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Entkoffeinierter Kaffee: Fakten und Wissenswertes

Wer morgens einen Kaffee trinkt, hat meist folgendes Ziel: Wach werden! Doch manche Menschen vertragen kein Koffein oder möchten ihr Lieblingsgetränk auch noch später am Nachmittag genießen, ohne dabei das Risiko einzugehen, nachts wach zu liegen. Eine Alternative ist entkoffeinierter Kaffee. Doch unterscheidet er sich geschmacklich von „normalem“ Kaffee und wie wird er hergestellt? 

Definition

Was ist entkoffeinierter Kaffee?

Koffein ist ein sogenanntes Alkaloid, das zu der Stoffgruppe der Xanthine zählt. Wir kennen es als Substanz mit anregender Wirkung. Es steckt beispielsweise in Kaffeebohnen, aber auch in Teeblättern. Entkoffeinierter Kaffee enthält kein, beziehungsweise nahezu kein Koffein. In Europa ist es gesetzlich vorgeschrieben, dass in gerösteten Bohnen für entkoffeinierten Kaffee weniger als 0,1 Prozent Koffein stecken darf. Bei Instantkaffee sind es 0,3 Prozent.

Es gibt unterschiedliche Verfahren, mit denen der Kaffeebohne das Koffein entzogen wird. Besonders oft findet in der Produktion von entkoffeiniertem Kaffee die Arabica-Bohne Verwendung. Denn ihr Koffeingehalt ist gerade einmal halb so hoch wie der der Robusta-Bohne. Wer im Supermarkt entkoffeinierten Kaffee kaufen möchte, kann auf die Bezeichnungen „decaf“ oder „decaffeinated coffee“ achten. 


Herstellung

So wird Kaffee entkoffeiniert

Der Kaffee-Unternehmer Ludwig Roselius gilt als Erfinder des ersten Entkoffeinierungsverfahrens. Damit is es möglich, Koffein aus der Bohne zu extrahieren. Mittlerweile gibt es diverse Verfahren, um der Kaffeebohne Koffein zu entziehen.  

Roselius-Verfahren

Erstmals soll der Bremer Kaffee-Unternehmer Ludwig Roselius 1903 ein Entkoffeinierungsverfahren erfunden haben. Nach dem Tod seines Vaters setzte er sich verstärkt mit den Auswirkungen von Koffein auf die Gesundheit auseinander. Denn er vermutete, dass sein Vater täglich zu viel Kaffee getrunken und damit im Übermaß Koffein zu sich genommen hatte. Im Zuge des Roselius-Verfahrens werden ganze Kaffeebohnen in Salzwasser eingeweicht und diese quellen dann auf.

Durch die Zugabe von Benzol extrahiert man anschließend das Koffein aus der Bohne. Mittlerweile ist aber bekannt, dass Benzol krebserregend sein kann. Das Roselius-Verfahren wird also schon lange nicht mehr angewendet. 

Direktes Verfahren

Beim direkten Verfahren lassen die Produzenten etwa eine halbe Stunde lang heißen Wasserdampf auf die noch grünen Kaffeebohnen einwirken. Anschließend legen sie die Bohnen für zehn bis zwölf Stunden in ein Lösungsmittel ein, etwa Dichlormethan oder Ethylacetat. Nach dem Abgießen des Lösungsmittels müssen die Bohnen trocknen. Dieser Schritt ist wichtig, da er der Entfernung des Lösungsmittels dient. Ethylacetat ist ein natürliches Lösungsmittel, Dichlormethan hingegen nicht.

Die Produzenten müssen sich daher an die Vorgabe halten, dass ein Kilogramm entkoffeinierter Kaffee maximal noch zwei Milligramm Dichlormethan enthalten darf.

Indirektes Verfahren

Das indirekte Entkoffeinierungsverfahren ist sehr aufwendig, da deutlich mehr Schritte erforderlich sind als bei dem direkten Verfahren. In einem ersten Schritt legen die Produzenten Kaffeebohnen in heißes Wasser. Dabei lösen sich sämtliche wasserlösliche Komponenten. Der Prozess ist dem eigentlichen Kaffeekochen sehr ähnlich. Die dabei entstandene Lösung versetzt man anschließend mit Dichlormethan oder Ethylacetat, um das Koffein zu extrahieren. Dieses koffeinfreie Gemisch wird dann mit frischen Bohnen vermischt und erneut aufgekocht. Das entzieht jetzt nur das Koffein aus den neuen Bohnen, da ein Löslichkeitsgleichgewicht entsteht.

