, müde und traurig. Einige frisch gebackene Mütter sind sehr sensibel und brechen ohne einen ersichtlichen Grund in Tränen aus.

Der Grund für den Babyblues ist der starke Hormonabfall nach der Geburt. So stabilisiert der hohe Östrogenspiegel in der Schwangerschaft die Stimmung und wirkt Depressionen entgegen. Fällt die Konzentration dieses Hormons nach der Geburt, ist dieser „Schlechte-Laune-Schutz“ nicht mehr vorhanden. Es kommt zum Babyblues. Normalerweise verschwinden die Symptome nach ein paar Tagen von selbst.

Gebärmutter: schmerzhafte Nachwehen

In den ersten Tagen nach der Geburt kann es durch die Rückbildung der Gebärmutter zu schmerzhaften Nachwehen kommen. Sinn und Zweck der Nachwehen ist es, die Blutung der Gebärmutterwunde, die durch das Ablösen der Plazenta entstanden ist, zu stoppen und die Gebärmutter zurückzubilden. Viele Frauen bemerken die Kontraktionen vor allem beim Stillen, da hier das Hormon Oxytocin ausgestoßen wird, das die Nachwehen auslöst.

Während bei Erstgebärenden die Nachwehen oft weniger schmerzhaft sind und sich auf wenige Tage beschränken, spüren Mehrgebärende die krampfartigen Nachwehen oft deutlicher und schmerzhafter. Dies liegt daran, dass die Gebärmutter im Verlauf mehrfacher Schwangerschaften bereits stärker gedehnt wurde und mehr Kraft benötigt, um wieder in die Ursprungsform zurückzugelangen.

Beckenboden: Hebe nichts Schweres

In den Schwangerschaftsmonaten hat der wachsende Babybauch einen starken Druck auf den Beckenboden ausgeübt. Deswegen steht in den ersten Tagen nach der Geburt für den Beckenboden Entspannung im Vordergrund. Verbringe viel Zeit im Liegen auf der Couch oder im Bett, damit die strapazierte Muskulatur des Beckenbodens entlastet wird. Außerdem ist es wichtig, in dieser Zeit keine schweren Gegenstände zu heben. Dies gilt vor allem für Frauen nach einem Kaiserschnitt. Die Grenze liegt hier bei circa fünf bis sechs Kilogramm.

Generell gibt es zur Schonung des Beckenbodens Folgendes zu beachten: Spanne beim Anheben schwerer Gegenstände stets den Beckenboden an und ziehe den Bauch ein. Trage dein Baby außerdem möglichst nah am Körper und achte darauf, den Rücken in gerader Position zu halten.

Keine Sorge bei Haarausfall

Während des Wochenbetts und in der Stillzeit fallen oftmals verstärkt Haare aus. In aller Regel ist der Haarausfall nach der Geburt ein vorübergehendes Phänomen. Grund dafür sind die hormonellen Veränderungen nach der Geburt und der Abfall des Hormons Östrogen. Spätestens nach dem Abstillen, wenn sich der Hormonhaushalt wieder normalisiert hat, legt sich der Haarausfall wieder.

Wassereinlagerungen im Wochenbett

Viele Frauen lagern während der Schwangerschaft Wasser ein. Vor allem in den Händen, Beinen und Füßen. Die sogenannten Ödeme sind in der Regel harmlos, führen aber dazu, dass Kleidung, Schuhe oder Ringe nicht mehr passen und die Wassereinlagerungen von vielen Betroffenen als unschön und unangenehm wahrgenommen werden.

Warum kommt es zu Wassereinlagerungen?

Hierfür sind die Schwangerschaftshormone verantwortlich, die eine Erweiterung der Blutgefäße mit sich bringen und zu einer Veringerung der Elastizität der Blutbahnen führen. Zudem steigt natürlicherweise die Menge des Bluts innerhalb des Körpers einer werdenden Mutter an und zirkuliert durch den weiblichen Organismus. Hierdurch staut sich das Blut stärker im Gewebe und es kommt zusätzlich zu einer erhöhten Flüssigkeitsmenge innerhalb des Bindegewebes.

Wann bilden sich Wassereinlagerungen zurück?

