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Zehn häufige Probleme beim Stillen und was dagegen hilft

Muttermilch ist die beste Nahrung für deinen kleinen Sonnenschein und Stillen fördert gleichzeitig eine enge Bindung zwischen Mutter und Kind. Leider treten nicht selten Probleme beim Stillen auf und können die Stillbeziehung belasten. Hier findest du Rat zu den häufigsten Schwierigkeiten. 

✔️ in Zusammenarbeit mit Judith Fuchs, Hebamme

Stillroutine aufbauen

Gib dir Zeit, dich an die neue Situation zu gewöhnen

Im Wochenbett bist du mit vielen fremden und ungewohnten Situationen konfrontiert: Neue Routinen und Aufgaben rund um deinen kleinen Sonnenschein stellen deine Welt völlig auf den Kopf. Hinzu kommen bei vielen Eltern Fragen rund um die Ernährung und das Stillen. Gerade am Anfang kann das Stillen für einige Mütter eine zusätzliche Belastung sein.

Auch wenn du wunde Brustwarzen oder Schmerzen beim Milcheinschuss hast – lasse dir deine Freude am Stillen nicht trüben! Denn das Stillen sollte keinesfalls auf Dauer schmerzhaft sein. Gib dir Zeit, um dich an die neue Situation zu gewöhnen und lerne, wie du eine gute Stillroutine mit deinem kleinen Sonnenschein aufbauen kannst. Versuche, die gängigen Stillproblemen vorzubeugen oder sie früh zu erkennen und zu behandeln.


Häufig auftretende Stillprobleme

Wunde Brustwarzen, Milchstau oder schmerzende Brüste

Wir stellen dir die häufigsten Stillprobleme vor und geben Tipps, wie du damit umgehen kannst. 

Wunde Brustwarzen

In den ersten Tagen nach der Geburt ist es völlig normal, dass die Brustwarzen zunächst gereizt sind. Die sensible Haut ist die Beanspruchung durch das Stillen noch nicht gewöhnt. Nach einigen Tagen sollte dieses Problem jedoch abklingen. Bleiben die Beschwerden bestehen und sind die Brustwarzen weiterhin wund und schmerzen, liegt es oft daran, dass das Baby nicht korrekt angelegt wurde. 

Mögliche Ursachen

Ein falsches Anlegen kann dazu führen, dass die Brustwarzen auf Dauer beim Stillen gereizt werden. Achte darauf, dass dein Baby nicht nur die Brustwarze, sondern möglichst einen Großteil des Burstwarzenhofs im Mund hat und das kleine Kinn auf deiner Brust aufliegt. Korrigiere die Position, falls dein Baby beim Trinken verrutscht. Achte darauf, dass beim Ablösen von der Brust das Vakuum mit dem kleinen Finger im Mundwinkel des Kindes gelöst wird. 

Sollten sich die Beschwerden nicht innerhalb weniger Tage verbessern, hole dir fachliche Unterstützung und sprich mit deiner Hebamme oder deinem Arzt, um zu prüfen, ob dein kleiner Sonnenschein die Brustwarze richtig erfasst oder ob das Problem einen anderen Ursprung, beispielsweise eine Infektion oder ein zu kurzes Zungenbändchen, haben könnte. 

Tipps bei wunden Brustwarzen

Achte auf folgende Dinge, wenn du unter wunden Brustwarzen leidest:

