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18. und 19. SSW: Entwicklung, Größe, Gewicht, Symptome

Dein Baby und dein Körper entwickeln sich rasant weiter. Was sich in den Schwangerschaftswochen 18 und 19 alles verändert und worauf du achten solltest, haben wir in unserem FamilienMoment für dich zusammengestellt.

✔️ in Zusammenarbeit mit Judith Fuchs, Hebamme

Entwicklung des Babys

Arme und Beine nehmen deutlich an Länge zu

Dein Baby ist erstmals größer als die Plazenta und überholt diese immer weiter. Vor allem das Längenwachstum steht jetzt im Vordergrund. War das Verhältnis von Körper zu Extremitäten bislang unausgeglichen, so nehmen Arme und Beine nun deutlich an Länge zu, während Kopf und Rumpf nur noch wenig wachsen. Auf diese Weise erhält dein Kleines immer mehr die Proportionen, mit denen es am Ende der Schwangerschaft das Licht der Welt erblickt.

Durch die Gewichtszunahme deines Babys kannst du es nun deutlicher spüren. Manche Frauen haben das Gefühl, als wäre ihr Nachwuchs stets zur gleichen Zeit aktiv. Allerdings nimmst du die Bewegungen während deiner eigenen aktiven Phase nicht so stark wahr wie in der abendlichen Ruhephase vor dem Schlafengehen. Tatsächlich hat sich in der 18. Schwangerschaftswoche noch kein deutlicher Rhythmus deines Babys herausgebildet.

Größe und Gewicht

Es ist unglaublich, wie schnell dein Baby innerhalb der letzten Woche gewachsen ist. Es wiegt nun schon um die 200 Gramm und misst 14 bis 18 Zentimeter. Damit ist es fast doppelt so schwer wie in der vergangenen Woche und mit der Größe einer Süßkartoffel vergleichbar. Beachte aber, dass sich jedes Baby unterschiedlich entwickelt und es sich um Durchschnittswerte handelt.


Körper der Schwangeren

Dein Kugelbauch wird für alle sichtbar

Dein Bauch wächst und zeigt sich immer deutlicher – so wird deine Schwangerschaft zum Blickfang. Diese dir entgegengebrachte Aufmerksamkeit hat Vorteile und ermöglicht dir beispielsweise eine Sitzgelegenheit in öffentlichen Verkehrsmitteln. Allerdings kann der Trubel auch schnell zu viel werden. Sage klar nein, wenn du nicht möchtest, dass dein Bauch von anderen angefasst wird.


Häufige Symptome

Schwindelanfälle, Pigmentflecken und Stechen im Bauch

Du bist bereits mitten in deiner Schwangerschaft. Dein Baby und damit auch dein Bauch erreichen langsam eine stattliche Größe. Das bringt allerdings ein paar neue Symptome mich sich:

  • Schwindelanfälle: Dein Körper arbeitet gerade auf Hochtouren. Bemerkbar macht sich das vor allem in Situationen, in denen du abrupt aufstehst und der Kreislauf absackt. Auch ein niedriger Blutzuckerspiegel kann zu einem leicht benommenen Gefühl beitragen. Mache dir keine Sorgen, dein Körper gewöhnt sich an die neue Situation. Ruhe dich öfter aus und gönne dir zwischendurch häufiger ein Stück Obst.
  • Stechen im Bauch: Du kennst dieses ziehende Gefühl bereits? Auch in der 18. und 19. Schwangerschaftswoche werden die Mutterbänder stark beansprucht, was zu einem Dehnungsschmerz führen kann. Sprich mit deinem Arzt, wenn dieser schlimmer werden sollte.
  • Pigmentflecken: Du hast braune Flecken in deinem Gesicht entdeckt? Der Grund dafür ist dein veränderter Hormonspiegel. Durch Sonnenlicht können diese Flecken ebenso wie die „Linea nigra”, eine dunkle Linie vom Bauchnabel bis zum Schambein, noch dunkler werden. Versuche, deine Haut bestmöglich zu schützen.

Arzttermine

Die zweite Vorsorgeuntersuchung

Zwischen der 19. und 22. Schwangerschaftswoche steht in der Regel die zweite große Vorsorgeuntersuchung mit Ultraschall an. Wie bei allen Vorsorgeuntersuchungen wird dein Urin auf Zucker, Eiweiß und Bakterien untersucht. Auch Blutdruck und Gewicht werden erneut ermittelt und im Mutterpass notiert.


