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Ultraschallbild: Der erste Blick aufs Baby

Das erste Ultraschallbild ist für dich und deinen Partner ein bewegender Augenblick in der frühen Schwangerschaft. Wir zeigen dir, was du auf dem Bild erkennst, wann du es bekommst und wie du diesen Moment für immer festhältst.

✔️ in Zusammenarbeit mit Dr. med. Annika Schauer, Gynäkologin

Erstes Ultraschallbild

Dein Baby im Ultraschall entdecken

Seit dem positiven Schwangerschaftstest sind einige Wochen vergangen. Und auch wenn dir noch niemand etwas ansieht, wächst in dir neues Leben heran. Beim ersten Ultraschall, der meist während der zweiten regulären Schwangerschaftsuntersuchung stattfindet, wirfst du den ersten Blick darauf. Selbst wenn du dein Baby zunächst nur als kleinen hellen Fleck erkennst, vergisst du das Gefühl nie, das winzige Herz schlagen zu sehen.

Dieses erste Bild ist ein Schatz für die Ewigkeit und eine spannende Informationsquelle. Wir entschlüsseln die medizinischen Abkürzungen auf dem ersten Ultraschallbild und erklären deren Bedeutung für die Entwicklung deines Babys.


Wissenswertes

Was ist ein Ultraschallbild?

Ein Ultraschallbild ist die Momentaufnahme einer Ultraschalluntersuchung. Das Gerät sendet feine Schallwellen durch deine Bauchdecke. Treffen diese auf Gewebe, Flüssigkeit oder Knochen, werden sie unterschiedlich stark zurückgeworfen. Aus diesem Echo berechnet das Gerät ein Bild, sodass du dein Baby auf dem Monitor sehen kannst. Nach der Untersuchung kannst du das Bild als Foto mit nach Hause nehmen.

Während der Schwangerschaft begleitet dich die Ultraschalluntersuchung: Bei der ersten Untersuchung erkennst du den Embryo nur als kleinen Punkt, später siehst du den Fötus mit Kopf, Armen und Beinen deutlich heranwachsen. So verfolgst du Schritt für Schritt mit, wie sich dein Kind entwickelt.

In welcher Schwangerschaftswoche wird das erste Ultraschallbild gemacht? 

Dein erstes Ultraschallbild bekommst du in der Regel zwischen der neunten und zwölften Schwangerschaftswoche bei der ersten von drei Basis-Ultraschalluntersuchungen der Schwangerschaftsvorsorge. Der Frauenarzt prüft, ob sich die Schwangerschaft am richtigen Ort eingenistet hat, also in der Gebärmutterhöhle, und ob das Herzchen schlägt. Anhand der Größe des Embryos wird geprüft, ob der errechnete Geburtstermin korrekt ist. 

Schon ab der siebten Schwangerschaftswoche kannst du den Herzschlag erkennen. Das Geschlecht deines Babys lässt sich zu diesem frühen Zeitpunkt allerdings noch nicht bestimmen. Sicher feststellen lässt es sich meist erst beim zweiten Ultraschall ab der 19. Schwangerschaftswoche.


Bilddetails

Was steht alles auf dem Ultraschallbild?

Abbildung: Das erste Ultraschallbild

Auf den ersten Blick wirkt ein Ultraschallbild wie ein diffuses Schwarz-Weiß-Bild. Tatsächlich stecken jede Menge Informationen darin: Am Bildrand findest du die wichtigsten Eckdaten zur Untersuchung, in der Mitte wird dein Baby dargestellt.

Allgemeine Angaben am Rand des Ultraschallbildes

Am Bildrand findest du die organisatorischen Daten zur Aufnahme:

  • deinen Namen
  • das Datum der Untersuchung
  • deine Schwangerschaftswoche
  • die Arztpraxis
  • den Gerätetyp und die Geräteeinstellung

Mit diesen Informationen ist das Ultraschallbild dir eindeutig zuzuordnen, und du und dein Arzt können die Entwicklung deines Babys im Verlauf der Schwangerschaft gut nachvollziehen.

Angaben zum Baby auf dem Ultraschallbild

Am Bildrand verraten dir Abkürzungen und Strukturen, wie sich dein Baby entwickelt:

 

Scheitel-Steiß-Länge

Die Scheitel-Steiß-Länge, kurz SSL, gibt die Größe deines Babys vom Kopf bis zum Po an. Beim ersten Ultraschall ist sie der wichtigste Messwert – an ihr liest dein Arzt ab, wie weit dein Baby entwickelt ist und bestimmt daraus den Geburtstermin. In der neunten Schwangerschaftswoche misst dein Baby rund zwei Zentimeter, in der zehnten etwa zweieinhalb Zentimeter, in der elften rund drei Zentimeter und in der zwölften Schwangerschaftswoche etwa fünf Zentimeter. Das sind aber nur Richtwerte – kleine Abweichungen sind völlig normal.