Es dauert oft zwei Wochen bis die Wassereinlagerungen langsam zurückgehen und schließlich nach circa fünf bis sechs Wochen vollständig verschwunden sind. Keinesfalls sollte bei diesem natürlichen Prozess mit Medikamenten zur Unterstützung der Entwässerung nachgeholfen werden, da dies Kreislauf- und Stoffwechselprobleme nach sich ziehen kann.

Wochenfluss

Sicher hast du schon vom sogenannten Wochenfluss gehört. Während des Geburtsvorgangs löst sich die Plazenta, der Mutterkuchen, von der Gebärmutter und hinterlässt an der Gebärmutterschleimhaut eine Wunde. In den ersten Tagen nach der Geburt ist der Ausfluss noch sehr stark. Dieser wird im Laufe der Zeit aber immer heller. Bis die Gebärmutterverletzung, circa sechs Wochen nach der Geburt, vollständig abgeheilt ist, fließt der sogenannte Wochenfluss.

Daher ist Hygiene nach der Geburt sehr wichtig und es gibt hierbei einiges zu beachten. So ist es in den ersten Wochen nach der Geburt wichtig, den Intimbereich nur mit Wasser zu reinigen und die speziellen Wochenbettvorlagen, die du in der Apotheke erwerben kannst, regelmäßig auszutauschen, um Infektionen zu vermeiden. Lies hier mehr zur Damenhygiene nach der Geburt. 

Schluss mit Body-Shaming nach einer Schwangerschaft

Durch die Medien verzerrt sich oft der Blick auf eine normale Rückbildung des weiblichen Körpers nach einer Schwangerschaft und es wird suggeriert, dass es ganz einfach ist, die alte Figur und Form binnen weniger Wochen wiederzubekommen. Viele Frauen packt sofort ein schlechtes Gewissen und das Selbstwertgefühl sinkt. Mütter sollten allerdings in Sachen Figur vor allem eins beachten: Locker bleiben!

Denn in dieser Zeit solltest du dich erholen und die Priorität auf die Kennenlernzeit zwischen dir und deinem kleinen Sonnenschein legen. Achte während der Stillzeit und im Wochenbett auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung. Mit etwas Geduld und Selbstdisziplin geht das Abnehmen nach der Schwangerschaft ganz von selbst.

Keine Diät während der Stillzeit

Durch das Stillen deines Babys verbraucht der Körper um die 600 Extrakalorien pro Tag. Wenn du deine gewohnte Ernährung beibehältst, nimmst du meist von selbst ab. Von einer Diät in der Zeit nach der Geburt und während des Stillens ist hingegen abzuraten. Die Milchproduktion einer stillenden Frau reagiert extrem empfindlich auf Stress, Hektik, Unausgeglichenheit und körperliche Anstrengung. Deshalb sollte auf stillende Frauen genauso viel Rücksicht genommen werden wie auf Schwangere. Versuche, dich möglichst wenig mit anderen zu vergleichen.

Meine Erfahrung ist: Je weniger man mit der neuen Situation hadert und den Zustand nicht perfekter Körpermaße als normal akzeptiert, desto eher renkt sich alles nach dem ersten Jahr wieder ein. Denn es ist nicht normal, drei Wochen nach einer Geburt wieder mit Modelmaßen aufzuwarten. Einige wenige Frauen sind von Natur aus so gebaut. Die meisten müssen dafür jedoch hart an sich arbeiten und das geht nur auf Kosten des eigenen Körpers, aber in der Regel auch auf Kosten des Milchflusses. Hebamme Judith Fuchs

Betreuung durch eine Hebamme

Nicht nur in der Schwangerschaft, sondern auch nach der Entbindung an deiner Seite: Deine Hebamme. Ob Rückbildung oder Stillprobleme, sie steht dir bei allen Fragenstellungen bei. Außerdem unterstützt sie dich beim Wickeln oder beim ersten Baden des Säuglings.

Wusstest du, dass du bis zwölf Wochen nach der Geburt, Anspruch auf Hebammenhilfe hast? Am Anfang sogar täglich! Besonders schön und vertrauensvoll ist das Verhältnis, wenn deine Hebamme dich schon durch die Schwangerschaft begleitet hat.


