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38. und 39. SSW: Entwicklung, Größe, Gewicht, Symptome

Jetzt hast du es fast geschafft: Dein Kind kann jeden Moment auf die Welt kommen. Was dich in der 38. und 39. Schwangerschaftswoche erwartet und wie du kurz vor der Geburt am besten auf deinen Körper hörst, haben wir in unserem FamilienMoment für dich zusammengestellt.

✔️ in Zusammenarbeit mit Judith Fuchs, Hebamme

Entwicklung des Babys

Alle lebenswichtigen Organen sind ausgebildet

Jetzt sind es nur noch ein bis zwei Wochen, bis du dein Baby endlich in den Armen halten darfst. Bei einer Geburt ab diesem Zeitpunkt ist dein Kind offiziell kein Frühchen mehr, denn die Entwicklung ist nach der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche bereits abgeschlossen.

Die Reflexe sind vollständig entwickelt und alle lebenswichtigen Organe funktionieren, zum Beispiel sind der Schädel und das Gehirn gewachsen. Weiterhin macht das körpereigene Abwehrsystem deines Babys Fortschritte. Die Entwicklung von weißen Blutkörperchen ist in vollem Gange, parallel dazu haben sich die ersten wichtigen Keimzentren gebildet. Das ist für deinen kleinen Schatz mehr als notwendig, da er sich nur so später gegen Krankheitserreger verteidigen kann.

Das Einzige, was jetzt noch etwas Feinarbeit braucht, sind die Lungen deines Babys. Damit diese sich ohne Probleme bei der ersten Atmung mit Luft füllen können, beginnen sie nun mit der Kortisonproduktion. In der 38. und 39. Schwangerschaftswoche ist es außerdem wichtig, dass deine Plazenta noch ihre Arbeit leistet, genug Fruchtwasser vorhanden ist und das Baby vollständig versorgt wird.

Größe und Gewicht

Mittlerweile hat dein Baby ein stolzes Gewicht erreicht und ist kräftig gewachsen. Bis zu der Geburt wird das Körpergewicht deines kleinen Schatzes noch weiter ansteigen. In der Regel liegt das Gewicht deines Kindes jetzt durchschnittlich zwischen 2.900 und 3.100 Gramm. Seine Größe von 48 bis 50 Zentimetern ist in etwa vergleichbar mit der einer großen Ananas.   


Körper der Schwangeren

Der Gebärmutterhals verkürzt sich und weitet sich aus

Mit der 38. und 39. Schwangerschaftswoche rückt die Geburt für die Mutter in unmittelbare Nähe. Dein Körper verändert sich fast täglich, um sich auf das große Ereignis vorzubereiten. Mit jedem Tag wirst du vermehrt auf die Zeichen der einsetzenden Wehen achten. Bewahre Ruhe und versuche, geduldig zu bleiben, schon bald ist es soweit!

Ein Anzeichen für die anstehende Geburt können Durchfall oder Übelkeit sein. Die Durchblutung der Vagina nimmt jetzt am Ende der Schwangerschaft zu, stärkerer Ausfluss ist daher völlig normal. Sollte dieser leicht rötlich oder bräunlich aussehen, also Spuren von Blut aufweisen, dann ist dies ein Zeichen dafür, dass sich der Schleimpfropf, der den Muttermund verschlossen hat, ablöst. Das bedeutet, dass sich der Muttermund langsam öffnet – ab jetzt können schon bald die Wehen einsetzen.

Nimm weiterhin alle Untersuchungen wahr

Die bevorstehende Geburt deines kleinen Sonnenscheins hat auch Auswirkungen auf den Gebärmutterhals: Bereits mehrere Wochen, bevor die Wehen aktiv werden, beginnt dieser, sich zu verkürzen und auszuweiten. Inwiefern sich der Gebärmutterhals verändert, stellt dein behandelnder Arzt oder deine Hebamme in den regelmäßigen Untersuchungen fest. Es ist daher wichtig, dass du die Routineuntersuchungen wahrnimmst, um auf mögliche unerwünschte Entwicklungen deines Körpers sofort reagieren zu können und Komplikationen zu vermeiden. So können die letzten Tage vor der Geburt reibungslos ablaufen. Dann hältst du deinen kleinen Schatz bald wohlbehalten in den Armen.