  • Lege beim Stillen besonderen Wert auf die Position deines kleinen Sonnenscheins und korrigiere diese, wenn nötig. Eine gute Anlegetechnik hilft deinem Kind beim Trinken und beugt gleichzeitig Rissen und Reizungen vor. 
  • Nach dem Stillen kannst du auf wunden Brustwarzen die Muttermilch an der Luft trocknen lassen. Sie kann die Heilung fördern. Das vollständige Trocknen der Haut an der Luft verringert die Wahrscheinlichkeit einer Infektion, da Keime es feucht und warm lieben. Auch Salben pflegen und schützen die empfindliche Haut. Achte darauf, dass die Salbe zum Stillen geeignet ist.
  • Hygiene beim Stillen ist wichtig: Wasche dir vor und nach dem Stillen die Hände. Reinige die Brust ein- bis zweimal täglich mit lauwarmem Wasser. Anschließend kannst du sie mit physiologischer Kochsalzlösung, die aus Wasser und Salz besteht und in der Apotheke erhältlich ist, abspülen und eine Brustwarzencreme auftragen. Zusätzlich kann Heilwolle oder ein Brustwarzenhütchen aus Silber hilfreich sein. Zwischen den Stilleinheiten reduzieren sie die Reibung und fördern gleichzeitig die Heilung, da sie antibakteriell sind und einer vollständigen Austrocknung vorbeugen. 
  • Regelmäßiges Wechseln der Stilleinlagen und des Still-BHs sowie die sorgfältige Reinigung aller Stillutensilien beugt Infektionen vor und sollte deshalb gewissenhaft durchgeführt werden. Ziehe an der Brust angetrocknete Stilleinlagen nicht einfach ab, sondern entferne sie mit Hilfe von warmem Wasser. 

Schmerzhafte Knoten in der Brust

In einer Brust, in der sich Muttermilch bildet, können kleine und größere Knötchen auftreten. Diese müssen nicht schmerzhaft sein, sollten aber früh behandelt werden, da sie weitere Beschwerden nach sich ziehen können. Taste also deine Brust täglich ab, zum Beispiel unter der warmen Dusche, um Knoten früh zu erkennen.

Mögliche Ursachen

Meist bilden sich harte Knoten in der Brust, weil ein Milchkanal verstopft oder die Milch zu lange nicht abgetrunken wird. Sie fließt dann nicht mehr richtig, was schmerzhaft ist und die Brust sehr empfindlich macht.

Ein verstopfter Milchkanal kann beim Stillen immer mal wieder auftreten und ist noch kein Grund zur Besorgnis. Oft liegt die Ursache darin, dass das Kind immer in der gleichen Position gestillt wird und deshalb einige Stellen der Brust nicht richtig entleert werden. Auf Dauer werden dadurch einige Bereiche der Brust nicht so gut durchspült wie andere. Die Milch verbleibt in einigen Kanälen länger und kann dann Klümpchen bilden.

Tipps bei verstopftem Milchkanal

Folgende Maßnahmen können helfen:

  • Wechsel zur Vorsorge ab und zu die Position, in der du stillst. Zum Beispiel kannst du dir angewöhnen, beim Stillen in der Nacht eine liegende Position einzunehmen, während du tagsüber im Sitzen stillst. 
  • Solltest du einen Knoten bemerken, massiere den Bereich sanft. Auch während des Stillens oder Abpumpens kann es sehr hilfreich sein, die Brust auf Knoten abzutasten und entsprechende Stellen zu massieren, um die Verstopfungen schon im frühen Stadium zu lösen. Stille auf jeden Fall weiter, um das Risiko eines Milchstaus zu minimieren. 
  • Tritt das Problem häufiger auf, kannst du die Brust vor dem Stillen leicht anwärmen, damit das Gewebe sich entspannt und die Gefäße sich weiten. Drücke dazu vorsichtig einen warmen Waschlappen oder ein Kirschkernkissen auf die betroffene Brust. Auch ein warmes Bad oder eine Dusche vor dem Stillen kann die Verstopfungen lösen.
  • Sollte die Brust sich nach dem Stillen regelmäßig nicht leer anfühlen, versuche nach den Stillmahlzeiten zusätzlich abzupumpen oder von Hand zu entleeren, bis du Erleichterung verspürst. So kannst du Verstopfungen vorbeugen. 

