Beikostplan: So gelingt der Beikoststart
Die ersten Monate nach der Geburt eines Kindes vergehen rasend schnell. Schon bald ist dein Baby bereit für die Beikost. In welcher Reihenfolge die Breisorten eingeführt werden und mit welchen Tricks dein Baby zum Breiliebhaber wird, liest du in unserem FamilienMoment.
✔️ in Zusammenarbeit mit Dr. Alexa Iwan, Ernährungswissenschaftlerin
Was ist Beikost?
Der Begriff Beikost umfasst alles, was dein Baby zusätzlich zu Muttermilch oder Säuglingsmilchnahrung zu essen bekommt: Gemüse, Obst, Fleisch, Fisch, Milch und Getreide in Form von daraus hergestellten Breien. Dabei spielt jedes Lebensmittel bei der Nährstoffversorgung eine wichtige Rolle. Ziel ist es, durch die Breie nach und nach die Milchmahlzeiten zu ersetzen und das Kind schrittweise an normale Familienmahlzeiten heranzuführen.
Was ist der Unterschied zu Baby-led Weaning?
Bei der Einführung der Beikost wird das Baby zuerst mit Brei aus püriertem Obst und Gemüse gefüttert, da die Gefahr des Verschluckens geringer ist. Bei Baby-led Weaning werden die Lebensmittel stattdessen kleingeschnitten und dem Kind als Fingerfood serviert. Es nimmt die Nahrung aktiv zu sich. Ob die Beikost mit Brei oder BLW eingeführt wird, ist den Eltern überlassen. Die Methoden schließen sich zudem nicht aus. Ausführliche Informationen zu der Methode und welche Lebensmittel dafür geeignet sind, findest du in unserem FamilienMoment über Baby-led Weaning.
Wann sollte ich mit der Beikost starten?
Es wird empfohlen, nicht vor Beginn des fünften Monats, jedoch spätestens zu Beginn des siebten Monats mit der Beikost zu beginnen. Grund hierfür ist, dass ab dem siebten Monat die Eisenspeicher deines Babys langsam erschöpft sind und die Muttermilch den wachsenden Nährstoffbedarf nicht mehr abdeckt. Eisen und weitere Nährstoffe für seine optimale Entwicklung bekommt dein Kind jetzt besser über traditionelle Lebensmittel als über Muttermilch.
Beikostreifezeichen: Ist mein Baby bereit für die Beikost?
Um den fünften bis siebten Lebensmonat wird sich dein Baby immer mehr für das interessieren, was du isst. Ob dein kleiner Liebling bereit für die Beikost ist, kannst du an folgenden Reifezeichen erkennen:
- Der Zungenstoßreflex lässt nach, durch den bisher automatisch Nahrung aus dem Mund befördert wurde.
- Sitzen ist für dein Baby mit etwas Unterstützung problemlos möglich.
- Es zeigt Neugierde und steckt sich selbstständig Dinge in den Mund. Es zeigt Interesse am Essen anderer.
- Dein Baby öffnet erwartungsvoll den Mund, wenn ihm Nahrung angeboten wird.
- Es nutzt die Lippen, um Essen vom Löffel in den Mund zu schieben.
- Dein Baby ist unkonzentriert während einer Still- oder Flaschenmahlzeit, weil es nicht mehr an der Brust oder Flasche interessiert ist.
Achte auf die Signale deines Babys: Es zeigt dir, wann es mehr als nur Milch braucht, um satt, zufrieden und glücklich zu sein. Gib deinem Baby bei der Umstellung Zeit: Es lernt täglich neue Aromen kennen und muss sich auch an den Löffel erst gewöhnen.
Wie lange dauert die Beikosteinführung?
Babys zeigen schon früh ihre Vorlieben und Abneigungen. Manche Babys nehmen den ersten Brei freudig an, andere verschmähen ihn und es dauert länger, bis sie sich an neue Lebensmittel gewöhnen. Da die drei verschiedenen Breie immer im Abstand von etwa vier Wochen eingeführt werden, dauert die Beikosteinführung mindestens drei Monate. Aber auch sechs Monate sind eine normale Zeitspanne.