Wochenbettdepression

Was ist eine Wochenbettdepression?

Während der Schwangerschaft oder nach der Geburt kommt es nicht selten zu psychischen Verstimmungen. Von einer Wochenbettdepression sprechen Ärzte und Psychologen, wenn die typischen Symptome einer Depression innerhalb des ersten Jahres nach der Entbindung auftreten. Meist zeigen sich diese aber schon nach drei Monaten. Die Krankheit wird auch als postpartale Depression bezeichnet. Der Begriff postpartal bezeichnet den Zeitraum nach der Geburt.

Die Wochenbettdepression ist eine ernst zu nehmende Krankheit, bei der neben den psychischen auch körperliche Symptome auftreten können. Zu Letzteren gehören unter anderem Schlafmangel durch den veränderten Rhythmus. Es gibt verschiedene, individuell abgestimmte Behandlungsmöglichkeiten wie beispielsweise Medikamente oder Therapiesitzungen.  

Dauer und Auftrittswahrscheinlichkeit

Die Dauer einer Wochenbettdepression ist sehr individuell. Bei einigen Frauen halten die Symptome über wenige Monate an, bei anderen können sie länger andauern oder auch wiederkehren. 

Untersuchungen zufolge treten Wochenbettdepressionen bei 10 bis 20 Prozent der Mütter nach der Geburt auf. Auch Väter können eine postpartale Depression nach der Geburt ihres Kindes entwickeln. Die Erkrankungsrate liegt hier zwischen fünf und zehn Prozent. Die Zahlen schwanken, da besonders Männer dazu neigen, ihre Beschwerden zu verschweigen.

Wochenbettdepression erkennen

Zu erkennen ist die Wochenbettdepression an Beschwerden wie Niedergeschlagenheit, Interessenverlust, Freudlosigkeit oder Antriebsmangel. Schlaflosigkeit, Gewichtsverlust oder Appetitstörungen können als Begleiterscheinungen ebenfalls auftreten.  

Untersuchungen und Diagnosestellung

Wenn du eine Wochenbettdepression bei dir vermutest, wende dich vertrauensvoll an deine Hebamme, an einen Arzt oder Psychotherapeuten. Um die Diagnose zu stellen, werden diese dich in einem ausführlichen Gespräch nach dem Auftreten möglicher Symptome befragen.

Für den Ausschluss anderer Erkrankungen können weitere Untersuchungen folgen. Dabei geht es unter anderem um den Ausschluss einer Schilddrüsenfehlfunktion, einer Nebenniereninsuffizienz oder einer möglichen Mangelernährung. 

Hilfe und Unterstützung suchen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, eine Wochenbettdepression zu behandeln, mit oder ohne Medikamente. Da Antidepressiva bei Mutter und Kind Nebenwirkungen verursachen können, werden häufig andere Vorgehensweisen bevorzugt. Zu den nicht-medikamentösen Verfahren gehört zum Beispiel die Psychotherapie.

Wende dich an eine Person deines Vertrauens

Psychotherapeuten empfehlen, sich bei Verdacht auf eine Wochenbettdepression zunächst an eine vertrauenswürdige Person wie den Partner zu wenden. 

Eine Familienhebamme, die über eine Zusatzausbildung verfügt, oder eine Haushaltshilfe können zusätzlich entlasten. Teilweise übernimmt hierfür auch die Krankenkasse die Kosten.

Nimm Kontakt zu Beratungsstellen auf

Schnelle Hilfe bekommst du beim Elterntelefon der „Nummer gegen Kummer e. V.“ oder „Frühe Hilfen“. Dort kannst du kostenlos und anonym anrufen und über Gefühle, Ängste oder Sorgen sprechen.

Eine weitere Unterstützung bieten Selbsthilfegruppen, die über den Arzt, die Hebamme oder im Internet zu finden sind. Dort kannst du deine Probleme und Ängste teilen und Erfahrungen austauschen. Es besteht eine Schweigepflicht und die Teilnahme ist freiwillig und kostenfrei. Du kannst selbst bestimmen, was du den anderen Teilnehmern anvertrauen möchtest und wie du mit den Lösungsvorschlägen umgehst.