Milchstau und Brustentzündung

Wenn die Brust an einer Stelle stark spannt, gerötet ist oder du schmerzhafte, verhärtete Stellen bemerkst, deutet das auf einen Milchstau hin. Wird dieser nicht behoben, kann sich das Gewebe entzünden und eine Brustentzündung, eine sogenannte Mastitis, entstehen. Diese äußert sich durch Rötungen, Schmerzen und ein Wärmegefühl. In schweren Fällen kommt es auch zu grippeähnlichen Symptomen wie Fieber oder Gliederschmerzen. Dann sollte medizinischer Rat eingeholt werden.

Mögliche Ursachen

Ein Milchstau entsteht, wenn die Milchkanäle nicht vollständig entleert wurden. Das kann beispielsweise passieren, wenn ein verstopfter Kanal nicht früh genug behandelt wird. Auch das Stillen in immer der gleichen Position oder ein schlecht sitzender Still-BH, der ins Gewebe einschneidet, können dazu führen, dass die Milch in Teilen der Brust nicht optimal fließt. Ein Überangebot an Milch oder zu lange Abstände zwischen den Stillmahlzeiten sind ebenfalls Ursachen für einen Milchstau. Kann die Milch über eine längere Zeit nicht abfließen, entzündet sich das Gewebe und führt zu einer Brustentzündung.

Tipps bei Milchstau

Diese Maßnahmen helfen, wenn sich in der Brust ein Milchstau gebildet hat:

  • Ruhe dich aus und lege dein Baby öfter an. Probiere neue Stillpositionen aus, in denen dein Kind mit dem Kinn die betroffene Stelle massieren und dadurch gut entleeren kann. 
  • Am besten trinkt dein kleiner Sonnenschein zuerst aus der betroffenen Brust, damit diese entlastet wird. Wärme die Brust mit warmen Wickeln vor dem Stillen an, um das Gewebe zu entspannen. 
  • Versuche, Verhärtungen möglichst früh durch Wärme und massierende Bewegungen zu lösen. 
  • Zusätzliches Abpumpen nach dem Stillen kann ebenfalls helfen, überschüssige Milch zu entfernen. Auch Ausstreichen hilft – allerdings nur so lange, bis eine Entlastung stattgefunden hat, da sonst die Milchbildung angeregt wird. 
  • Achte darauf, angenehme Kleidung zu tragen und prüfe den Sitz deines Still-BHs. Die Brust sollte keinesfalls abgeschnürt oder gequetscht werden. Trage einen BH ohne Bügel. 

Tipps bei einer beginnenden Brustentzündung

Warme, verhärtete und gerötete Stellen können der Beginn einer Brustentzündung sein. Das entzündete Brustgewebe ist meist sehr empfindlich. Folgende Tipps können helfen:

  • Stille weiterhin regelmäßig oder pumpe überschüssige Milch ab, um den Milchstau zu lösen. Eine Entzündung beeinträchtigt die Qualität der Milch nicht, sie bleibt unbedenklich für deinen kleinen Sonnenschein. 
  • Du kannst die Beschwerden mit einem kühlenden Quarkwickel oder einem Kühlpäckchen lindern. 
  • Wenn du länger als 24 Stunden an Fieber oder Gliederschmerzen leidest, solltest du ärztlichen Rat einholen, da sich die Entzündung sehr schnell verschlechtern kann. Halte unbedingt Bettruhe, damit sich die Keime nicht so schnell im Körper ausbreiten. 

Zu wenig Milch

Wenn das Kind häufig unruhig ist oder schreit, wächst bei vielen Eltern die Sorge, dass ihm etwas fehlt und es nicht ausreichend mit Milch versorgt wird. Diese Sorge ist meist unbegründet. Auch wenn es in seltenen Fällen vorkommen kann, dass das Stillen allein nicht ausreicht, um den Bedarf des Babys zu decken, solltest du dich darum zu Beginn noch keine Sorgen machen. Wenn dein kleiner Sonnenschein nicht ausreichend an Gewicht zunimmt, greift deine Hebamme ein.

