Filialdaten werden geladen.

Ihre Daten werden gesendet.
Entdecke unsere Filial-Angebote

Online-Marktplatz

Filial-Angebote

Schwangerschaftsübelkeit: Was hilft?

Schwangerschaftsübelkeit ist für viele Frauen eine der ersten Begleiterscheinungen der Schwangerschaft. In unserem FamilienMoment erfährst du, was die Übelkeit auslöst, wann sie typischerweise auftritt und was wirklich gegen die Beschwerden helfen kann.

✔️ in Zusammenarbeit mit Dr. med. Annika Schauer, Gynäkologin

Ursachen

Was löst Schwangerschaftsübelkeit aus?

Ausgelöst wird die Schwangerschaftsübelkeit vor allem durch die hormonelle Umstellung – allen voran durch das Schwangerschaftshormon HCG, das sogenannte humane Choriongonadotropin. Es wird in der Schwangerschaft gebildet, um diese zu erhalten und steigt nach der Einnistung stark an. Seine höchste Konzentration erreicht das HCG etwa in der neunten und zehnten Schwangerschaftswoche; nach der zwölften Woche sinken die Werte wieder – häufig lässt dann auch die Übelkeit nach. Gut zu wissen:

  • Hormone: HCG kurbelt die Produktion von Östrogen und Progesteron an. Östrogen verstärkt unter anderem Stimmungsschwankungen, Progesteron sorgt für Erschöpfung und eine träge Verdauung. Beides kann Übelkeit begünstigen.
  • Geruchsempfinden: Die hormonelle Umstellung macht den Geruchssinn empfindlicher. Düfte von Parfüm oder Essen können schnell auf den Magen schlagen.

Welche Frauen neigen zu Schwangerschaftsübelkeit?

Grundsätzlich kann die Schwangerschaftsübelkeit jede Schwangere treffen – wie stark, ist sehr individuell. Etwa 80 Prozent aller Schwangeren ist in den ersten drei Monaten zumindest zeitweise übel, rund 30 Prozent aller Schwangeren müssen sich zusätzlich übergeben.

Bei den meisten Frauen ist die Übelkeit unangenehm, aber harmlos. Nur selten zieht sie sich durch die gesamte Schwangerschaft oder entwickelt sich zu einer besonders starken Form, der Hyperemesis gravidarum. Treten sehr häufiges Erbrechen, Gewichtsverlust oder Flüssigkeitsmangel auf, solltest du ärztlichen Rat einholen.

Stress in der Schwangerschaft

Stress ist nicht die eigentliche Ursache der Schwangerschaftsübelkeit, denn diese ist hormonell bedingt. Doch Anspannung, Müdigkeit und emotionale Belastung können die Beschwerden spürbar verstärken. Wer angespannt ist, nimmt Übelkeit außerdem oft intensiver wahr.

Umso wichtiger sind Pausen und bewusste Entspannung: Ruhe, ausreichend Schlaf und Bewegung an der frischen Luft tun gut. Auch Entspannungsübungen oder Meditation können helfen, das Stresslevel zu senken. Wertvolle Tipps dazu findest du in unseren FamilienMomenten zur Entspannung in der Schwangerschaft und Meditation in der Schwangerschaft.


Verlauf

Wann tritt Schwangerschaftsübelkeit frühestens auf?

Die Schwangerschaftsübelkeit macht sich frühestens zwischen der fünften und sechsten Schwangerschaftswoche bemerkbar. Am stärksten ist sie oft um die neunte und zehnte Woche, wenn der HCG-Wert seinen Höhepunkt erreicht. Beeinflusst wird sie unter anderem durch die hormonelle Empfindlichkeit, einen niedrigen Blutzuckerspiegel und starke Gerüche. Bei sehr starken Beschwerden frage deinen Arzt oder deine Hebamme um Rat.

Wann geht die Schwangerschaftsübelkeit wieder weg?

Bei dem Großteil der Frauen geht die Schwangerschaftsübelkeit zum Ende des ersten Trimesters von alleine wieder weg. Der HCG-Wert sinkt zwischen der 12. und 16. Schwangerschaftswoche. Ab diesem Zeitpunkt nimmt die Übelkeit meistens langsam ab oder verschwindet ganz. Hält sie über die 16. Schwangerschaftswoche hinaus an, sprich am besten mit deinem Arzt.

Warum ist die Übelkeit abends oder nachts schlimmer?

Obwohl viele von Morgenübelkeit sprechen, kann die Übelkeit zu jeder Tageszeit auftreten – morgens, tagsüber, abends oder nachts. Morgens hängt sie oft mit einem niedrigen Blutzuckerspiegel zusammen, weil der Magen über Nacht leer ist.

Warum die Übelkeit bei manchen Frauen abends oder nachts schlimmer ist, ist nicht eindeutig geklärt. Eine Rolle spielen vermutlich die Erschöpfung des Tages und ein schwankender Blutzuckerspiegel. Auch ein spätes, zu schweres Abendessen kann den Magen belasten. Zudem werden Stress und Anspannung häufig erst in den Ruhephasen am Abend spürbar. Oft helfen eine leichte Abendmahlzeit, ein kurzer Spaziergang und genügend Schlaf.