Als Angehöriger oder Freund helfen

Wenn du den Verdacht hast, dass eine dir nahestehende junge Mutter betroffen sein könnte, bestärke sie darin, die Wochenbettdepression als behandelbare Krankheit zu verstehen. Verschiedene Hilfestellungen erleichtern dabei den Alltag der Erkrankten:

  • Nimm die Sorgen ernst und unterstütze die Betroffene dabei, zu einem Arzt zu gehen und sich professionelle Hilfe zu suchen. 
  • Biete konkrete Hilfe an, indem du vorschlägst, alltägliche Dinge wie den Haushalt zu übernehmen. Zu wissen, nicht allein zu sein, kann schon eine große Unterstützung sein. 
  • Achte darauf, dass die Betroffene ausreichend Schlaf und Ruhe bekommt. 
  • Hilf ihr dabei, regelmäßige Mahlzeiten zu sich zu nehmen. 
  • Ermutige die Mutter, vor allem auch im Umgang mit ihrem Baby.
Habe keine Angst, deine echten Gefühle zu zeigen und diese auszusprechen. Dafür brauchst du dich nicht zu schämen. Hebamme Judith Fuchs

Tipps fürs Wochenbett

Viel Ruhe und die richtige Ernährung sind das A und O

Damit die Zeit des Wochenbettes für dich so entspannt wie möglich wird, haben wir einige Tipps für dich:

  • Ausgewogene Ernährung: Besonders in der Zeit nach der Geburt ist eine gesunde Ernährung wichtig, die auch die nötigen Reserven für die Stillzeit bereitstellt. Da in den ersten Tagen nach der Geburt keine Zeit dafür bleibt, aufwendig zu kochen, ist es ratsam, schon vor der Geburt Essensvorräte anzulegen. Konkret heißt das: Vorkochen und die Speisen portioniert einfrieren. Wenn der Vorrat zur Neige geht, ist es auch in Ordnung, sich mit Speisen beliefern zu lassen. Sammel hierfür rechtzeitig entsprechende Flyer von Lieferdiensten mit einem ausgewogenen Angebot.
  • Keine Termine: Vertage alle Termine, die noch bis nach dem Wochenbett warten können, um möglichst stressfrei in die ersten Tage und Wochen nach der Geburt zu starten.
  • Mache es dir bequem: Um eine ideale Entspannungsatmosphäre zu schaffen, sorge für ein Wohlfühlambiente in deinen vier Wänden. Bereite mehrere Kuschelecken vor und lege bequeme Decken und Kissen bereit, sodass du während des Wochenbetts etwas Abwechslung zwischen Bett und Sofa hast.
  • Planung ist die halbe Miete: Erledige vor der Entbindung so viel es geht. Jetzt ist noch Zeit, um den Hausputz zu erledigen, die Vorräte aufzustocken und alle notwendigen Salben und Hygieneartikel für die Zeit nach der Geburt zu besorgen. Versuche, alle Anträge für Versicherungen oder ähnliches schon während der Schwangerschaft einzureichen, damit später kein Stress aufkommt. Es ist zudem ratsam, sich zum Ende der Schwangerschaft bereits Gedanken darüber zu machen, wann und wo du nach der Entbindung Babybesuch empfangen willst und in welcher Reihenfolge Verwandte und Freunde kommen dürfen.
  • Gehe offline: Schalte dein Handy aus. Sage, damit sich niemand unnötige Sorgen macht, Verwandten und Freunden Bescheid, dass du für einige Tage nicht verfügbar sein wirst und genieße die Zeit der Ruhe.

Über Judith Fuchs

Hebamme

Portrait: Judith Fuchs

Judith Fuchs begleitet als Hebamme Geburten im Kreißsaal. Sie steht Frauen und ihren Familien während der Schwangerschaft, des Wochenbetts und der Stillzeit unterstützend zur Seite. Eine respektvolle, individuelle und interventionsarme Betreuung sind ihr dabei ein Herzensanliegen. In unseren FamilienMomenten klärt sie als Expertin über alle Themen rund um Schwangerschaft, Geburt und Stillzeit auf. Judith Fuchs hat eine Tochter.


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