Achte auf Zeichen deines kleinen Sonnenscheins, um großen Hunger zu vermeiden. Erste Anzeichen können beispielsweise ein Suchen nach der Brust oder schmatzende Mundgeräusche und -bewegungen sein. Oft stecken Babys auch die Hand in den Mund.

Mögliche Ursachen

Die Milchproduktion pendelt sich normalerweise innerhalb weniger Tage ein. Kurz nach der Geburt, wenn eure Stillbeziehung beginnt, empfehlen Experten deshalb, das Baby möglichst häufig anzulegen, um die Produktion anzuregen. Zu wenig Milch deutet auf einen Fehler im Stillmanagement hin. Stille deinen kleinen Sonnenschein ruhig öfter, um die Brust zur Milchproduktion anzuregen.

Auch später, wenn das Baby während eines Wachstumsschubs einen erhöhten Bedarf hat, kann das Vertrauen in die eigene Milchproduktion zeitweise verloren gehen. Der erste Schub tritt in der Regel etwa fünf Wochen nach der Geburt auf. Weitere Schübe folgen um die 8., 12. und 19. Woche. Hier erhöht sich der Bedarf des Babys schlagartig, dein Körper benötigt Zeit, die Produktion zu regulieren und anzupassen.

Tipps zur Anregung des Milchflusses

Direkt nach der Geburt und zu Beginn eines Wachstumsschubs kann es sein, dass dein kleiner Sonnenschein kurzzeitig mehr Bedarf hat, als du decken kannst. Meist lässt sich die Milchproduktion jedoch innerhalb kurzer Zeit erhöhen:

  • Häufiges Stillen regt die Produktion an. Lege deinen kleinen Sonnenschein, besonders in den ersten Tagen, möglichst regelmäßig an.
  • Stillberaterinnen empfehlen bei geringer Milchproduktion, das Kind während einer Stillmahlzeit abwechselnd an beide Brüste anzulegen. Beim sogenannten Wechselstillen wird das Baby während einer Stilleinheit mindestens zwei Mal an jede Brust angelegt. 
  • Milchbildungstees solltest du nur vorsichtig und in den empfohlenen Mengen konsumieren, da es sich dabei um pflanzliche Arzneiprodukte handelt.

Wann muss das Baby zugefüttert werden?

Erst, wenn dein Kind über mehrere Tage oder Wochen nicht ausreichend zunimmt, kann dies darauf hindeuten, dass die Milchproduktion tatsächlich langfristig nicht ausreicht. 

Das Zufüttern mit Säuglingsnahrung solltest du vorerst vermeiden und nur einsetzen, wenn dir deine Hebamme dazu rät. Babys nehmen natürlicherweise nach der Geburt etwas ab, sollten aber nach circa zwei Wochen ihr Geburtsgewicht wieder erreicht haben. Deine Hebamme hat das Gewicht in den ersten Wochen gut im Blick und wird früh genug feststellen, falls die Gewichtszunahme zu gering ausfällt. Später kann dein Kinderarzt oder deine Kinderärztin zurate gezogen werden, wenn du dir Sorgen machst, nicht ausreichend Milch zu haben.

Zu viel Milch

Ein Milchüberschuss äußert sich in einem generellen Spannungsgefühl in der Brust und führt auf Dauer zu Problemen wie einem Milchstau oder einer Brustentzündung. Auch das Anlegen kann erschwert werden, wenn dein kleiner Sonnenschein die Brustwarze aufgrund der Spannung nicht gut zu fassen bekommt. Besonders zu Beginn der Stillmahlzeit, wenn der Milchfluss sehr stark ist, kann sich dein Schatz erschrecken oder verschlucken und deshalb sogar Stillmahlzeiten frühzeitig abbrechen. 

Mögliche Ursachen

Ein Überangebot an Milch entsteht durch Probleme bei der Regulation der Milchproduktion. Anfangs folgt die Milchbildung noch nicht dem Prinzip von Angebot und Nachfrage, sodass eine genetische Veranlagung bei einigen Frauen dazu führt, dass übermäßig viel Milch produziert wird.