Sofern das natürliche Ethylacetat verwendet wurde, darf das Ergebnis die Bezeichnung „natürlich entkoffeinierter Kaffee“ tragen.

Schweizer-Wasser-Verfahren

Dieses Verfahren zur Entkoffeinierung der Kaffeebohne ähnelt sehr stark dem indirekten Verfahren. Es kommt ganz ohne chemische Zusätze aus – ist dafür aber auch wesentlich aufwendiger. Wie bei dem indirekten Entkoffeinierungsverfahren legt man Kaffeebohnen so lange in heißes Wasser ein, bis sich die Bestandteile herauslösen.

Der nächste Schritt ist die Entsorgung der Bohnen. Das Wasser mit seinen Bestandteilen wird anschließend durch einen Kohleaktivfilter gepresst. Dadurch entfernt man das enthaltene Koffein. In dieses Wasser werden neue Kaffeebohnen gelegt. Da aber alle anderen Bestandteile von Kaffee noch in dem Wasser sind, löst sich nun nur noch das Koffein aus den Bohnen. Dieser Prozess wird so lange wiederholt, bis der Koffeingehalt der Bohnen bei 0,1 Prozent liegt – dem von der EU vorgegebenen Richtwert.

Dieses Verfahren ist allerdings unwirtschaftlich und nicht besonders umweltfreundlich. Denn die Bohnen aus Schritt eins werden entsorgt und der Wasserverbrauch ist hoch. 

Kohlenstoffdioxid-Verfahren

Das Kohlenstoffdioxid-Verfahren ist ein natürliches Verfahren. Wie der Name verrät, kommt Kohlenstoffdioxid, also CO2, zum Einsatz, das mit hohem Druck von etwa 73 bis 300 bar durch die mit Wasserdampf vorbehandelten Bohnen gepresst wird. Dabei löst sich das Koffein heraus und das CO2 verdampft beim Trocknen der Bohnen. Sie werden anschließend wie die unbehandelten, koffeinhaltigen Bohnen geröstet. Aus ihnen entsteht ein besonders bekömmlicher Kaffee, den ein vollmundiges Aroma auszeichnet. Dieses bleibt im Zuge des Kohlenstoffdioxid-Verfahrens nämlich nahezu vollständig erhalten, während Bitter- und Reizstoffe stark reduziert werden.

Ein Nachteil dieses Verfahrens ist der hohe Aufwand, doch er lohnt sich. Denn das Verfahren ist natürlich und kommt ohne chemische Zusatzstoffe aus. 

Trigycerid-Verfahren

Um das Koffein an die Oberfläche zu bringen, werden die Bohnen bei diesem Verfahren zunächst in einer erhitzten Wasser-Kaffee-Lösung eingelegt.

Anschließend taucht man die Bohnen in heißes Kaffeebohnenöl, damit das Koffein vollständig aus der Bohne gelöst wird. Die darin enthaltenen Triglyceride entfernen das Koffein, während Aroma- und Geschmacksstoffe enthalten bleiben. Sind die Bohnen getrocknet, können sie für die Zubereitung von koffeinfreiem Kaffee zum Einsatz kommen. 


Lagerung

Entkoffeinierten Kaffee richtig aufbewahren

Für den optimalen Genuss halten Sie Ihren entkoffeinierten Kaffee auch fern von Luft, Wärme, Feuchtigkeit und Licht. Genau wie das normale Kaffeepulver nimmt er sehr leicht Feuchtigkeit und fremde Aromen auf, was bei der späteren Zubereitung für ungewollte Nuancen sorgen kann. Also lagern Sie Ihr Kaffeepulver gut verschlossen an einem kühlen, dunklen Ort.


Gesundheitsaspekt

Ist entkoffeinierter Kaffee gesünder? 