Beats per minute

Der Wert beschreibt die Herzfrequenz deines Babys in beats per minute, kurz BPM, zu Deutsch: Herzschläge pro Minute. Schon beim ersten Ultraschall siehst oder hörst du dieses schnelle Pochen – das kleine Herz schlägt deutlich schneller als deines. Der Normalbereich liegt zwischen 110 und 160 Schlägen pro Minute, in den ersten Wochen ist die Frequenz oft sogar höher. Ob alles im grünen Bereich ist, beurteilt dein Arzt.

Fruchthöhle und Fruchtblase

Die Fruchthöhle ist oft das erste, was sich zeigt, noch bevor du den winzigen Embryo darin entdeckst. In den ersten Wochen spricht man von der Fruchthöhle; sobald sie sich mit Fruchtwasser füllt, wird daraus die Fruchtblase. 

Dottersack

Dieser versorgt deinen Embryo in den ersten Wochen mit Nährstoffen und bildet erste Blutzellen, solange der Mutterkuchen diese Aufgabe noch nicht übernimmt. Auf dem ersten Ultraschallbild zeigt er sich als kleiner, heller Ring – ein gutes Zeichen dafür, dass sich dein Baby an der richtigen Stelle entwickelt. Später bildet er sich von selbst wieder zurück.

Nabelschnur

Auch die Nabelschnur, die dein Baby mit dem Mutterkuchen verbindet, lässt sich im weiteren Verlauf gut erkennen. In der Regel wird sie bei der zweiten Ultraschalluntersuchung rund um die 20. Schwangerschaftswoche untersucht. Schon kurz nachdem dein Baby selbst sichtbar wird, kann dein Arzt die Nabelschnur im Ultraschall darstellen. Vor allem prüft er dabei, ob die Nabelschnur die üblichen drei Gefäße enthält: zwei Arterien und eine Vene.

Geschlecht

Für werdende Eltern ist es eine der spannendsten Fragen: Ob du einen Jungen oder ein Mädchen erwartest, zeigt sich in der Regel erst ab der 20. Schwangerschaftswoche, und nur, wenn dein Baby günstig liegt. Bei sehr guten Ultraschallgeräten und erfahrenen Ärzten kann das Geschlecht auch schon ab der 12. Woche zu erkennen sein – je nachdem, in welche Richtung das Geschlechtsteil zeigt. Zeigt es Richtung Füße, deutet es eher auf ein Mädchen hin, nach vorne eher auf einen Jungen. Diese sogenannte „Nub-Methode“ hat eine Fehlerquote von circa 10 bis 30 Prozent.

Biparietaler Durchmesser

BPD steht für den biparietalen Durchmesser und gibt die Breite des Babyköpfchens an. Dein Arzt misst sie von einer Schläfe zur anderen und überprüft damit, ob sich das Köpfchen zeitgerecht entwickelt. Um die 20. Schwangerschaftswoche liegt der Wert meist bei etwa 46 bis 50 Millimetern. Auch hier gilt: Kleine Abweichungen sind normal, dein Arzt ordnet den Wert ein. 

So liest du dein Ultraschallbild richtig

Beim ersten Ultraschallbild kommt es vor allem auf wenige Werte an: auf die Größe deines Babys, den Herzschlag und seine Lage in der Fruchtblase.

Wie herum hältst du das Ultraschallbild richtig?

Die Ansicht hängt davon ab, wie dein Arzt den Schallkopf bei der Aufnahme gehalten hat. Lass dir beim Termin zeigen, wo Kopf und Füße deines Babys liegen.

Was ist das Schwarze auf dem Ultraschallbild?

Die schwarzen Bereiche auf einem Ultraschallbild zeigen meist Flüssigkeit. Dazu gehören beispielsweise das Fruchtwasser oder die Fruchthöhle in den frühen Schwangerschaftswochen. Da Flüssigkeiten die Schallwellen anders reflektieren als Gewebe oder Knochen, erscheinen sie auf dem Bild dunkel oder schwarz.

Was kostet ein Ultraschallbild?

Für die reguläre Vorsorge zahlst du nichts: Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt drei Basis-Ultraschalluntersuchungen, rund um die 10., 20. und die 30. Schwangerschaftswoche. Die Bilder daraus darfst du kostenlos mitnehmen. Gibt es einen medizinischen Anlass, übernimmt deine Kasse auch zusätzliche Untersuchungen.