Die Milchproduktion reguliert sich meist innerhalb weniger Wochen von selbst. Hält das Problem länger an oder entsteht erst im Laufe der Zeit, kann es am Stillmanagement liegen. Vielleicht wurde durch häufiges Abpumpen oder zu häufiges Anlegen die Milchproduktion übermäßig stimuliert.

Tipps bei übermäßiger Milchproduktion

Diese Tipps können dir bei zu viel Milchbildung helfen:

  • Streiche die Brust vor dem Stillen aus oder pumpe Milch ab, um deinem kleinen Sonnenschein das Trinken zu erleichtern. Pumpe nur so viel Milch ab, wie für die Linderung der Beschwerden notwendig ist. Denn das Abpumpen regt die Milchproduktion zusätzlich an. 
  • Stütze und beruhige deinen kleinen Sonnenschein während des Stillens. Achte darauf, dass das Köpfchen beweglich bleibt und schenke Geborgenheit.
  • Kühle und beruhige nach dem Stillen die Brust mit einem Quarkwickel, einem feuchten Handtuch oder einem Kühlpäckchen.
  • Stillberaterinnen empfehlen außerdem, das Baby pro Mahlzeit nur an eine Brust anzulegen, sodass nicht beide Brüste zur Milchproduktion angeregt werden. 

Einige Kräutertees, wie Salbei- und Pfefferminztee, hemmen außerdem die Milchproduktion. Bei anhaltenden Beschwerden kannst du darauf zurückgreifen, genieße diese jedoch nur in Maßen.

Harte und schmerzende Brüste

Wenn der erste Milcheinschuss zu Beginn der Stillbeziehung eintritt, werden die Brüste voller und können sich fest anfühlen. Meist legt sich das Spannungsgefühl schnell wieder. Ist dies nicht der Fall und die Brüste werden sehr hart und empfindlich, bezeichnet man dies als Brustdrüsenschwellung. Davon sind in der Regel beide Brüste betroffen. Zusätzlich kann es zu Rötungen und einer leicht erhöhten Temperatur kommen. Dem Baby fällt es in dieser Zeit schwer, die Brustwarze richtig zu erfassen. Auch der Milchfluss wird durch den hohen Druck auf die Gefäße gehemmt, sodass das Trinken erschwert wird.

Mögliche Ursachen

Aufgrund des Milcheinschusses und der damit verbundenen erhöhten Durchblutung für die Milchbildung kann das Brustgewebe anschwellen. Dies führt unter Umständen zu Lymphstauungen und Wassereinlagerungen im Brustgewebe. Durch die starke Schwellung fließt die gebildete Milch nicht ausreichend und es kommt oft zu einer Hemmung der Milchbildung sowie Schwierigkeiten beim Saugen des Kindes.

Tipps bei Stillschmerzen

Die Schwellung sollte innerhalb von ein bis zwei Tagen von selbst wieder abklingen, der Milchfluss sollte sich normalisieren. Sorge vor, indem du in den ersten Tagen nach der Geburt einen regelmäßigen und ausgiebigen Körperkontakt zwischen Mutter und Kind gewährleistest. Häufiges, auch nächtliches Stillen, wirkt Schwellungen und Entzündungen am effektivsten entgegen.

Blasen auf der Brustwarze durch falsches Anlegen

Beim Stillen werden die Brustwarzen stark beansprucht. Besonders in den ersten Tagen kann es zu Reizungen, Schmerzen oder Wunden kommen, wenn das Baby nicht richtig angelegt wird oder „verrutscht“. Etwas seltener entstehen dadurch kleine Blasen, von denen meist mehrere gemeinsam auftreten. Diese Bläschen sind vom Aussehen oft glasig weiß. Auch Blutbläschen können entstehen.