Auswirkungen auf das Baby

Wann wird Schwangerschaftsübelkeit gefährlich?

Gefährlich wird Schwangerschaftsübelkeit nur in seltenen Fällen. Die normale Übelkeit ist für dein Baby ungefährlich. Dein Körper greift im Ernstfall auf seine Nährstoffreserven zurück. Entscheidend ist weniger, wie lange die Übelkeit anhält, sondern ob du ausreichend essen und trinken kannst. Kritisch wird es, wenn du stark abnimmst, dehydrierst oder kaum noch Nahrung bei dir behältst. Dann solltest du ärztlichen Rat einholen.

Denke außerdem daran, in der Schwangerschaft empfohlene Nahrungsergänzungsmittel wie Folsäure und Vitamin D einzunehmen. Folsäure ist besonders wichtig für die Entwicklung der Wirbelsäule und des Nervensystems deines Babys, Vitamin D unterstützt den Knochenbau.


Tipps und Hausmittel

Was hilft gegen Schwangerschaftsübelkeit?

Was am besten hilft, ist von Frau zu Frau unterschiedlich. Ein Mittel, das die Übelkeit zuverlässig abstellt, gibt es leider nicht. Viele Schwangere finden aber mit einer Kombination aus mehreren Hausmitteln und kleinen Routinen spürbar Linderung. Probiere aus, was dir guttut:

  • Ingwer und Zitrone: Ingwer gilt als bewährtes Mittel gegen Übelkeit. Als Tee, in heißem Wasser oder als Kapsel aus der Apotheke kannst du ihn zu dir nehmen. Auch ein Glas Wasser mit etwas Zitronensaft oder der Duft einer frisch aufgeschnittenen Zitrone kann den Magen beruhigen. Ingwer solltest du in Maßen und nur in den ersten Monaten verwenden, da er wehenfördernd wirken kann.
  • Ausreichend trinken: Trinke über den Tag verteilt rund zwei bis drei Liter in kleinen Schlucken. Bei Übelkeit eignen sich besonders milde Kräutertees wie Melisse oder Kamille. 
  • Mehrere kleine Mahlzeiten: Ein leerer Magen und ein niedriger Blutzuckerspiegel verstärken die Übelkeit. Iss deshalb über den Tag verteilt mehrere kleine Mahlzeiten und greife zwischendurch zu trockenen Snacks wie Zwieback, Knäckebrot oder Crackern.
  • Morgens langsam starten: Viele Schwangere leiden vor allem morgens unter Übelkeit. Iss eine Kleinigkeit wie Zwieback schon vor dem Aufstehen und nimm dir Zeit, langsam in den Tag zu kommen.
  • Starke Gerüche vermeiden: Intensive Düfte wie Parfüm oder bestimmte Küchenaromen können Übelkeit auslösen. Lüfte deine Wohnräume regelmäßig und koche eher mit milden Gewürzen.
  • Frische Luft und Bewegung: Eine kleine Runde an der frischen Luft regt den Kreislauf an und kann die Übelkeit lindern.
  • Frische Snacks für unterwegs: Saure oder frische Lebensmittel wie Zitrusfrüchte werden von vielen als wohltuend empfunden.

Hilfe aus der Apotheke

Reichen Hausmittel nicht aus, gibt es auch Unterstützung aus der Apotheke. Rezeptfrei erhältst du zum Beispiel Vitamin-B6-Präparate, Ingwerkapseln und Akupressur-Armbänder. Die Studienlage zu den Armbändern ist uneinheitlich, viele Frauen empfinden sie aber als hilfreich. Bei Erbrechen können dir Elektrolytlösungen helfen, den Flüssigkeits- und Mineralstoffverlust auszugleichen. Lass dich dazu in der Apotheke beraten. Greife nicht eigenmächtig zu Medikamenten gegen Übelkeit, die nicht ausdrücklich für die Schwangerschaft vorgesehen sind. 

    
Abbildung „Hausmittel gegen Schwangerschaftsübelkeit”

                


Arzt aufsuchen

Ab wann sollten Schwangere zum Arzt gehen?

