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30. und 31. SSW: Entwicklung, Größe, Gewicht, Symptome

In der 30. und 31. Schwangerschaftswoche fühlst du dich kugelrund und einfache Dinge im Alltag zu erledigen, wird immer beschwerlicher. Auch dein Baby merkt, dass es bald so weit ist: Der Platz im Bauch wird langsam knapp. Wir haben die wichtigsten Infos für die 30. und 31. Schwangerschaftswoche zusammengestellt.

✔️ in Zusammenarbeit mit Judith Fuchs, Hebamme

Entwicklung des Babys

Die Kopfhaare wachsen

Dein Baby bereitet sich auf das Leben außerhalb der Gebärmutter vor. Das kannst du im Ultraschall in der 30. oder 31. Schwangerschaftswoche gut erkennen: Der feine Flaum, auch „Lanugo” genannt, der den Körper des Babys bedeckt, bildet sich langsam zurück und die Kopfhaare beginnen, zu wachsen.

Die Organe deines Babys haben bereits ihre volle Funktion erreicht und sind komplett ausgebildet. Bestimmt ist es für dich eine Erleichterung, dass auch die Lungenreifung so gut wie abgeschlossen ist. Wenn dein Baby in der 30. Schwangerschaftswoche geboren werden würde, könnte es wahrscheinlich noch nicht komplett alleine atmen, es wäre aber in der Lage, Atemzüge zu machen.

Unglaublich, was sich zuletzt wieder alles bei deinem Baby entwickelt hat. Wusstest du, dass deine Essgewohnheiten in der 30. Schwangerschaftswoche direkt bei deinem Baby ankommen und seinem Gewicht in den letzten Wochen einen ordentlichen Schub geben? Dazu gehört zum Beispiel:

  • Kalzium, das du zum Beispiel durch Milch zu dir nimmst, wird direkt zum Aufbau des Knochengerüsts deines Babys weiterverwertet.
  • Eisen speichert dein kleiner Bauchbewohner als Vorrat. Von diesem zehrt er bis hin zum Alter von sechs bis neun Monaten.
  • Auch Eiweiße werden von dem kleinen Kinderkörper benötigt: Du unterstützt den Aufbau gesunder Zellen im gesamten Körper.  

Größe und Gewicht

Dein Baby legt fast täglich an Gewicht und Größe zu: Knapp 38 bis 40 Zentimeter ist es nun groß und wiegt etwa 1.400 Gramm. Dein Kind hat in etwa die Größe eines Kohlkopfes.  


Körper der Schwangeren

Die Haut am Bauch dehnt sich und juckt

Dein Bauch wächst und wächst. Kein Wunder, dass Kleinigkeiten wie Schuhe binden dich vor immer größere Herausforderungen stellen. Auch deinem Umfeld fällt der wachsende Bauch auf und du wirst wahrscheinlich immer häufiger gefragt, in welchem Monat du dich befindest.

Bis zur 30. Schwangerschaftswoche liegt eine Gewichtszunahme von circa acht bis zehn Kilogramm im Normalbereich, sofern du vor der Schwangerschaft kein Übergewicht hattest. Ab dem jetzigen Zeitpunkt wirst du wöchentlich etwa 400 bis 450 Gramm an Gewicht zunehmen. Deine Haut am Bauch wird zunehmend gedehnt, was zu einem Juckreiz führen kann. Vermeide es, dich zu kratzen – das kann den Juckreiz noch verstärken. Massiere deine Haut am Bauch sanft mit einer Feuchtigkeitscreme oder einem Öl und versuche, dich zu entspannen. 