Mögliche Ursachen

Kleine weiße Bläschen oder Blutbläschen entstehen, wenn dein kleiner Sonnenschein besonders stark saugt und sich dadurch ein zu starkes Vakuum bildet. Dadurch wird die oberste Hautschicht angehoben und Blasen entstehen. 

Meistens kommt es zu keinen weiteren Komplikationen oder Schmerzen, jedoch kann ein starkes Vakuum ein Anzeichen für eine nicht korrekte Anlegetechnik sein und sollte gegebenenfalls von Fachpersonal überprüft werden. Bläschen entstehen fast immer durch falsches Anlegen, auch nachts, wenn die Frau einschläft und nicht bemerkt, dass das Kind „verrutscht“ oder das Saugen schmerzhaft ist.

Eine weitere Ursache kann ein schwacher beziehungsweise spät einsetzender Milchspendereflex sein. Dieser Reflex wird durch das Saugen des Babys ausgelöst und sorgt durch ein Zusammenziehen der Muskeln dafür, dass die Milch durch die Milchgänge strömt.

Tipps bei Blasen auf der Brustwarze

Deine Hebamme kann prüfen, ob dein kleiner Sonnenschein die Brustwarze richtig erfasst. Der gesamte Warzenhof sollte vom Kind aufgenommen werden.

  • Löse das Vakuum am Ende der Stillmahlzeit vorsichtig mit deinem kleinen Finger, um ein unsanftes Abdocken unter Druck zu vermeiden. 
  • Falls bereits Blasen entstanden sind, können Stillhütchen eine gute Übergangslösung sein. So kann der betroffene Bereich geschont werden und heilen, während du schmerzfrei weiterstillst.

Weiße Milchbläschen auf der Brustwarze

Weiße oder leicht gelbliche Punkte, sogenannte Milchbläschen, sind zu Beginn meist nur direkt nach der Stillmahlzeit auf der Brustwarze sichtbar. In einigen Fällen bleiben sie dauerhaft sichtbar. Treten diese Bläschen auf, gehen sie meist mit Schmerzen beim Stillen oder Abpumpen einher. Die Milchbläschen unterscheiden sich zu den Bläschen durch falsches Anlegen dadurch, dass sie mit Milch gefüllt und nicht glasig sind.

Mögliche Ursachen

Bei einem Milchbläschen handelt sich um die verstopfte Öffnung eines Milchkanals oder um einen Milchkanal, über dem eine dünne Hautschicht liegt. Da die Milch nicht richtig fließen kann, kommt es in der Folge zu Schmerzen beim Stillen. Deshalb ist es ratsam, Milchbläschen zu beobachten und vorsichtig zu behandeln, auch um weitere Komplikationen wie einen Milchstau vorzubeugen.

Tipps bei weißen Bläschen

Folgende Tipps helfen, wenn bei dir Milchbläschen auf der Brustwarze auftreten:

  • Durch regelmäßiges Stillen oder Abpumpen werden Verstopfungen schnell gelockert oder gelöst. 
  • Zur Unterstützung kannst du die Brust vor dem Stillen mit einem warmen Waschlappen oder Kirschkernkissen erwärmen. 
  • Vorsichtiges Reiben mit einem warmen, feuchten Waschlappen kann die Verstopfung sanft lösen. Nimm dazu ein Bad oder eine warme Dusche. Da die Bläschen und Verstopfungen nach dem Stillen leicht hervorgetreten sind, bietet sich dieser Zeitpunkt besonders gut an.

Sollten Beschwerden länger anhalten, ist medizinisches Personal in der Lage, die Bläschen oder Verstopfungen mit einer sterilen Nadel nach einer Stillmahlzeit vorsichtig aufzustechen oder zu entfernen. Allein solltest du dies nicht durchführen, da es möglicherweise zu einer Infektion kommen könnte.