Häufige Symptome

Rückenschmerzen, Druck auf der Blase und Müdigkeit

In der 38. Schwangerschaftswoche macht sich dein Körper für die anstehende Geburt bereit.

  • Dein Bauch hat jetzt eine stattliche Größe erreicht und es ist besonders in der Nacht nicht immer leicht, eine bequeme Haltung zu finden. Rückenschmerzen sind in dieser Zeit daher keine Seltenheit. Sollte dein Rücken zu stark beansprucht werden und Schmerzen in wiederkehrenden Wehen auftreten, könnte es sich schon um Geburtswehen handeln. Wenn du dir unsicher bist, kannst du Kontakt zu deiner Hebamme oder deiner Geburtsklinik aufnehmen.
  • Neben Schmerzen im Rücken wirkt sich die Größe deines Bauches auch auf deine Blase aus. Denn die Größe deines kleinen Sonnenscheins übt jetzt noch mehr Druck auf diese aus. Trinke daher täglich genug Wasser, um deinen Körper weiterhin ausreichend mit Flüssigkeit zu versorgen.
  • Außerdem ist es wichtig, dass du dir genug Schlaf gönnst – in der jetzigen Phase läuft dein Körper auf Hochtouren, während er sich auf die Geburt vorbereitet. Wundere dich also nicht darüber, wenn du tagsüber müde bist. Gönne dir, falls möglich, erholsamen Schlaf – egal, ob nachts oder am Tag.
  • Die Geburt rückt näher. Die Anspannung kann sich bei dir durch Beschwerden wie Bauchschmerzen, Schmerzen im Becken oder Sodbrennen äußern. Vergiss nicht, die Zeit bis vor der Geburt zu nutzen, um dich auszuruhen und die Energiereserven für die bevorstehenden Wochen aufzuladen.

Arzttermine

Engmaschige Kontrollen kurz vor der Geburt

Häufige Arztbesuche sind in der 38. Schwangerschaftswoche keine Seltenheit, dein kleiner Schatz ist schließlich bald da. Bis dahin muss deine Schwangerschaft besonders engmaschig kontrolliert werden.

In jedem Fall solltest du mit deinem Arzt oder deiner Hebamme darüber sprechen, ob du bereits erste Anzeichen der nahenden Geburt spürst. Zum jetzigen Zeitpunkt nimmt auch der Ausfluss zu. Sollte es jedoch zu starken Blutungen kommen, ist es wichtig, dass du dies umgehend mit deinem Arzt besprichst. Gerade wenn es deine erste Schwangerschaft ist oder du weitere Fragen zur Geburt hast: Scheue dich nicht, diese mit deinem behandelnden Arzt oder Hebamme zu klären.

Solltest du dich schon im Vorfeld dafür entschieden haben, dass dein Baby durch einen geplanten Kaiserschnitt auf die Welt kommt, wird die OP oftmals ein paar Tage vor dem errechneten Geburtstermin angesetzt. Auf diese Weise soll verhindert werden, dass das Baby dem Kaiserschnitt zuvorkommt.  


Was du beachten solltest

Ruhe dich aus und achte auf deine Ernährung

Dein Baby ist schon fast soweit und du bist bestimmt mehr als bereit – wann geht es denn nun endlich los?