Häufige Symptome

Gefühlschaos und Heißhunger

Jetzt steigt der Druck der Gebärmutter auf die Organe zunehmend und dein Körper wird immer mehr in Anspruch genommen. Verschiedene Beschwerden treten verstärkt ab der 30. sowie 31. Schwangerschaftswoche auf:

  • Übungswehen oder Vorwehen: Dein Körper bereitet sich auf die bevorstehende Entbindung vor. Höre auf deinen Körper und gib ihm die Entspannung und Ruhe, die er braucht. Vorwehen sind völlig normal und harmlos. Der Muttermund kann sich dadurch nicht öffnen. Vorsicht ist geboten, wenn das Ziehen in regelmäßigen, immer kürzer werdenden Abständen kommt und die Schmerzen stärker werden. Dann kann es sich um echte Wehen handeln und du solltest umgehend zum Arzt gehen.
  • Gefühlschaos: Deine Hormone spielen verrückt: So kann dir nach einem euphorischen Gefühlshoch die Textzeile eines Liedes oder ein rührender Moment das Wasser in die Augen treiben. Gefühlsschwankungen in der Schwangerschaft gehören dazu – versuche, sie mit Humor zu nehmen!
  • Juckreiz: Wenn der Bauch juckt, hilft regelmäßiges Eincremen besonders gut.
  • Haut: In der Schwangerschaft wird deine Haut besser durchblutet. Das lässt sie frischer und gesünder wirken. Hautunreinheiten verschwinden meist. Häufig wird auch eine verstärkte Pigmentierung bei Schwangeren festgestellt. All diese Veränderungen bilden sich nach der Geburt durch den Hormonabfall wieder zurück.
  • Baby-Hunger: Dein Baby wächst und wächst – und das zeigt es dir! Häufig hast du jetzt richtig viel Hunger. Iss also genug, wobei du nicht sprichwörtlich für zwei essen musst. Achte aber auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung.

Arzttermine

Die letzte große Ultraschalluntersuchung vor der Geburt

Zwischen der 29. und 32. Schwangerschaftswoche steht die letzte Ultraschalluntersuchung beim Frauenarzt auf dem Programm: Dort werden einige Untersuchungen vom zweiten Ultraschall wiederholt. Vor allem schaut sich dein Arzt das Wachstum und die Herzfunktion deines Babys an und kontrolliert den Sitz der Plazenta. Zusätzlich werden jetzt auch die Herztöne deines Babys und deine Wehentätigkeiten untersucht. Des Weiteren wird dein Arzt dich – insofern du nicht immun bist – noch einmal auf Toxoplasmose testen.

Sprich auch mit deinem Arzt, wenn du glaubst, schon Wehen zu haben oder dein Bauch sich oft sehr hart anfühlt. Dein Arzt kann leicht überprüfen, ob es sich um echte Wehen gehandelt hat. Wenn du unter deinen Stimmungsschwankungen leidest, kann dir der Arzt deine Ängste nehmen, die in dieser Zeit völlig normal sind. Von nun an finden die Untersuchungen beim Gynäkologen oder der Hebamme alle 14 Tage statt.

Einige Hebammen bieten auch Schwangerenvorsorge an. In den meisten Fällen kommt sie zu dir nach Hause. Während deine Hebamme die üblichen Untersuchungen durchführt, kannst du sie auch mit all deinen Fragen löchern. Hebamme Judith Fuchs

Was du beachten solltest

In der Seitenlage schlafen und Kinderarzt suchen

Nutze die Zeit vor dem Schwangerschaftsendspurt für dich: Mache noch letzte Erledigungen oder triff dich mit Freunden.