Baby verweigert die Brust

Probiere es erneut, wenn dein Baby die Brust verweigert. Meist nehmen Kinder die Brust zu einem späteren Zeitpunkt am Tag wieder ohne Probleme. Sollte dein Kind die Brust häufiger verweigern, beim Stillen oft weinen oder sehr unruhig sein, kann es dafür verschiedene Gründe geben, die du überprüfen solltest. 

Mögliche Ursachen

Wenn Babys die Brust für kurze Zeit ablehnen, liegt es häufig an einer unruhigen Umgebung, den Außenreizen oder an großer Aufregung. Wenn dein kleiner Sonnenschein zum Beispiel einen Entwicklungsschub durchmacht, ist er zu aufgeregt, um zu trinken. Versuche es dann in einer besonders ruhigen Umgebung erneut.

Starker Milcheinschuss führt zu negativen Erfahrungen beim Baby

Babys erschrecken und verschlucken sich oder bekommen schlecht Luft, wenn die Milch zu schnell fließt. Dein Kind wird vorsichtiger und wendet sich vielleicht ab. Pumpe in diesem Fall vor der Stillmahlzeit ab, damit die Milch langsamer fließt. Stütze und beruhige deinen kleinen Sonnenschein. Auch Stillen in einer zurückgelehnten Position führt dazu, dass die Schwerkraft nicht so stark ist.

Saugverwirrung durch Schnuller

Wenn Babys abwechselnd Schnuller oder Flaschen zusätzlich zur Brust bekommen, kann es zur sogenannten Saugverwirrung kommen. Durch das andere Sauggefühl und den schnelleren Milchfluss durch die Flasche wird die Brust nicht mehr so gerne genommen. Das Baby erkennt den Unterschied nicht und wendet nicht mehr ausreichend Kraft beim Saugen an der Brust auf, damit die Milch gut fließt. Das sorgt für Frust und Hunger, weil dein Kind an der Brust nicht mehr satt wird. 

Verbringe bei einer Saugverwirrung sehr viel Zeit mit deinem Baby und halte Hautkontakt. Gib in dieser Phase nur die Brust zum Saugen. Frage deine Hebamme oder eine Stillberaterin, falls du Sorge hast, dass dein kleiner Sonnenschein in der Umstellung nicht satt wird. Das Baby sollte immer gesättigt werden, dazu kannst du auch alternative Fütterungsmethoden einsetzen.

Ungewohnte Düfte verwirren das Baby

Vermeide stark parfümierte Deos, Duschgels und Parfums, wenn du stillst, da auch diese starke Reize auf deinen kleinen Sonnenschein ausüben. 

Tipps bei Verweigerung der Brust durch das Baby

Diese Tipps helfen, wenn dein Baby die Brust verweigert:

  • Achte beim Stillen generell auf eine ruhige Atmosphäre, in der dein kleiner Sonnenschein sich geborgen fühlt. Gedimmtes Licht und eine geräuscharme Umgebung helfen, Ruhe in deine Stillroutine zu bringen. Bleibe ruhig und lasse dir Zeit. Wenn du dich von der Unruhe deines Babys anstecken lässt, spürt das auch dein Kind.
  • Versuche, vor dem Stillen etwas Milch auszustreichen oder abzupumpen und sie deinem kleinen Sonnenschein mit einem Löffel zu geben. Das regt bei schlechten Essern den Appetit an und stillt bei hungrigen Babys den ersten großen Hunger, sodass sie anschließend beruhigter trinken können. 
  • Verzichte in dieser Zeit unbedingt auf die Flasche und fördere den natürlichen Saugtrieb an der Brust. Wenn du das Gefühl hast, dass dein Kind wenig trinkt, kannst du es in einem Tuch nah an der Brust tragen, sodass du jederzeit nach Bedarf deines Kindes stillen kannst.

Einige Neugeborene brauchen mehrere Versuche, bis sie den Mund weit genug öffnen und trinken. Manche Babys trinken viele kleine und andere wenige größere Mahlzeiten. Solange dein Baby ausreichend an Gewicht zulegt und die Ausscheidungen normal sind, musst du dir keine Sorgen machen. 

