Filialdaten werden geladen.

Ihre Daten werden gesendet.
Online-Marktplatz
Filial-Angebote
Online-Marktplatz

Online-Marktplatz

Filial-Angebote

Nachhaltig gefragt / 04. März 2021

Regional einkaufen – was es bedeutet und was es bringt

Laut Bundeszentrale für Ernährung sagen rund zwei Drittel aller Verbraucher, dass sie Lebensmittel aus ihrer Umgebung bevorzugen. Regionalität steht für Frische und für Klimaschutz. Regionalität ist Trend – ohne, dass feststeht, was das Buzzword ganz genau meint. Nachhaltigkeits-Expertin Anna Schunck berichtet über lokale Lebensmittel, deren positiven Effekt auf unsere Umwelt, über Missverständnisse bei der Bezeichnung und klare Anhaltspunkte beim Einkaufen.

Mann mit Kiste Erdbeeren neben Erdbeerfeld und Traktor

Interview

Das Wording: Wie weit weg ist regional und was bedeutet der Begriff genau?

Anna Schunck: Weil die Wörter „Region” und „regional” gesetzlich nicht definiert oder geschützt sind, kann das keiner klar sagen. Stattdessen werden im Lebensmittelbereich eigene Definitionen gefunden. Hersteller und Händler stellen dabei teils sehr unterschiedliche Regeln auf: Für einige dürfen regionale Artikel und alle ihre Inhaltsstoffe nicht weiter als im Umkreis von 30, 50 oder 100 Kilometern produziert worden sein. „Region“ kann aber auch einen einzigen Ort oder Kreis meinen, ein Bundesland, einen Kulturraum wie zum Beispiel das Allgäu oder auch einen größeren Teil der Republik, zum Beispiel Süd- oder Ostdeutschland.

Die Orientierung: Gibt es eine einheitliche Kennzeichnung?

Anna Schunck: Leider nein. Wer beim Einkaufen auf lokale Lebensmittel achten möchte, muss deshalb immer genau hinschauen, das Kleingedruckte lesen, seine eigenen Ansprüche definieren – und kritisch bleiben! Wie gesagt: Unbestimmte Werbewörter wie „aus der Region“, „von hier“, „aus unserem Süden“, „aus unserem Norden“ oder „von nebenan“ dürfen überall draufstehen. Und im Handel kommen sie teils sogar auf offensichtlichen Importprodukten wie Kaffee vor. Dieser wurde dann vielleicht in der Nähe geröstet. Die Bohnen stammen aber natürlich trotzdem aus Übersee.  

Ein gängiges Schema: Auf den Verpackungen verarbeiteter Produkte wird oft nur die Herkunft eines einzelnen Inhaltsstoffs angegeben. Teils kommen sogar alle von weit her und lediglich die Verarbeitung hat überhaupt in Deutschland stattgefunden.

Die Fakten: Wie können wir trotzdem sicher gehen?

Anna Schunck: Indem wir möglichst unverarbeitete Ware kaufen. Dann sind erstens die genauen Inhalte oder Zutaten keine Frage und zweitens ist es wenigstens bei Obst und Gemüse, aber auch bei Milchprodukten allgemein üblich, Angaben zum Erzeugungsort auf der Verpackung oder dem Preisschild sichtbar zu machen. Für Eier gibt es sogar eine einheitliche EU-Kennzeichnung, mit der sich das Bundesland bestimmen lässt, aus dem sie kommen. So steht die 05 in x-DE-05 xxxx für Nordrhein-Westfalen, die 11 in x-DE-11 xxxx für Berlin, andere Bundesländer lassen sich online schnell nach Bedarf entschlüsseln.

Darüber hinaus können wir generell auf die so genannte „Geschützte Ursprungskennzeichnung (g. U.)“ achten. Ist diese vorhanden, kommen die Rohstoffe aus der angegebenen Region und wurden auch dort verarbeitet. Das Label „Regionalfenster“ gibt außerdem Auskunft darüber, woher die Hauptzutaten kommen und wo sie zum fertigen Produkt wurden. Und auf „Regio-Portal“ kann man darüber hinaus Regionalinitiativen mit eigenen Siegeln bundesweit suchen und sich über die Kriterien informieren.

Die Effekte: Auf welche Bereiche hat regional einkaufen Auswirkungen?

Anna Schunck: Vor allem auf unseren CO₂-Fußabdruck. Der fällt bedeutend kleiner aus, wenn unser Essen nicht per Schiff oder Flugzeug um die halbe Welt transportiert werden muss. Darüber hinaus stärken wir die Landwirtschaft vor Ort, wenn wir uns für regionale Waren entscheiden und können sicher sein, dass wir keine wasserarmen Gebiete in Schwellenländern oder gerodete Flächen im Regenwald ausbeuten.

Die Zweifel: Sind kurze Wege wirklich besser für das Klima?