So startest du die Beikosteinführung richtig
Damit die erste Beikost nicht verschmäht wird, kannst du dein Baby zu Beginn kurz stillen oder ihm das Fläschchen geben, sodass der erste große Hunger gestillt ist. Anschließend bietest du deinem Kind mit einem flachen Babylöffel eine kleine Portion Brei zum Probieren an. Hierzu eignen sich babygerechtes Besteck und Geschirr aus Silikon. Parallel zum Brei sollte dein Kind weiterhin Milch erhalten.
Mit ein wenig Struktur ist es leichter, den Überblick zu behalten. Das gilt auch bei der Beikosteinführung. Unser Beikostplan gibt Orientierung, wann welcher Brei eingeführt wird. Außerdem findest du Beispiele, wie ein Tagesablauf mit den verschiedenen Mahlzeiten aussehen könnte. Drucke den Plan aus und hänge ihn an den Kühlschrank.
Was ist bei der Beikosteinführung zu beachten?
Der Übergang zur festen Nahrung ist ein Meilenstein, der Geduld und die richtige Auswahl hochwertiger Lebensmittel erfordert. Mit kleinen Portionen und einer ergänzenden Flüssigkeitszufuhr gewöhnst du dein Baby schrittweise und sanft an den neuen Speiseplan.
Beikoststart mit kleinen Portionen
Besonders wichtig ist es, die Beikost langsam einzuführen und deinem Baby Zeit zu geben, sich an die feste Nahrung zu gewöhnen. Am ersten Tag bekommt dein Baby zwei bis drei Löffelchen Brei und wird zusätzlich gestillt oder mit dem Fläschchen gefüttert. Von Tag zu Tag kann die Breimenge gesteigert werden. Sobald dein Baby ein ganzes Gläschen, also etwa 180 bis 200 Gramm, leert, gilt dies als vollständige Mahlzeit und es muss nicht noch zusätzlich gestillt oder das Fläschchen gegeben werden. Insgesamt geht man von fünf Mahlzeiten täglich aus: morgens, vormittags, mittags, nachmittags und abends.
Ausreichend trinken
Direkt nach der Geburt ist dein Baby über die Muttermilch oder das Fläschchen gut versorgt und es braucht keine zusätzliche Flüssigkeit. Wie hoch die Trinkmenge eines Neugeborenen ist und was du tun kannst, um deinen Schatz bei seinem Trinkverhalten zu unterstützen, haben wir im FamilienMoment über die Trinkmenge von Babys zusammengefasst.
Je mehr Milchmahlzeiten durch Brei ersetzt werden, desto größer ist die zusätzlich benötigte Flüssigkeitsmenge. Wasser oder ungesüßte Kräuter- und Früchtetees sind die beste Wahl. Bereits zum ersten Brei kannst du deinem Baby Wasser zum Trinken anbieten. Sei nicht besorgt, wenn es nur wenig trinkt, und lass ihm Zeit. Babys spüren oft intuitiv, wie viel Flüssigkeit sie brauchen. Auf diese Weise wird die Flüssigkeitsmenge schrittweise bis auf 600 Milliliter täglich gesteigert – das ist die empfohlene Menge, sobald der Nachwuchs am Familienessen teilnimmt.
Qualität der Lebensmittel
Die Entscheidung, ob du die Beikost selbst zubereitest oder auf fertigen Brei aus dem Gläschen zurückgreifst, liegt bei dir. Achte immer auf eine gute Qualität der Nahrung. Befindet sich ein Bio-Siegel auf Lebensmitteln, kannst du sicher sein, dass die Mindestanforderungen an Nahrungsmittel aus biologischem Anbau eingehalten werden. Demeter- oder Bioland-Erzeuger gehen noch einen Schritt weiter: Mit ihrer biodynamischen Wirtschaftsweise leisten sie mehr in Sachen artgerechter Tierhaltung und biologischen Pflanzenschutzes, als es die EU-Bio-Verordnung vorschreibt.
Die Verdauung verändert sich bei der Beikosteinführung
Diese Umstellung spiegelt sich recht schnell in der Beschaffenheit des Stuhlgangs wider. Im Folgenden erfährst du, was dich bei der Einführung von fester Nahrung erwartet.
Wie verändert sich der Stuhlgang nach der Beikosteinführung?