Was du beachten solltest

Melde dich zum Geburtsvorbereitungskurs an

Auch zum jetzigen Zeitpunkt gibt es wieder ein paar Dinge, auf die du Rücksicht nehmen solltest. Wir haben sie dir hier übersichtlich zusammengestellt:

  • Mache es dir bequem. Vor allem nachts kann es sein, dass du nicht mehr ganz so gut schlafen kannst. Dein Körper verändert sich und es wird wahrscheinlich angenehmer, nur noch auf der Seite zu schlafen. Kaufe dir bequeme Kissen, an die du dich kuscheln kannst. Vor allem zur Polsterung des Rückens können die Kissen wahre Wunder bewirken.
  • Hast du dich bereits um einen Geburtsvorbereitungskurs gekümmert? Da die Teilnehmerzahl meist sehr begrenzt ist, kann es nicht schaden, sich frühzeitig anzumelden. Du lernst alles Wichtige rund um die Geburt und die erste Zeit danach. Außerdem triffst du andere Schwangere, mit denen du dich austauschen kannst.
  • Informiere dich über mögliche Entbindungsorte. Viele Kranken- und Geburtshäuser bieten Informationsabende für werdende Eltern an, dabei kannst du dir die Räumlichkeiten ansehen und hast die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Immer mehr Frauen wünschen sich wieder eine Geburt zu Hause. Besprich deine Gefühle und Gedanken zum Thema Geburt mit deinem Partner und deiner Hebamme und überlege dir, wo du dich wohl und sicher fühlst.
  • Dein Körper hat jetzt nicht nur einen hohen Bedarf an Eisen und Magnesium, sondern auch an Kalzium. Dieses wird vor allem für den Knochenaufbau deines Babys benötigt. Unterstützen kannst du das zum Beispiel durch deine Ernährung. Greife häufig zu Milch, Käse oder Gemüsesorten wie Fenchel und Brokkoli.
  • Hast du dir schon Gedanken zur Elternzeit gemacht? Auch wenn es noch ein weiter Weg bis dahin ist, verfliegt die Zeit schneller als gedacht. Sprich mit deinem Partner darüber, denn die Elternzeit kann ganz individuell gestaltet werden.

Häufige Fragen

Was sind Übungswehen?

Auch in den Schwangerschaftswochen 19 und 20 kommen Fragen auf, zum Beispiel zum optimalen Zeitpunkt für den Geburtsvorbereitungskurs oder zu Übungswehen.

  • Wann sollte man sich Gedanken zum Einlagern des Blutes der Nabelschnur machen? Nach der Geburt wird die Nabelschnur überflüssig. Diese enthält allerdings sehr viel Blut und wertvolle Stammzellen deines Kindes. Viele Krankenhäuser bieten an, diese Stammzellen zu entnehmen. Diese können dann für eventuelle spätere medizinische Zwecke eingelagert werden. Lasse dich am besten jetzt schon zum genauen Vorgehen von deinem Arzt beraten.
  • Wann sollte man einen Geburtsvorbereitungskurs machen? Es reicht, wenn du einen Geburtsvorbereitungskurs ab der Schwangerschaftswoche 24 einplanst. Da die Teilnehmerzahl meist begrenzt ist, schadet es nicht, sich bereits jetzt um einen Platz zu kümmern.
  • Kann es jetzt schon zu Übungswehen kommen? Ab der 19. Schwangerschaftswoche bemerken einige Frauen, dass sich der Bauch gelegentlich hart anfühlt. Dabei handelt sich um Übungswehen, mit denen sich die Gebärmuttermuskulatur auf die Geburtswehen vorbereitet. In der Regel merkst du davon nur ein leichtes Ziehen. Sofern sie nicht häufiger als dreimal pro Stunde auftreten und weniger als 45 Sekunden anhalten, ist das kein Grund, sich Sorgen zu machen. Wenn du dir unsicher bist sprich mit deinem Arzt oder deiner Hebamme.
Wärme entspannt die Muskulatur und trägt zur Entspannung bei. Dies kann auch genutzt werden, wenn die Gebärmutter wächst und dadurch zieht. Dusche warm, lege dich in eine angenehm warme Badewanne oder lege dir ein Kirschkernkissen auf deinen Unterleib. Achte auf jeden Fall darauf, dass die Temperatur nicht zu heiß ist. Hebamme Judith Fuchs

Ausblick

Was kommt auf dich zu?

Die Hälfte der Schwangerschaft hast du schon fast geschafft. Das heißt aber auch, dass noch so einiges vor dir liegt, vor allem viel Planung: Geburtsvorbereitungskurs, Geburtsort, Namensauswahl, Elternzeit. In den nächsten Wochen gibt es noch viele Dinge, auf die du dich freuen kannst.


Über Judith Fuchs

Hebamme

Portrait: Judith Fuchs

Judith Fuchs begleitet als Hebamme Geburten im Kreißsaal. Sie steht Frauen und ihren Familien während der Schwangerschaft, des Wochenbetts und der Stillzeit unterstützend zur Seite. Eine respektvolle, individuelle und interventionsarme Betreuung sind ihr dabei ein Herzensanliegen. In unseren FamilienMomenten klärt sie als Expertin über alle Themen rund um Schwangerschaft, Geburt und Stillzeit auf. Judith Fuchs hat eine Tochter.


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