Anna Schunck: Auf jeden Fall. Grob gerechnet können wir davon ausgehen, dass schon Lebensmittel aus anderen europäischen Ländern doppelt so viel CO₂ verbrauchen wie die im weitesten Sinne regionalen Waren. Weiter steigt der Fußabdruck bei Produkten, die per Schiff aus Übersee her transportiert werden, an. Waren, die im Flugzeug nach Deutschland kommen, haben im Schnitt einen fünfmal so hohen CO₂-Verbrauch wie entsprechendes Essen von hier.

Die Nebeneffekte: Bedeutet regional auch immer saisonal?

Anna Schunck: Bestenfalls ja, aber keinesfalls zwangsläufig. Auch in der Umgebung hergestellte, vor allem frische Waren, können in Gewächshäusern gezogen worden sein. Dabei kommt es in Bezug auf Umwelt- und Klimaschutz dann stark auf das Wie an. Weiter stellt sich generell die Frage, ob es im Frühling klimatechnisch mehr Sinn macht, einen Apfel gekühlt von hier oder eingeflogen aus Neuseeland zu kaufen. Die wirklich umweltfreundliche Antwort müsste es sein, sich statt für den Apfel für ein Obst zu entscheiden, das in unserem Land zu der Zeit gerade Saison hat.  

Die Verbreitung: Geht regional einkaufen nur im Hofladen oder auf dem Wochenmarkt?

Anna Schunck: Auch Supermärkte führen seriöse lokale Lebensmittel. Diese kaufen sie über Lieferverträge mit regionalen Produzenten in entsprechend großen Mengen ein und können diese dank ausgearbeiteter Logistik auch lange lagern.


Über Anna Schunck

Nachhaltigkeits-Influencerin

Porträt Anna Schunck
© Michi Schunck

Anna Schunck, geboren 1981, ist freie Journalistin, Moderatorin, Menschenfreundin und Expertin für Nachhaltigkeit. Sie hat eine Tochter und lebt abwechselnd in Berlin und Brandenburg. Seit 2016 berichtet sie in ihrem Online-Magazin „Viertel \ Vor” mit Spaß und Stil über verschiedene Aspekte von Klima- und Ressourcenschutz.

Nebenbei betreibt sie diverse Podiumsdiskussionen über Fair Fashion, Zero Waste, Verkehrswende, Minimalismus sowie verschiedene Podcasts. Außerdem berät Anna verschiedene Marken, Unternehmen sowie Medien. Des Weiteren konzipiert und bearbeitet sie Text- sowie Bewegtbildinhalte und schreibt unabhängig für diverse Magazine wie stern.de, Brigitte, Emotion, Couch und Grazia.


Das machen wir  

Regio-Herz und Zusammenarbeit mit über 1.500 regionalen Erzeugern und Produzenten

Herz mit Kaufland-Logo

Das verstehen wir unter „Regionalität“

Kaufland bietet eine große Auswahl an regional hergestellten Produkten aus den jeweiligen Bundesländern: Dazu zählen Obst und Gemüse und Molkereiprodukte. Aber auch Wurstspezialitäten, Backwaren, Wein oder Bier und sogar das Mineralwasser kommen häufig aus der Nähe. Regionalität heißt für uns, dass der Produktionsstandort der Lebensmittel in Ihrem Bundesland liegt. Bei ausgewählten Produkten können wir sogar die Herstellung in einem Umkreis von circa 30 Kilometern um Ihre Filiale garantieren. Gekennzeichnet sind regionale Erzeugnisse mit unserem „Regio-Herz“ am Regaletikett. Darauf finden Sie zudem Angaben zur Herkunft des Produktes.

Unsere regionalen Produkte

Wir arbeiten bereits mit über 1.500 regionalen Erzeugern und Produzenten zusammen. Bei der Wahl unserer Lieferanten ist uns wichtig, dass sie nicht nur in der direkten Umgebung unserer Märkte produzieren, sondern auch in der jeweiligen Region heimatlich verwurzelt sind.

Wir haben zudem ganzjährig Tomaten aus Deutschland im Sortiment, die in Zorbau (Sachsen-Anhalt) angebaut werden. Im Gewächshaus auf 80.000 Quadratmetern werden jährlich rund 3.000 Tonnen Tomaten geerntet. Beheizt wird dieses Gewächshaus durch die Abwärme einer benachbarten Verwertungsanlage. Ein geschlossener Wasserkreislauf nutzt zu 75 Prozent Regenwasser. Schlupfwespen bekämpfen Schädlinge, Hummeln bestäuben die Pflanzen. Gedüngt wird nach Bedarf und Pflanzenschutzmittel werden so sparsam wie möglich eingesetzt. Somit können Kunden bei Kaufland sich das ganze Jahr hindurch für deutsche Tomaten aus verantwortungsvoller Produktion entscheiden.