Nach dem Start der Beikost wirst du bemerken, dass der Stuhl deines Babys fester wird und strenger riecht, da es nun nicht mehr nur Flüssignahrung bekommt. Zudem ändert sich auch die Farbe: Der Stuhl wird meist etwas dunkler und es ist möglich, dass sich durch stark färbende Lebensmittel die Farbe verändert. Durch Spinat wird der Stuhl grünlich, durch Rote Bete rötlich.
Wie lange bleibt der Stuhlgang aus?
Mit der Beikosteinführung nimmt die Häufigkeit des Stuhlgangs ab. In der Regel pendelt sich dieser nach Beikoststart auf ein- bis zweimal am Tag ein. Da der Darm sich zunächst an die festere Nahrung gewöhnen muss, kann es am Anfang zu Verstopfung kommen. Findet der Stuhlgang deutlich seltener als einmal am Tag statt und ist der Stuhl hart und trocken, solltest du darauf achten, dass dein Kind viel trinkt. Vermeide stopfende Lebensmittel wie Bananen. In der Regel reguliert sich der Stuhlgang von selbst. Bei länger anhaltender Verstopfung solltest du dir fachlichen Rat einholen.
Beikostplan nach Lebensmonaten
Sobald dein Baby erste Reifezeichen zeigt und bereit für die Beikost ist, kannst du mit der schrittweisen Einführung beginnen. Damit der Übergang leichtfällt, haben wir einen beispielhaften Beikostplan erstellt, der dir Orientierung gibt, wann und in welcher Reihenfolge du neue Lebensmittel einführen kannst.
Ab dem fünften Monat
Um dein Baby schonend an die erste Beikost zu gewöhnen, gehe immer schrittweise vor. Ab dem fünften Monat kannst du mit pürierter Nahrung beginnen.
Beispielhafter Plan für den ersten Beikostmonat
- Morgens: Stillen oder Flasche geben
- Vormittags: Stillen oder Flasche geben
- Mittags: Gemüsebrei, Gemüse-Kartoffel-Brei oder Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei, alternativ Fisch
- Nachmittags: Stillen oder Flasche geben
- Abends: Stillen oder Flasche geben
Erster Schritt: Reiner Brei aus Gemüse
In der Regel besteht der erste Brei aus nur einer Gemüsesorte. Aufgrund ihres süßlichen Geschmacks kommt oft die Karotte besonders gut bei den Kleinsten an. Alternativen eignen sich auch Kürbis, Pastinake, Blumenkohl, Brokkoli, Fenchel oder Zucchini.
Das Gemüse wird gekocht und dann fein püriert. Auf das Salzen sowie Würzen solltest du bei der Zubereitung verzichten. Halte die angebotene Menge anfangs bewusst gering, ein bis zwei Löffel sind für die erste Verkostung völlig ausreichend. Danach darf sich dein Baby an der Brust oder dem Fläschchen satt trinken. Am besten führst du die erste Beikost am Mittag ein, da die Kleinen hier erfahrungsgemäß wach, gut gelaunt und damit auch geduldiger sowie experimentierfreudiger sind.
Zweiter Schritt: Gemüse-Kartoffel-Brei
Werden etwa 90 Gramm reines Gemüse pro Mahlzeit verspeist, können Kartoffeln ergänzt werden. Dies ist ungefähr ab der zweiten Woche der Fall. Eine ganze Portion des Gemüse-Kartoffel-Breis schafft der kleine Nachwuchs meist aber noch nicht, sodass nach dem Brei weiterhin Milch gegeben wird.
Dritter Schritt: Gemüse-Kartoffel-Brei mit Fleisch oder Fisch
Ab der dritten Woche dürfen auch Fleisch und Fisch integriert werden. Fleisch ist ein wertvoller Eisenlieferant und wichtig für das Wachstum deines Kindes. Für den Brei sollten magere Fleischsorten wie Rind, Huhn, Pute oder Lamm verwendet werden. Damit das Eisen gut aufgenommen werden kann, sollte auch ein wenig Vitamin C hinzugefügt werden. Dafür kannst du entweder einen Schuss Fruchtsaft in den Brei mischen oder püriertes Obst zum Nachtisch anbieten.