Einige Menschen vertragen kein Koffein. Sie können nach dem Genuss schlechter schlafen, bekommen Magenschmerzen oder leiden unter Kopfschmerzen. Auch verstoffwechselt jeder Körper Koffein unterschiedlich. Bei Frauen wirkt Koffein zum Teil doppelt so lang wie bei Männern. Bei Rauchern sinkt die Koffein-Konzentration im Körper eher schneller als bei Nichtrauchern. Und wer regelmäßig und viel Kaffee trinkt, der merkt das Koffein weniger stark als diejenigen, die das Getränk nur gelegentlich konsumieren. Für diejenigen, die Koffein nicht so gut vertragen, aber nicht auf den Geschmack von Kaffee verzichten möchten, eignet sich die entkoffeinierte Variante. Doch auch wer auf entkoffeinierten Kaffee umsteigt, sollte nicht übermäßig viel davon trinken. Denn in der Kaffeebohne ohne Koffein sind ebenfalls natürlich vorkommende Gerbstoffe enthalten. Diese können die Aufnahme von Spurenelementen wie Eisen im Darm hemmen. Das kann zu Mangelerscheinungen führen. Außerdem spielt die Entkoffeinierungsmethode eine Rolle.

Auch Schwangere sollten weniger Kaffee trinken. Denn das Koffein gelangt über die Plazenta in den Blutkreislauf des ungeborenen Babys. Werdende Mütter müssen dennoch nicht komplett auf Kaffee verzichten. Sie sollten aber darauf achten, nicht mehr als 300 Milligramm Koffein am Tag zu sich zu nehmen.

Viele Hersteller verwenden Dichlormethan, ein Lösungsmittel, um das Koffein aus der Bohne heraus zu lösen. Wer darauf verzichten möchte, wählt am besten eine koffeinfreie Kaffeesorte aus, die mithilfe von natürlichen Lösungsmitteln wie Ethylacetat hergestellt worden ist. Bei entkoffeiniertem Bio-Kaffee können sich Verbraucher sicher sein, dass bei seiner Produktion keine chemischen Lösungsmittel zum Einsatz gekommen sind.


Kaffee-Alternativen

Alternativen mit weniger Koffein

Wer Koffein als Wachmacher benötigt, muss nicht unbedingt Kaffee trinken. Es gibt verschiedene Lebensmittel, die auf sanftere Weise anregend wirken können:  

  • Matcha: Wer Koffein am Morgen als Wachmacher benötigt, kann anstelle von Kaffee auf Matcha-Tee umsteigen. Denn auch in diesem Getränk steckt die anregende Substanz. Das in dem Matcha-Tee enthaltene Koffein entfaltet seine Wirkung allerdings langsamer als in Kaffee, wirkt dafür aber länger. Zubereitet wird der Tee in der Regel mithilfe eines speziellen Pulvers. Dabei handelt es sich um ein Konzentrat, hergestellt aus den Blättern der Matcha-Pflanze. Anders als andere Tee-Sorten lässt man Matcha bei der Zubereitung nicht ziehen. Er wird mit einem kleinen Bambusbesen in heißem Wasser aufgeschlagen, wodurch ein cremiger Schaum entsteht.
  • Mate: Mate-Tee ist vor allem in Südamerika verbreitet. Bei dieser Teeart handelt es sich um ein Aufgussgetränk aus kleingeschnittenen, getrockneten Blättern des Mate-Strauchs. Die Wirkung des Koffeins entfaltet sich langsam, hält aber lange an. Zum Vergleich: In Kaffee wirkt es eher schnell und kurz. Die wachmachende Wirkung von Mate-Tee hängt von seiner Ziehzeit ab. Beträgt sie ungefähr zehn Minuten, ist der Tee relativ stark.
  • Schwarzer Tee: Auch in schwarzem Tee steckt Koffein. Ähnlich wie Kaffee schmeckt er auch mit einem Schuss Milch. Die im Tee enthaltenen Gerbstoffe sorgen dafür, dass das Koffein Stück für Stück abgegeben wird. Außerdem entfaltet sich die anregende Wirkung erst bei einer Ziehzeit von etwa drei Minuten. Je länger der Teebeutel im Wasser bleibt, desto herber wird der Geschmack des Getränks.
  • Guaraná: Guaraná ist eine Pflanzenart, die im Amazonasbecken wächst. In ihren Samen können bis zu acht Prozent Koffein stecken. Das ist etwa drei Mal so viel wie in einer Kaffeebohne enthalten ist. Für ihre Weiterverarbeitung müssen die Samen zunächst trocknen, bevor die Hersteller sie zu einem hellbraunen Pulver zermahlen. Dadurch entsteht Guaraná-Extrakt, das sehr bitter schmeckt und pur daher nicht besonders genießbar ist. Deswegen findet es häufig Verwendung als Zutat in Energie-Getränken oder Limonaden. 




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