Zum Arzt solltest du gehen, sobald die Übelkeit deutlich über das normale Maß hinausgeht und nicht mehr abflaut. Wende dich an deinen Frauenarzt, wenn eines der folgenden Anzeichen hinzukommt:

  • Starke Übelkeit und Erbrechen: Wenn das Erbrechen so häufig ist, dass es schwierig wird, Nahrung oder Flüssigkeit bei sich zu behalten, könnte es sich um eine stärkere Form der Schwangerschaftsübelkeit, die sogenannte Hyperemesis gravidarum, handeln. Diese führt zu Dehydration und Nährstoffmangel und sollte ärztlich behandelt werden. 
  • Gewichtsverlust: Wenn die Schwangere aufgrund der Übelkeit Gewicht verliert, sollte das ärztlich abgeklärt werden. Besonders in der Frühschwangerschaft kann ein Gewichtsverlust ein Zeichen dafür sein, dass der Körper Unterstützung braucht, um ausreichend versorgt zu werden. 
  • Anhaltende Übelkeit nach der 12. bis 14. Schwangerschaftswoche: Übelkeit tritt häufig in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten auf und bessert sich danach in der Regel. Wenn die Übelkeit stark bleibt, sprich mit deinem Arzt, um Ursachen abzuklären und gegebenenfalls therapeutische Maßnahmen zu besprechen.
  • Begleitsymptome: Wenn die Übelkeit von Schwindel, Kreislaufproblemen oder ständiger Erschöpfung begleitet wird, könnte das auf eine stärkere Form der Übelkeit oder auf eine zusätzliche gesundheitliche Herausforderung hinweisen, die abgeklärt werden sollte.
  • Späte Übelkeit ab der 19. Schwangerschaftswoche: Tritt die Übelkeit erst in der zweiten Schwangerschaftshälfte neu auf oder verstärkt sie sich plötzlich, hat das meist harmlose, mechanische Gründe. Die wachsende Gebärmutter drückt auf den Magen, oft verbunden mit Sodbrennen. Kommen jedoch starke Kopfschmerzen, Sehstörungen, Oberbauchschmerzen oder vermehrt Wassereinlagerungen hinzu, dann lass das umgehend ärztlich abklären. Dahinter kann eine Präeklampsie stecken – das ist eine ernsthafte Schwangerschaftserkrankung, die durch Bluthochdruck und Organschäden, etwa an den Nieren, gekennzeichnet ist. 

Kläre starkes Unwohlsein frühzeitig ärztlich ab, um Unterstützung und Therapien zu erhalten, die deine Belastung mindern. Wichtig: Nimm nie Medikamente ohne ärztliche Rücksprache ein. 


Ernährungstipps

Ernährungstipps bei Übelkeit in der Schwangerschaft

In deiner Schwangerschaft und insbesondere, wenn du unter Schwangerschaftsübelkeit leidest, kann es helfen, mehrere kleine Mahlzeiten am Tag zu dir zu nehmen, um die Übelkeit nicht zu verschlimmern. 

  • Wichtig für das Gehirnwachstum deines Babys sind  Eier. Sie enthalten Vitamin A, hochwertiges Eiweiß, Eisen sowie den Nährstoff Cholin. Achte darauf, Eier nur vollständig durchgegart zu essen – bei weichen Eiern oder Speisen mit rohem Ei besteht das Risiko einer Salmonelleninfektion.
  • Auch auf Milchprodukte solltest du nicht verzichten, da diese wichtig für die Entwicklung der Knochen deines Babys sind. Achte darauf, dass du keine Rohmilchprodukte zu dir nimmst. Diese sind gefährlich für dein Baby und könnten ihm schaden.  
  • Haferflocken und Vollkornreis sind in der Schwangerschaft aufgrund der vielen wertvollen Nährstoffe zu empfehlen.  
  • Salate, Nüsse und Rote Bete enthalten Folat. Das ist die natürliche Form der Folsäure. Der erhöhte Bedarf in der Schwangerschaft kann allerdings kaum allein über die Ernährung gedeckt werden. Deshalb wird allen Schwangeren empfohlen, zusätzlich Folsäure als Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen. Wasche frischen Salat und rohes Gemüse immer gründlich ab.
  • Um Sodbrennen zu lindern, solltest du nicht direkt vor dem Zubettgehen essen. Verzichte auf fettige Speisen und scharfe Gewürze.

Weitere Informationen zu einer ausgewogenen Ernährung findest du in unserem Ernährungsratgeber für Schwangere


Rezeptideen

Leichte Rezepte, die bei Schwangerschaftsübelkeit helfen

Um dich in deiner Schwangerschaft so richtig zu verwöhnen, haben wir dir einige Kochrezepte herausgesucht, die du gern ausprobieren darfst.

Du musst starke Übelkeit mit Erbrechen nicht aushalten – wenn es dir schlecht geht, hole dir auf jeden Fall Hilfe. Gynäkologin Dr. med. Annika Schauer

Über Dr. med. Annika Schauer

Gynäkologin

Portrait: Dr. med. Annika Schauer

Dr. med. Annika Schauer ist Frauenärztin und begleitet Frauen in allen Lebensphasen – von der Vorsorge bis zur Schwangerschaft. Auf ihrem Instagram-Kanal @dr.annika.schauer teilt sie evidenzbasiertes Wissen rund um Frauengesundheit und Schwangerschaft verständlich, nahbar und mit einer Prise Humor. Ihr Ziel: Frauen mit Wissen zu stärken, damit sie selbstbestimmt und gut informiert Entscheidungen treffen können. Bei FamilienMomente ist sie die Ansprechpartnerin für alles rund um Frauengesundheit und Schwangerschaft.


Das könnte dich auch interessieren