Zubereitung
Dünste Gemüse sowie Fleisch und lasse alles für ein paar Minuten abkühlen. Dann füge den Fruchtsaft und zusätzlich einen Teelöffel Pflanzenöl, zum Beispiel Rapsöl, hinzu. Fertig ist das erste Drei-Komponenten-Menü.
Wie oft brauchen Babys Fleisch?
Babys im ersten Lebensjahr sollten etwa zwei- bis dreimal die Woche Fleisch essen. Fettreicher Seefisch kann als Alternative einmal wöchentlich in den Beikostplan aufgenommen werden. Achte darauf, dass alle Gräten entfernt wurden.
Ab dem sechsten Monat
Am Ende des ersten Beikostmonats sollte dein Baby mittags so viel Brei essen, dass keine zusätzliche Milch mehr benötigt wird. Ein sechs Monate altes Baby sollte etwa 190 bis 200 Gramm des Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Breis verzehren. Dann ist die Zeit reif, um die zweite Breimahlzeit einzuführen. Der Milch-Getreide-Brei kommt am Abend zum Einsatz.
Beispielhafter Plan
- Morgens: Stillen oder Flasche geben
- Vormittags: Stillen oder Flasche geben
- Mittags: Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei
- Nachmittags: Stillen oder Flasche geben
- Abends: Milch-Getreide-Brei
Milch-Getreide-Brei am Abend
Für den Brei verwendest du am besten Vollkorngetreideflocken, da diese mehr Vitamine und Mineralstoffe enthalten und sättigender sind als andere Sorten. Koche die Flocken in der Vollmilch auf und lasse den Brei ein paar Minuten abkühlen. Füge etwas püriertes Obst hinzu. Dadurch kann das Eisen aus den Haferflocken besser vom Körper aufgenommen werden. Empfohlen wird ein Verhältnis von 20 Gramm Getreide, 20 Gramm Obst und 200 Gramm Milch.
Rohmilch solltest du in der Zubereitung unbedingt vermeiden. Greife stattdessen zu pasteurisierter Vollmilch, länger haltbarer ESL-Milch oder ultrahocherhitzte H-Milch mit 3,5 Prozent Fettanteil.
Ist Milch für Babys geeignet?
Hier spielt die Menge der Milch in Kombination mit dem Alter deines Babys eine entscheidende Rolle. In den ersten sechs Lebensmonaten sollte dein Baby keine Kuhmilch bekommen. Das hat den Grund, dass Kuhmilch perfekt auf die Bedürfnisse eines Kalbes abgestimmt ist und einen fast dreimal so hohen Proteingehalt aufweist wie Muttermilch. Das würde die Nieren deines Babys erheblich belasten.
Mit dem Start der zweiten Breimahlzeit kannst du Kuhmilch als Zutat verwenden. Du solltest eine tägliche Menge von 200 Milliliter aber nicht überschreiten. Zusammen mit der Muttermilch oder Pre-Milch ist so für eine ausreichende Kalziumzufuhr gesorgt. Als alleinstehendes Getränk ist Kuhmilch frühstens nach dem ersten Geburtstag zu empfehlen. Die maximale Tagesmenge steigt dann auf 300 Milliliter an.
Ab dem siebten Monat
Bei der nächsten einzuführenden Breimahlzeit handelt es sich um den Früchte-Getreide-Brei. Er wird etwa einen Monat nach dem zweiten Brei eingeführt. Du solltest ihn in der Regel nachmittags geben.
Beispielhafter Plan
- Morgens: Stillen oder Flasche geben
- Vormittags: Stillen oder Flasche geben
- Mittags: Gemüsebrei oder Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei
- Nachmittags: Früchte-Getreide-Brei
- Abends: Milch-Getreide-Brei
Milchfreier Früchtebrei oder Früchte-Getreide-Brei am Nachmittag
Der Früchtebrei ersetzt die Milchmahlzeit am Nachmittag. Beginne mit einer milden Frucht wie Apfel oder Birne. In der folgenden Woche kann eine weitere Frucht ergänzt werden. Achte darauf, dass du nur eine neue Frucht pro Woche einführst. In der dritten Woche kannst du auch anfangen, Getreide hinzuzufügen.