Erschöpfung

Stillen ist nur eine von vielen neuen Aufgaben und kann gerade in den ersten Wochen ermüdend sein. Dein kleiner Sonnenschein wird anfangs alle zwei Stunden trinken wollen, während du dich von der Geburt erholen musst. Auch dein Körper durchläuft eine Phase der Umstellung: Die Milchproduktion ist ein energieraubender Prozess.

Mögliche Ursachen

Stillen ist körperlich und mental eine Herausforderung, an die du dich erst gewöhnen musst. Es ist völlig normal, dass du im Wochenbett müde und erschöpft bist. Solange du dir ausreichend Erholung gönnst und auf dich selbst und deine Bedürfnisse achtest, solltest du dich bald besser fühlen.

Tipps zur Vorbeugung

Diese drei Tipps können dir helfen, Erschöpfung in der Stillzeit vorzubeugen:

  • Gönne dir viel Ruhe und bitte Familienmitglieder um Hilfe. Schon ein Glas Wasser, ein Snack oder die Vorbereitung der Stillutensilien können eine große Unterstützung beim Stillen sein und vom Partner übernommen werden.
  • Achte auf eine ausgewogene Ernährung in der Stillzeit. Stillen verlangt dem Körper viel Energie ab. Ein gesunder Snack während einer Stillmahlzeit gibt Kraft.
  • Bleibe liegen. Besonders wenn du nachts stillst, ist eine liegende Position komfortabel. Das kann auch den Druck auf Wunden wie Kaiserschnittnarben reduzieren.

Techniken der Brustmassage

So schaffst du Linderung bei Milchstau und Co.

Um beim Stillen Probleme und Schmerzen zu beheben oder ihnen von Anfang an vorzubeugen, kann eine Brustmassage Wunder bewirken. Wir haben einige gängige Massagetechniken und einen Tipp zum Abpumpen gesammelt, mit denen du beispielsweise einen Milchstau und kleine Knötchen lösen kannst. Bei Fragen hilft dir deine Hebamme weiter. 

Abbildung "Stillprobleme – die Brust richtig massieren und ausstreichen”
Abbildung „Massage nach Marmet”

Massiere beginnend vom Brustansatz mit zwei bis vier Fingern spiralförmig das Gewebe rund um die Brust.

Abbildung „Milchspendereflex auslösen”

Streiche mit den Fingern vom Brustansatz bis über die Brustwarzen.

Abbildung „Massage nach Plata Rueda”

Lege die Handflächen auf die Brust und verschiebe sie mit leichtem Druck sanft gegeneinander – erst waagerecht, dann senkrecht.

Abbildung „Ausmassieren”

Drücke Daumen und Zeigefinger nach und nach an verschiedenen Stellen der Brust gegeneinander und lasse sie wieder los.

Abbildung „Abpumpen”

Durch das Abpumpen kannst du den Milchfluss ebenfalls angeregen.

Das Stillen muss sowohl von deinem Baby, als auch von dir erlernt werden und braucht am Anfang viel Geduld, Zeit und Übung. Besonders wichtig ist in diesem Prozess die Hilfe und Beratung einer Hebamme oder Stillberaterin, die dir beispielsweise verschiedene Stillpositionen zeigt, dir Tipps zur Ernährung oder Stillanleitung gibt. Hebamme Judith Fuchs

Über Judith Fuchs

Hebamme

Portrait: Judith Fuchs

Judith Fuchs begleitet als Hebamme Geburten im Kreißsaal. Sie steht Frauen und ihren Familien während der Schwangerschaft, des Wochenbetts und der Stillzeit unterstützend zur Seite. Eine respektvolle, individuelle und interventionsarme Betreuung sind ihr dabei ein Herzensanliegen. In unseren FamilienMomenten klärt sie als Expertin über alle Themen rund um Schwangerschaft, Geburt und Stillzeit auf. Judith Fuchs hat eine Tochter.


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