  • Du findest nachts kaum noch eine Position, in der du gut schlafen kannst? Auf dem Rücken zu liegen, geht bei vielen Frauen nicht mehr, weil die große Hohlvene durch das Gewicht des Babys abgedrückt wird. Eine bequeme Liegeposition für diese Zeit ist die Seitenlage, denn so kannst du auch deinen Organen eine Ruhepause gönnen. Mit einem Stillkissen zwischen den Knien und unter dem Bauch kann diese Position sogar richtig gemütlich werden. Es ist allerdings ratsam, auf der linken Seite zu liegen: Das entlastet zusätzlich die Hohlvene und unterstützt den Körper dabei, Schadstoffe aus dem Körper zu filtern, zum Beispiel auch lästige Wassereinlagerungen.
  • Falls du noch keinen Kinderarzt hast, solltest du jetzt mit der Suche beginnen – je früher, desto besser. Besonders im ersten Lebensjahr wirst du viel Kontakt mit dem Kinderarzt haben. Deshalb ist es wichtig, dass du einen Arzt findest, dem du vertraust und den du sympathisch findest. Vielleicht können deine Freunde dir auch einen Kinderarzt empfehlen.
  • Du machst dir Gedanken, wie du mit der Situation nach der Geburt umgehst. Oder hast Angst, dass du überfordert bist? Das sind völlig normale Gedanken und Gefühle. Ablenkung ist in diesen Fällen die beste Medizin. Solange dein Kind es nicht besonders eilig hat, hast du schließlich noch viel Zeit, Dinge zu tun, die jetzt noch ohne viel Aufwand und Überlegungen möglich sind: Freunde treffen, ins Kino gehen oder Besorgungen für die Zeit nach der Geburt tätigen. Sprich mit deinem Partner, engen Freunden oder deiner Familie über deine Gefühle, Sorgen und Ängste – so sind die Grübeleien schnell vergessen!
  • Du bist mit Zwillingen schwanger? Dann sehnst du dir den Geburtstermin sicherlich schon herbei. Eine Frühgeburt in der 30. Schwangerschaftswoche gilt es, möglichst zu vermeiden. Denn ein Kind, das bis zur 36. Woche geboren wird, braucht eine besondere ärztliche Betreuung. Das gilt natürlich auch bei einer Zwillingsschwangerschaft. Die meisten Zwillinge werden durchschnittlich um die 37. Woche geboren. Wird der Wunsch nach einer baldigen Geburt in der 30. Woche also zu groß, lenke dich mit schönen Dingen ab.

Häufige Fragen

Ab wann darf ein Frühchen nach Hause?

Der Fokus der Fragen im dritten Trimester der Schwangerschaft verschiebt sich immer mehr in Richtung Geburt.

  • Was bedeuten Unterleibsschmerzen? Du bist im letzten Drittel deiner Schwangerschaft angelangt. Dein Körper nutzt die bevorstehende Zeit und bereitet sich auf die Geburt vor. Deine Gebärmutter muss immer mehr an Gewicht tragen. Deshalb dehnen sich die Mutterbänder wieder stärker und es kann häufiger zu Unterleibsschmerzen kommen.
  • Was bedeutet eine Frühgeburt für die Entwicklung des Kindes? Babys in den Wochen 30 und 31 sind bereits sehr weit entwickelt und die Wahrscheinlichkeit, dass es bei einer Frühgeburt überlebt, liegt bei etwa 97 Prozent. Allerdings wird es noch medizinische Unterstützung brauchen.
  • Ab wann darf ein Frühchen, das in der 30. oder 31. Woche auf die Welt kam, nach Hause?  Auf diese Frage gibt es keine allgemeingültige Antwort. Sie ist abhängig von der Verfassung und Entwicklung des Babys in der Klinik. Häufig dürfen Frühchen im Alter von drei bis sechs Wochen nach Hause, aber insgesamt ist dies individuell sehr unterschiedlich. 

Ausblick

Was kommt auf dich zu?

Das Ende der Schwangerschaft rückt immer näher und die spannende Reise der Schwangerschaft neigt sich dem Ende zu. Nutze die letzten Wochen deiner Schwangerschaft, um dich auf die Geburt deines Babys und auf das Wochenbett vorzubereiten.


Über Judith Fuchs

Hebamme

Portrait: Judith Fuchs

Judith Fuchs begleitet als Hebamme Geburten im Kreißsaal. Sie steht Frauen und ihren Familien während der Schwangerschaft, des Wochenbetts und der Stillzeit unterstützend zur Seite. Eine respektvolle, individuelle und interventionsarme Betreuung sind ihr dabei ein Herzensanliegen. In unseren FamilienMomenten klärt sie als Expertin über alle Themen rund um Schwangerschaft, Geburt und Stillzeit auf. Judith Fuchs hat eine Tochter.


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