Für die Zubereitung greife zu 20 Gramm Vollkorngetreideflocken. Koche sie mit etwa 90 Gramm Wasser auf und füge nach dem Abkühlen 100 Gramm geriebenes oder püriertes Obst sowie einen Teelöffel Pflanzenöl hinzu. Bei der Auswahl der Obstsorten sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt, sodass der Brei je nach saisonaler Verfügbarkeit des Obstes angepasst werden kann.
Zwischenmahlzeit
Etwa ab dem achten Monat kann das Stillen am Vormittag durch eine kleine Zwischenmahlzeit abgelöst werden. Das kann zum Beispiel ein Früchtebrei oder kleingeschnittenes Obst sein.
Ab dem zehnten Monat
Dein Baby hat mittlerweile viele verschiedene Lebensmittel in Breiform kosten dürfen. Jetzt wird es Zeit, es an die Familienkost heranzuführen. Sofern du komplett abstillen möchtest, kannst du die Milchmahlzeiten am Morgen und Vormittag nun durch ein kleines Babymüsli mit Milch oder Brotstückchen mit Frischkäse ersetzen.
Beispielhafter Plan
- Morgens: Stillen, Flasche geben oder Babymüsli mit Milch
- Vormittags: Brotstückchen mit Frischkäse
- Mittags: Gemüse-Brei oder Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei
- Nachmittags: Früchte-Getreide-Brei
- Abends: Milch-Getreide-Brei
Einführung in die Familienkost
Mit etwa einem Jahr darf dein Baby endlich am Familientisch mitessen. Achte auf eine kindgerechte, salzarme Zubereitung der Speisen. Weitere praktische Tipps für die Umstellung findest du in unserem FamilienMoment über die Familienkost.
Rezeptideen für den Beikoststart
Hier findest du Rezepte, die du in den unterschiedlichen Phasen der Beikosteinführung ausprobieren kannst. Wenn dein Baby ein bestimmtes Gemüse oder Obst nicht mag, teste etwas anderes. Achte darauf, nicht zu schnell verschiedene Lebensmittel einzuführen.
Tipps für die Einführung der Beikost
Du hast alles für die Beikosteinführung vorbereitet, dann kommt der Praxistest und dein Baby möchte partout keinen einzigen Löffel Brei im Mund behalten. Was kannst du tun?
- Stelle sicher, dass dein Baby bereit ist für die Beikosteinführung. Es sollte mindestens vier Monate alt sein und die Beikostreifezeichen erfüllen.
- Wird der Karottenbrei verschmäht, probiere es mit einem anderen Gemüse. Womöglich stehen Pastinaken oder Brokkoli höher im Kurs?
- Versuche, keinen Druck aufzubauen und probiere es nach einer Woche noch einmal, wenn dein Baby den Brei ablehnt. Wenn es die Konsistenz von Brei nicht mag und mehr Spaß an kindgerechtem Fingerfood hat, kann Baby-led Weaning eine Alternative sein.
- Vergleiche dich nicht mit anderen Familien und finde gemeinsam mit deinem Baby einen guten Rhythmus zur Einführung der Beikost.
- Achte darauf, nicht zu schnell verschiedene Lebensmittel einzuführen, sondern gib deinem Baby Zeit, sich an Farbe, Geschmack, Geruch und Textur zu gewöhnen.
- Anfangs wird dein Baby wahrscheinlich wenig Brei essen und die Lebensmittel auf dem Tisch oder im Gesicht verteilen. Nimm das Chaos gelassen und plane ausreichend Zeit für die Mahlzeiten ein.
- Bedenke, dass anfangs alles, was nicht Milch ist, für dein Baby neu und gewöhnungsbedürftig ist. Manche Kinder müssen ein Lebensmittel immer wieder angeboten bekommen und es probieren, bevor sie es akzeptieren. Gib daher nicht so schnell auf!
- Das Essen oder Nicht-Essen ist tagesformabhängig. Die Zähnchen drücken oder dein Baby fühlt sich heute besonders anhänglich und möchte gestillt werden, um die beruhigende Nähe zur Mama zu spüren. Auch solche Tage gehören dazu und sind ganz normal in den unterschiedlichen Entwicklungsschüben.
Betrachte den Beikostplan als hilfreiche Orientierung, weniger als Checkliste, die haargenau befolgt und abgearbeitet werden muss. So nimmst du dir unnötigen Druck und kannst die Entwicklung deines Babys gelassener begleiten. Noch mehr Informationen über die Ernährung deines Babys findest du in unserem Ernährungsratgeber für das erste Lebensjahr.
