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Gewichtszunahme in der Schwangerschaft

Als schwangere Frau zuzunehmen, ist vollkommen normal. Aber woher kommen die Extra-Kilos auf der Waage und welches Gewicht liegt im Normbereich? Lesen Sie mehr dazu in unserem FamilienMoment.

Ursachen

Warum nehmen schwangere Frauen zu?

Zwischen 10 und 16 Kilogramm nehmen werdende Mütter während einer Schwangerschaft im Schnitt zu. Das ist ein normaler und sogar gesunder Prozess, da der Körper in diesen neun Monaten enorme Veränderungen durchläuft.

Gründe der Gewichtszunahme

Die zusätzlichen Pfunde werden nicht nur durch einen größeren Appetit und die neuen Fettpölsterchen hervorgerufen. Vielmehr spielen natürliche, schwangerschaftsbedingte Faktoren eine Rolle:

  • Gewicht des Babys: 2,5 bis 4 Kilogramm
  • Fruchtwasser: 1 bis 1,5 Kilogramm
  • Plazenta: 0,5 bis 1 Kilogramm
  • Gebärmutter: 1 bis 1,5 Kilogramm
  • Erhöhtes Blutvolumen: 1,5 Kilogramm 
  • Wassereinlagerungen: 1,5 bis 3 Kilogramm
  • Brüste: 0,5 bis 1 Kilogramm
  • Fettgewebe: individuelle Gewichtszunahme

Die Volumenvergrößerung in diesen Bereichen ist für die gesunde Entwicklung Ihres Sonnenscheins unabdingbar: So sorgt beispielsweise das gesteigerte Blutvolumen zum einen dafür, dass alle Organe der Mutter sowie das Baby mit ausreichend Sauerstoff versorgt sind. Zum anderen wird dadurch ein möglicher Blutverlust während der Geburt kompensiert. Darüber hinaus haben das Wachstum der Brüste und die Anlagerung von Fettpölsterchen das Ziel, die beste Grundlage für das Stillen zu schaffen. 

Machen Sie sich bewusst, dass keine Schwangerschaft der anderen gleicht. Wie viele Kilogramm Sie als Schwangere zulegen werden, ist ganz individuell – vergleichen Sie sich nicht mit anderen werdenden Müttern.


Richtwerte

In welchem Ausmaß ist eine Gewichtszunahme in der Schwangerschaft normal?

Ärzte berechnen Ihre optimale Gewichtszunahme auf Grundlage des Body-Mass-Index, kurz „BMI”. Der BMI ist ein Kennwert, der Gewicht und Körpergröße in Zusammenhang setzt. Somit lässt sich herausfinden, ob beide in einem medizinisch gesunden Verhältnis zueinanderstehen oder ob Über- beziehungsweise Untergewicht vorliegt. Die Formel für den BMI lautet:

  • BMI = Körpergewicht in Kilogramm/(Körpergröße in Metern)2

Wenn Sie beispielsweise 1,70 Meter groß sind und 65 Kilogramm wiegen, setzt sich Ihr BMI wie folgt zusammen: Körpergröße (1,70 Meter) x Körpergröße (1,70 Meter) ergibt 2,89 m2. Nun wird Ihr Körpergewicht durch diesen Wert geteilt. Daraus resultiert ein BMI von 22,5.

Wie viele Kilogramm dürfen Sie in der Schwangerschaft zunehmen?

Folgende Richtwerte gelten für die Gewichtszunahme während der Schwangerschaft:

  • Untergewicht bei einem BMI unter 18,5: Zunahme von 12 bis 18 Kilogramm 
  • Normalgewicht bei einem BMI von 18,5 bis 25: Zunahme von 11 bis 16 Kilogramm
  • Übergewicht bei einem BMI von 25 bis 30: Zunahme von 7 bis 11 Kilogramm

Machen Sie sich keine Sorgen und haben Sie kein schlechtes Gewissen, wenn Ihr Gewicht leicht von diesen Zahlen abweicht. Bei Ihrem Frauenarzt werden während der Vorsorgeuntersuchungen regelmäßige Gewichtskontrollen durchgeführt. Besteht Handlungsbedarf, werden Sie angesprochen und beraten. 