Über die regulären Untersuchungen hinaus wünschen sich manche Eltern einen zusätzlichen Blick auf ihr Baby. Das ist möglich, wenn dein Arzt einen solchen Ultraschall für sinnvoll hält. Entscheidend ist dabei der Zweck der Untersuchung, nicht die Technik: Ein normaler 2D-Ultraschall bleibt als zusätzliche Untersuchung erlaubt, solange dein Arzt ihn für medizinisch sinnvoll hält. Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt die Kosten dafür aber nicht in jedem Fall. Sie liegen je nach Praxis und Aufwand zwischen 50 und 150 Euro. Für eine junge Familie summiert sich das schnell. Sprich daher in Ruhe mit deinem Arzt, ob ein zusätzlicher Ultraschall sinnvoll ist. 

Was kostet ein 3D- oder 4D-Ultraschallbild?

Ein 3D- oder 4D-Ultraschall als schönes Andenken lässt sich seit dem 1. Januar 2021 nicht mehr buchen. Die Strahlenschutzverordnung untersagt Ultraschall in der Schwangerschaft, der keinem medizinischen Zweck dient – also reine Erinnerungsaufnahmen, umgangssprachlich „Babykino”. Der Gesetzgeber schützt so das Baby vor der Schallenergie, die keinen medizinischen Nutzen hat. Erlaubt bleibt der 3D- oder 4D-Ultraschall dagegen, wenn dein Arzt ihn für medizinisch sinnvoll hält – etwa, um eine Auffälligkeit genauer abzuklären. Ob die Krankenkasse die Kosten übernimmt, hängt vom Einzelfall ab: Ist die Untersuchung nicht Teil der regulären Vorsorge, kann sie eine Selbstzahlerleistung sein. 

Ist das Ultraschallbild gefährlich für das Baby?

Hier kannst du beruhigt sein: Die normalen 2D-Ultraschalls deiner Vorsorge gelten als sicher. Der Ultraschall arbeitet mit Schallwellen, nicht mit Röntgenstrahlung. Die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin, kurz DEGUM, betont, dass es trotz jahrzehntelanger Forschung keine Belege für einen Schaden am Fötus durch diese kurzen Untersuchungen gibt.


Babytagebuch

Gemeinsam in Erinnerungen schwelgen

Damit das erste Ultraschallbild nicht in einer Schublade in Vergessenheit gerät, mache eine bleibende Erinnerung daraus. Besonders schön gelingt das mit einem persönlichen Babytagebuch: Darin hältst du die großen und kleinen Meilensteine eures gemeinsamen Abenteuers fest und klebst die Ultraschallbilder direkt mit ein.

Du brauchst:

  • ein (Ring-)Buch oder Fotoalbum als persönliches Babytagebuch
  • Bastelutensilien wie Washi-Tape, Sticker, Motivstanzer oder Karten

So geht’s:

Schon vor der Geburt füllst du dein Babytagebuch mit Geschichten und Momenten aus der Schwangerschaft. Neben dem Ultraschallbild gehören die schönsten Babybauchfotos hinein. Halte auch fest, worauf du Appetit hast und welche lustigen oder emotionalen Augenblicke du und dein Partner gemeinsam erlebt habt. Mit verschiedenen Bastelutensilien gestaltest du dein Album und verkürzt dir nebenbei die Wartezeit. Wetten, dass die Vorfreude mit jedem Eintrag steigt?

Ultraschallbilder richtig aufbewahren

Ein wichtiger Hinweis: Die meisten Ultraschallbilder druckt die Praxis auf Thermopapier. Dieses Papier verblasst mit der Zeit, vor allem unter Licht und Wärme. Nach ein paar Jahren erkennst du oft kaum noch etwas. So bleiben dir deine Bilder am längsten erhalten:

  • Scanne das Bild ein und sichere es digital. So hast du immer eine Kopie, selbst wenn das Original verblasst.
  • Klebe das Original ins Babytagebuch, statt es zu laminieren. Beim Laminieren wirkt Hitze auf das empfindliche Thermopapier ein und kann es sofort schwärzen.
  • Lagere die Bilder dunkel und trocken, geschützt vor direkter Sonne.
Jahre später wird dein Kind staunen, wenn du ihm die ersten Ultraschallbilder zeigst: „Dieser kleine Punkt warst einmal du!“ Gynäkologin Annika Schauer

Über Dr. med. Annika Schauer

Gynäkologin

Portrait: Dr. med. Annika Schauer

Dr. med. Annika Schauer ist Frauenärztin und begleitet Frauen in allen Lebensphasen – von der Vorsorge bis zur Schwangerschaft. Auf ihrem Instagram-Kanal @dr.annika.schauer teilt sie evidenzbasiertes Wissen rund um Frauengesundheit und Schwangerschaft verständlich, nahbar und mit einer Prise Humor. Ihr Ziel: Frauen mit Wissen zu stärken, damit sie selbstbestimmt und gut informiert Entscheidungen treffen können.


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