Die ersten Löffelchen Brei sind für Eltern und Kind ein besonderer Moment. Damit ihn alle entspannt genießen können, lohnt sich eine gute Vorbereitung. Da dein Baby in den ersten Wochen nur wenige Löffel essen wird, kannst du selbst gekochten Brei zum Beispiel in Eiswürfelbehältern einfrieren. So kannst du kleine Mengen entnehmen, musst nicht täglich kochen und wirfst nicht so viel Brei weg. Ernährungsexpertin Dr. Alexa Iwan
Ersetzt die Beikost die Stillmahlzeiten?
Sobald dein Baby mit der Beikost startet, musst du nicht sofort abstillen. Tatsächlich laufen Stillen und Beikost oft eine Zeit lang parallel, erklärt Ernährungsexpertin Dr. Alexa Iwan. Gerade am Anfang ist es sinnvoll, dein Baby nach der Beikost weiterhin zu stillen, bis es sich an feste Nahrung gewöhnt hat und wirklich satt wird.
Häufige Fragen zur Beikost
Hier findest du die wichtigsten Fragen und Antworten zur Beikost in der Übersicht.
- Führt der Beikoststart zum Abstillen? In den ersten Monaten nimmt das Baby die Nährstoffe ausschließlich über die Muttermilch auf. Mit der Beikosteinführung wird auch langsam das Abstillen eingeleitet. Die Beikost ersetzt nach und nach immer mehr Stillmahlzeiten. Es besteht jedoch kein Grund, diesen Prozess zu beschleunigen oder an einem festen Plan festzuhalten. Das Baby sollte die Chance haben, sich langsam an die Ernährungsumstellung zu gewöhnen. Solange die Mutter weiterhin stillen möchte und das Kind Interesse an der Muttermilch zeigt, muss noch nicht vollständig abgestillt werden.
- Kann man beim Beikoststart etwas falsch machen? Das Wichtigste beim Beikoststart ist, auf die Signale des Babys zu hören. Die erste Beikost sollte erst eingeführt werden, wenn die Reifezeichen eintreten. Auch bei den unterschiedlichen Phasen der Beikosteinführung sollte nichts überstürzt werden. Beikostpläne sind nur eine grobe Richtlinie für Eltern. Jedes Baby entwickelt sich unterschiedlich und sollte auf keinen Fall zu etwas gezwungen werden. Wenn du die Beikost mit der Baby-led Weaning-Methode einführst, achte darauf, deinem Baby keine Lebensmittel vorzusetzen, an denen es sich verschlucken kann wie Nüsse oder Weintrauben.
- Schlafen Babys besser, wenn sie Brei bekommen? Wissenschaftlich belegt ist diese These nicht. Beikost sollte frühestens ab dem fünften Monat und mit dem Einsetzen der Reifezeichen eingeführt werden – ungeachtet des Schlafes.
Was füttere ich meinem Baby?
Im Gespräch mit Jette gibt die Ernährungswissenschaftlerin Dr. Alexa Iwan hilfreiche Tipps, ab wann Eltern ihre Kleinen an Beikost heranführen können und warum auch Babys ihren eigenen Geschmackssinn haben dürfen.
Inhalt dieser Audio-Folge:
- Kennenlernen: Fragen zu Alexas eigener Kindheit
- Wann führe ich mein Kind an die Beikost heran?
- Was muss ich bei der Beikost beachten?
- Welche Lebensmittel soll und darf ich füttern?
- Was mache ich, wenn meinem Kind etwas nicht schmeckt?
- Fazit: Alexas Tipps rund um die Beikost
Ernährungsexpertin
Dr. Alexa Iwan ist Ernährungswissenschaftlerin. Die erfahrene Expertin hat schon viele Menschen bei der Ernährungsumstellung begleitet. Die gesunde und bewusste Ernährung für die ganze Familie liegt ihr besonders am Herzen. In der Kolumne Die Besseresserin, der Videoserie Alexa coacht und in unseren FamilienMomenten zeigt sie, welche positive Wirkung bewusstes Essen haben kann. Ihre kreativen Rezepte stehen für eine leckere und ausgewogene Küche.