  • Noch etwa ein bis zwei Wochen lang ist dein Bauch der Ort, an dem dein kleiner Sonnenschein am besten aufgehoben ist. Hier ist dein Baby sicher, bis alle ausstehenden Entwicklungen abgeschlossen sind. Neben ausgiebigem Ausruhen kannst du trotzdem aktiv werden: Achte besonders auf deine Ernährung, das kommt auch deinem Baby zugute. Üppige Mahlzeiten können dich jetzt stark belasten, genauso wie lange Pausen zwischen dem Essen.
  • Wie kannst du Kreislaufprobleme verhindern? Greife auf gesunde Snacks wie Obst oder Nüsse zurück. Diese Lebensmittel verhindern Heißhungerattacken und den plötzlichen Abfall des Blutzuckerspiegels.
  • Bestimmt hast du in den letzten Wochen und Monaten alles Notwendige für die Erstausstattung deines Sonnenscheins gekauft, wie zum Beispiel Windeln oder Strampler. Nutze die Zeit bis zur Geburt und dekoriere das Kinderzimmer, sodass sich dein kleiner Liebling sofort wohlfühlen kann. Zum Aufhübschen des Kinderzimmers eignen sich beispielsweise schöne Wandbilder, ein kuscheliger Teppich oder auch ein gemütlicher Sessel, der zum Stillen einlädt.
Versuche, die letzten Tage vor der Geburt mit deinem Partner zu genießen. Gehe ins Kino oder in dein Lieblingsrestaurant. Hebamme Judith Fuchs

Häufige Fragen

Woran erkennst du Eröffnungswehen?

Viele Frauen werden in der 38. und 39. Schwangerschaftswoche unsicher und stellen sich die Frage, ob sie die Wehen erkennen werden, wenn es mit der Geburt losgeht. Keine Sorge, die Eröffnungswehen in der 38. Schwangerschaftswoche oder auch später werden kaum unbemerkt an dir vorbeigehen. Diese Wehen sind stärker und regelmäßiger als normale Wehen. Bevor diese jedoch eintreten, spürst du in der 38. Schwangerschaftswoche jetzt gehäuft sogenannte Senk- oder Übungswehen:

  • Senkwehen ereignen sich bei Erstgebärenden etwa zwei bis vier Wochen vor der Geburt. Dabei rutscht das Kind merklich tiefer.
  • Übungswehen sind unregelmäßige, schmerzhafte oder schmerzfreie kurzzeitige Verhärtungen der Gebärmutter, die sich wieder lösen.

Die Geburtswehen unterscheiden sich von den Senk- und Übungswehen dadurch, dass sie stetig intensiver werden und in immer kürzeren Abständen auftreten. Durch Aktivität der werdenden Mutter, aber auch durch ein wärmendes Bad verstärken sie sich. Ein Positionswechsel trägt nicht zu einer Linderung bei, hingegen verbessern sich Übungswehen durch ein Verlagern der Position oder ein warmes Bad. Wenn du das Gefühl hast, dass sich deine Wehen anders anfühlen als sonst, achte auf die Abstände und kontaktiere deine Hebamme.


Ausblick

Was kommt auf dich zu?

Du stehst kurz vor dem Ende deiner Schwangerschaft. Du hast es bald geschafft! Neben all den Sachen, an die du in der Zeit kurz vor der Geburt denken musst, freue dich auf den unbeschreiblichen Moment, in dem du deinen kleinen Sonnenschein zum ersten Mal in deinen Armen halten wirst. Wir wünschen dir alles Gute für die Geburt!


Über Judith Fuchs

Hebamme

Portrait: Judith Fuchs

Judith Fuchs begleitet als Hebamme Geburten im Kreißsaal. Sie steht Frauen und ihren Familien während der Schwangerschaft, des Wochenbetts und der Stillzeit unterstützend zur Seite. Eine respektvolle, individuelle und interventionsarme Betreuung sind ihr dabei ein Herzensanliegen. In unseren FamilienMomenten klärt sie als Expertin über alle Themen rund um Schwangerschaft, Geburt und Stillzeit auf. Judith Fuchs hat eine Tochter.


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