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Richtig Abstillen – so gelingt die Umstellung

Wann und wie das Abstillen reibungslos funktioniert, ist bei jedem Baby und jeder Mama unterschiedlich. Tipps und Tricks, die dabei helfen können, lesen Sie in unserem FamilienMoment.

Primäres und sekundäres Abstillen

Was bedeutet „Abstillen"?

Stillen ist eine wichtige Verbindung zwischen Mutter und Kind. Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt, Babys sechs Monate lang ausschließlich zu stillen. Verschiedene Gründe können allerdings dazu führen, dass Mütter nicht stillen können oder früher abstillen müssen. Prinzipiell wird dabei zwischen primärem und sekundärem Abstillen unterschieden.

Das primäre Abstillen bezeichnet das Stoppen des Milcheinschusses direkt nach der Geburt. Primär abgestillt wird auf Wunsch der Frau oder weil es die Situation erfordert, zum Beispiel bei einer Totgeburt, bei Drogen- oder Alkoholabhängigkeit, Infektionskrankheiten oder wenn die junge Mutter nicht genug Milcheinschuss hat. Auch eine Galaktosämie des Babys kann ein Grund sein. Darunter verstehen Ärzte einen Enzymdefekt, bei dem das Kind die in der Milch enthaltene Galaktose nicht abbauen kann. Dadurch sammeln sich Abbaustoffe an, die Leber, Nieren und Gehirn schädigen.

Der Großteil der Mütter stillt sekundär ab – das heißt, dass nach dem sechsten Monat langsam damit begonnen wird, Milchmahlzeiten mit Beikost zu ersetzen und weiterhin zu stillen. So wird Ihr Kind ganz sanft von der Milch entwöhnt und bekommt nach und nach immer mehr feste Nahrung. Wie lange der Zeitraum des Abstillens dauert, ist individuell unterschiedlich. Sekundäres Abstillen kann manchmal mit schmerzhaften Komplikationen wie einer Brustentzündung, Abszessen oder mit psychischen Problemen wie einer Wochenbettpsychose verbunden sein.  

Wie geht es nach dem Stillen weiter?

Je nachdem, wann abgestillt wird, muss dem Kind als Ersatz für die Muttermilch nun andere Kost verabreicht werden. Das ist je nach Alter unterschiedlich. So kann ein Baby mit drei Monaten noch keine Beikost zu sich nehmen. Es bekommt als Ersatz mit Wasser angerührtes Milchpulver zu trinken. Ist Ihr Schatz bereits ein halbes Jahr alt, können Sie ihm nach und nach verschiedene Breie zu essen geben.


Zeitpunkt des Abstillens

Was Sie beachten sollten

Der richtige Zeitpunkt zum Abstillen ist individuell verschieden und von der persönlichen Situation abhängig. Jede Mutter darf für sich entscheiden, wann sie abstillen möchte. Die Gründe für das Abstillen können sein:

  • Wiedererlangen der Selbstbestimmung über den eigenen Körper
  • mangelndes Interesse des Babys
  • kein ausreichender Milchfluss
  • Medikamenteneinnahme
  • Rückkehr ins Berufsleben

Zudem gibt es einige gesundheitliche Aspekte, die Sie beachten sollten: So ist bei Frauen, die stillen, das Risiko geringer an Osteoporose, Brust- oder Eierstockkrebs zu erkranken. Außerdem leiden Kinder, die länger als ein halbes Jahr gestillt wurden, im Verlauf ihres Lebens nachweislich seltener an Krankheiten wie Diabetes oder Mittelohrentzündungen. Lesen Sie, was Sie beachten sollten, wenn Sie vor oder nach dem sechsten Monat abstillen:

Abstillen vor dem 6. Monat

Der sogenannte Zungenstreckreflex ermöglicht Ihrem Kind das Saugen. Beikost hingegen wird sofort mit der Zunge aus dem Mund geschoben. Der Reflex verschwindet ab dem vierten Lebensmonat nach und nach. Bevor er gänzlich weg ist, müssen Sie zur Flaschennahrung in Form von Milchpulver greifen. Etwa ab dem fünften Monat kann das Baby langsam an Beikost herangeführt werden. Höchstwahrscheinlich werden Sie merken, wann Ihr Kind dazu bereit ist – es wird Ihnen zeigen, wenn Interesse für andere Nahrung da ist.

Ein frühes Abstillen kann aber auch Sie als Mutter beeinflussen: Denn ist der Prolaktinspiegel, der für die Milchbildung zuständig ist, sehr hoch und fällt dann durch ein schnelles Abstillen abrupt ab, kann dies einen negativen Einfluss auf Ihre Psyche haben und zu depressiven Verstimmungen führen.

Abstillen nach dem 6. Monat

Natürlich abgestillt wird meist im Zeitraum zwischen dem fünften und siebten Monat: Hier können Sie Ihrem Kind bedenkenlos die erste Beikost geben. Dies ist insofern wichtig, da Ihr Sonnenschein mit zunehmendem Alter auch mehr Energie benötigt. Der Nährstoffbedarf kann nicht mehr nur über die Milch abgedeckt werden, da Ihr Schatz nun größere Mengen an Eisen, Zink, Vitamin B und D braucht.

Für die Einführung der Beikost eignen sich beispielsweise Karotten-, Kürbis-, Zucchini-, Pastinake- oder Kartoffelbrei. Zu einem späteren Zeitpunkt, etwa ab dem neunten Monat, können Sie Stillmahlzeiten außerdem mit Obstbrei oder Milchmahlzeiten ersetzen. Wichtig ist, dass Sie Ihrem Kind zu jeder Breimahlzeit Wasser reichen, damit es genügend Flüssigkeit zu sich nimmt.