Entwicklung des Gewichts

Zu welchem Zeitpunkt in der Schwangerschaft nehmen Sie zu?

Da viele schwangere Frauen vor allem in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten unter Übelkeit leiden und sich die Umstellung des Hormonhaushalts negativ auf das Wohlbefinden auswirken kann, nehmen manche Frauen im ersten Trimester sogar ab. In der Regel sollte Ihr Gewicht aber ab dem zweiten Trimester gleichmäßig steigen. Ab dem dritten Trimester können Sie mit einer noch höheren Gewichtszunahme rechnen, da dann auch das Baby anfängt, Fettreserven aufzubauen. 

Abbildung „Gewichtszunahme in der Schwangerschaft"

Gewichtskurve in der Schwangerschaft

Um Ihre Gewichtszunahme stets im Blick zu haben, erstellt Ihnen Ihr Frauenarzt oder Ihre Hebamme eine individuelle Gewichtskurve, an der Sie ablesen können, wie Ihr Körpergewicht in den Schwangerschaftsmonaten angestiegen ist.

Unsere Grafik verschafft Ihnen einen Überblick über die zu erwartende Gewichtszunahme. Von der 27. bis 35. Schwangerschaftswoche ist mit etwa 500 Gramm pro Woche die größte Zunahme zu erwarten, da Ihr kleiner Schatz einen Wachstumssprung hinlegt.

Gegen Ende des dritten Trimesters, also ab der 35. Schwangerschaftswoche, ist das Essen für die werdenden Mütter oft nicht mehr so einfach, da das Baby auf den Magen drückt. Damit verbunden sind häufig Schwangerschaftsleiden wie Übelkeit, Verstopfung und Bauchschmerzen. Daher ist hier nur noch mit einer Zunahme von rund 350 Gramm pro Woche zu rechnen. 

Sollen schwangere Frauen „für zwei” essen?

Diese alte Weisheit ist mittlerweile überholt und sollte auf keinen Fall als Richtwert genommen werden. Tatsächlich steigt der Energiebedarf in der Schwangerschaft nur geringfügig. Eine zusätzliche Kalorienzufuhr von etwa 300 Kilokalorien pro Tag wird empfohlen. Das entspricht ungefähr einer Scheibe Brot mit Käse. Mehr Informationen zur Ernährung in der Schwangerschaft finden Sie in unserem FamilienMoment.

Beachten Sie, dass diese Empfehlungen und Werte individuell abweichen können und nicht ohne Absprache mit dem Arzt als Richtwert verwendet werden sollten. 


Mehrlingssschwangerschaften

Das Gewicht steigt stärker an

Sind Sie mit zwei oder mehreren Babys schwanger, gelten höhere Richtwerte. Da mehrere Kinder in Ihrem Bauch heranwachsen, erhöht sich die Produktion von Blut, Fruchtwasser und Plazentagewebe. Mehrlingsmütter nehmen aus diesen Gründen schon in einem früheren Stadium der Schwangerschaft mehr an Gewicht zu. 

Sind Sie mit Zwillingen schwanger, können Sie mit einer Gewichtszunahme von etwa 15,5 bis 20 Kilogramm rechnen. Bei Drillingen gehen Ärzte von etwa 20,5 bis 23 Extra-Kilos aus.


Unter- oder Übergewicht in der Schwangerschaft

Probleme bei der Gewichtsentwicklung 

Bei jeder Vorsorgeuntersuchung bei Ihrem Frauenarzt werden Sie gebeten, sich zu wiegen. Ziel ist es, eventuelle Abweichungen wie eine zu niedrige oder zu hohe Gewichtszunahme direkt festzustellen und zu behandeln. 