Natürliches Abstillen

Schrittweise Umstellung

Mit dem Stillen aufzuhören, braucht viel Zeit und Geduld. Beachten Sie, dass Rückschläge beim Abstillen ganz normal sind und immer wieder vorkommen können. Klappt es an einem Tag gut, heißt das im Umkehrschluss nicht, dass es beständig so laufen wird. Natürliches Abstillen bedeutet nämlich nicht nur eine Umstellung der Nahrung, sondern auch eine emotionale Umstellung für Mutter und Kind. Achten Sie dabei auf Ihren eigenen Körper. Er lernt gerade, dass eine geringere Milchnachfrage da ist und produziert automatisch weniger Milch. Dieser Prozess kann ein paar Tage bis Wochen dauern. Bei Unannehmlichkeiten oder einer Verhärtung in der Brust, sollten Sie unbedingt mit Ihrer Hebamme Kontakt aufnehmen.

Der erste Brei am Mittag

Das Abstillen verläuft in der Regel sanft und schrittweise. Dabei wird zu Beginn zunächst eine Milch- durch eine Breimahlzeit ersetzt. Hierfür eignet sich besonders die Mittagsmahlzeit. Zu dieser Tageszeit ist Ihr Baby wach, gut gelaunt und nicht allzu hungrig. Ihr Schatz ist in diesem Zustand offen, neue Dinge auszuprobieren. Im nächsten Schritt kann eine abendliche Stillmahlzeit ersetzt werden. Als letzte folgt das Frühstück.

Salbeitee unterstützt das Abstillen

Salbeitee kann die Milchproduktion hemmen, da durch seine Wirkung die Ausschüttung des Hormons Prolaktin verhindert wird. Wenn Sie nicht abrupt abstillen möchten, sondern langsam und sanft, reicht eine kleine Menge Tee aus – ein guter Start sind beispielsweise ein bis vier Tassen am Tag, die Sie direkt nach dem Stillen trinken. Die Dosis wird dann langsam gesteigert. Alternativ eignen sich Salbeibonbons. Wer kein Salbei mag, kann stattdessen zu Pfefferminztee greifen.


Nächtliches Stillen abgewöhnen

Im eigenen Bett schlafen, Schnuller oder Milchflasche anbieten

Nachts zu stillen bedeutet für viele Babys Beruhigung und Nähe zur Mama. Auch für die Mutter ist nächtliches Stillen bequem, denn so kann sie danach entspannt weiterschlafen. Spätestens nach neun bis zwölf Monaten benötigt Ihr Baby keine Milch mehr als Kalorienzufuhr und Sie können nächtliche Mahlzeiten reduzieren. Wie das gelingt, lesen Sie in unseren Tipps.

Im eigenen Bett schlafen

Ihr Schatz wird größer und braucht nachts keine Milchmahlzeit mehr. Damit kommt auch der Moment, in dem er lernen kann, allein im eigenen Bett zu schlafen und ohne Stillen zur Ruhe zu kommen.

Milchflasche anbieten

Muss es wirklich Stillen sein? Womöglich ist Ihr Baby nur durstig, sodass Sie ihm Wasser reichen können. Auch eine nächtliche Milchflasche kann das Abstillen unterstützen. Die Milch sättigt das Baby und mit etwas Warmen im Bauch schläft es meist schneller wieder ein. Hier ist allerdings Vorsicht geboten: Milch kann nachts zu Karies führen, da die Zähne danach nicht geputzt werden. Wenn Ihr Kind jedoch die Flasche annimmt, können Sie Stück für Stück immer mehr Wasser hinzufügen, bis es nachts gar keine Milch mehr trinkt. 

Schnuller zum Nuckeln

Oft reicht es den Kleinen schon, wenn sie nachts an etwas nuckeln können – ein Schnuller kann ein guter Ersatz für die Brust sein.

Von Papa trösten lassen

Kinder, die nachts noch gestillt werden möchten, sollten während der Schlafenszeit von Papa und nicht von Mama getröstet werden. Denn sobald das Baby die Mutter sieht, schreit es womöglich automatisch und will an Mamas Brust. Es kann deswegen helfen, wenn der Vater das nächtliche Trösten und Zubettbringen übernimmt.

Standhaft bleiben

In der ersten Zeit ohne Stillen wird Ihr Baby unruhig sein, wenig schlafen, viel weinen oder sogar brüllen. Stellen Sie sich auf schlafarme, anstrengende Nächte ein. Schnell werden Sie jedoch merken, dass Ihr Kind sich an die Situation gewöhnen wird. Wichtig ist, dass Sie als Eltern für Ihr Baby da sind, ihm gut zu sprechen und ihm Nähe schenken. So kann es sich auch ohne Stillen geborgen fühlen.

Einschlafrituale helfen

Neben Schnuller, Milchflaschen und dem Papa können auch andere Dinge beim Einschlafen helfen. So beispielsweise ein warmes, ausgiebiges Bad vor dem Schlafengehen oder eine extra lange Kuscheleinheit. Ist Ihr Kind etwas größer, helfen Spieluhren oder Nachtlichter. Tolle Einschlafrituale finden Sie unter anderem auch in diesem FamilienMoment.

Scheuen Sie sich nicht, Ihre Hebamme um Rat und Tipps zu fragen, wenn Sie abstillen möchten. Jede Frau hat das Recht, beim Abstillen von einer Hebamme begleitet zu werden. Hebamme Judith Fuchs

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