Untergewicht

Wird bei Ihnen schon zu Beginn der Schwangerschaft Untergewicht festgestellt oder findet eine zu geringe Gewichtszunahme statt, berät Sie der behandelnde Frauenarzt oder die Hebamme. Wichtig ist, dass die Ursache gefunden und bei Bedarf ein individueller Ernährungsplan ausgearbeitet wird. 

Zufuhr an Nährstoffen muss sichergestellt werden

Ein häufiger Grund für Untergewicht ist die sogenannte „Hyperemesis Gravidarum”. Darunter verstehen Ärzte eine besonders ausgeprägte Form der Schwangerschaftsübelkeit. Bei betroffenen Frauen bleibt der Appetit oft monatelang aus. Durch das ständige Übergeben verlieren sie sogar an Gewicht. 

Hier ist besondere Vorsicht geboten, da stets sichergestellt werden muss, dass die werdende Mutter mit ausreichend Vitaminen, Proteinen und Mineralstoffen versorgt ist und so eine Unterernährung verhindert wird. Denn diese kann auch das Wachstums des Babys beeinträchtigen oder in seltenen Fällen zu einer Fehlgeburt führen. Zudem erhöht eine zu geringe Gewichtszunahme der Mutter das Risiko von Wachstumsstörungen des Babys und auch Frühgeburten kommen häufiger vor.

Übergewicht

Leichtes Übergewicht vor und in der Schwangerschaft stellt in der Regel kein Problem dar. Starkes Übergewicht ab einem BMI von 30 zählt hingegen zu den Risikofaktoren für Fehlgeburten und kann dazu führen, dass ein Baby „übertragen“ wird – also deutlich später als nach der 40. Schwangerschaftswoche auf die Welt kommt. 

Auswirkungen des Übergewichts auf die Schwangere

Bei der Frau drücken die Kilos auf die ohnehin schon belasteten Gelenke. Ultraschalluntersuchungen können erschwert werden, da das Bauchfett das Bild beinträchtigen kann. Zudem steigt die Wahrscheinlichkeit, an Schwangerschaftsdiabetes oder an einer Schwangerschaftsvergiftung, der sogenannten Präeklampsie, zu erkranken. Das Ungeborene kann außerdem sehr groß und schwer werden, was wiederum Auswirkungen auf die Geburt hat.

Nimmt eine Frau in der Schwangerschaft mehr als ein Kilogramm pro Woche zu, ist dies häufig der falschen Ernährung geschuldet. Es können aber auch Komplikationen wie eine Präeklampsie, Schwangerschaftsdiabetes oder Wassereinlagerungen zu einer raschen Gewichtszunahme führen. Nehmen Sie daher Kontakt mit Ihrem Arzt auf, wenn Sie Auffälligkeiten bei der Entwicklung Ihres Gewichts bemerken.

Genießen Sie die wunderbare Zeit der Schwangerschaft

Lassen Sie sich nicht durch Ihr Gewicht verunsichern. Nehmen Sie Ihren Körpern an, wie er ist – mit all den Veränderungen, die dazu beitragen, dass sich Ihr kleiner Sonnenschein optimal entwickeln kann. Jetzt ist nicht die Zeit für Diäten oder Fastenkuren. Liegt doch die Notwendigkeit für eine Ernährungsumstellung vor, sollten Sie alle Möglichkeiten zuerst mit Ihrem behandelnden Arzt besprechen.

Versuchen Sie, sich ausgewogen und gesund zu ernähren. Davon profitieren Ihr Kind und Sie selbst. Aber gönnen Sie sich auch ab und zu etwas. Wenn Sie zum Beispiel Lust auf Schokolade oder Kartoffelchips haben, dann hören Sie auf Ihre Gelüste und genießen Sie die Leckereien in Maßen.  Hebamme Judith Fuchs

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