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Alles zur roten und weißen Johannisbeere

Rote und weiße Johannisbeeren sind in Deutschland nicht umsonst extrem beliebt. Die kleinen, kugelrunden, süß-sauren Beeren schmecken nicht nur superlecker, sie sind auch sehr gesund. Aber wo kommen Johannisbeeren eigentlich her und kann man sie im Garten selbst anbauen? Alles Wissenswerte zum beliebten Beerenobst erfahren Sie hier! 

Definition

Was ist eine Johannisbeere?

Die weiße oder rote Johannisbeere ist eine kleine, süß-säuerliche Beere, die sich perfekt für die Zubereitung von Säften, Marmeladen oder Kompott eignet. Sie wird aber auch gerne pur genascht. Die deutsche Bezeichnung „Johannisbeere“ geht auf Johannes den Täufer zurück – die Beere ist immer pünktlich zu seinem Geburtstag am 24. Juni reif. Auch wenn die rote und die weiße Johannisbeere optisch wie zwei verschiedene Arten wirken, unterscheiden sie sich lediglich in ihrer Farbe. Die weiße Johannisbeere ist eine Zuchtvariante der roten. 


Herkunft

Wo kommt die Johannisbeere her?

Auch wenn die Johannisbeere ursprünglich aus Nordamerika und Nordasien stammt, wird sie heute vor allem in Europa angebaut und gegessen. Aufgrund der Robustheit und dem buschartigen Erscheinungsbild des Johannisbeerstrauchs wird er hier bei uns auch gerne im eigenen Garten angebaut.

Die Johannisbeere wird noch nicht lange angebaut – jedenfalls im Vergleich zu anderen Nutzpflanzen: Sie entstand Ende des 15. Jahrhunderts in Klostergärten in Belgien und Nordfrankreich. Die Menschen damals kreuzten wilde Johannisbeeren aus den Wäldern Nordamerikas, Nordasiens und West- und Nordeuropa – die Johannisbeere war geboren. Aus ihr gingen zahlreiche Sorten hervor, die heute überall auf der Welt beliebt sind. Die Welternte aller Johannisbeeren, inklusive roter, weißer und schwarzer, betrug 2016 laut Statistik rund 655.000 Tonnen. Das Land mit der größten Johannisbeerproduktion war Russland, gefolgt von Polen, der Ukraine und Deutschland. Europa war für etwa 97,5 Prozent der Welternte verantwortlich. Wilde Johannisbeeren kommen in Europa heute nur noch in Belgien, den Niederlanden, Frankreich, Deutschland, Österreich, Italien und Polen vor. 

Botanische Einordnung

Die Johannisbeere zählt zu den sogenannten Stachelbeergewächsen. Ihr botanischer Name lautet „Ribes“. Rote und weiße Johannisbeeren wachsen auf mehrjährigen, stark verzweigten Sträuchern ohne Stacheln, die bis zu 1,8 Meter hoch werden. Die Laubblätter sind 4 bis 10 Zentimeter lang und 3 bis 7 Zentimeter breit, drei- bis fünflappig und am Grund herzförmig. Die Pflanze ist an unser Klima gut angepasst, sie gedeiht so gut wie überall. Als Flachwurzler braucht der Allrounder zum Wachsen keine tiefen Böden und wächst zum Beispiel auch in Töpfen.

Die Blüten haben eine weiß-gelbe Färbung und sind selbstfruchtend. Die Blütezeit ist im April und Mai, geerntet wird je nach Sorte und Witterungsverhältnissen zwischen Juni und August. Die Beeren der Johannisbeere sind klein, kugelig, glatt und schmecken süß-sauer. Es gibt dunkelrote bis rosarote und weiß-durchscheinende Sorten. Die Vermehrung erfolgt durch Stecklinge, die von den einjährigen Trieben geschnitten und in den Boden gesteckt werden. Allerdings brauchen Jungsträucher drei Jahre, bis erste Beeren wachsen.


Nährstoffe

Nährstoffe von Johannisbeeren

In den kleinen, leckeren Beeren stecken viele wertvolle Inhaltstoffe. Besonders der hohe Gehalt an Vitamin C ist dabei hervorzuheben.

Nährstoffe der roten und weißen Johannisbeere (roh, pro 100 g):

 

Rote
Johannisbeeren

Weiße
Johannisbeeren

Kalorien

35 kcal

39 kcal

Fett

1 g

1,3 g

Eiweiß

0,5 g

0,5 g

Kohlenhydrate

5,4 g

6,1 g

Ballaststoffe

2,7 g

6,8 g

Kalium

257 mg

290 mg

Eisen

0,91 mg

1,29 mg

Vitamin C

36 mg

177 mg


Gesundheitsaspekt

Wie gesund sind Johannisbeeren?

Rote und weiße Johannisbeeren sollen echte Anti-Aging-Wunderwaffen sein und außerdem Krankheiten vorbeugen. Aber stimmt das? Fakt ist: Die kleinen Beeren gelten zu Recht als sehr gesund. Sie sind reich an sekundären Pflanzenstoffen wie Flavonoiden. Diese bekämpfen freie Radikale in den Zellen und halten sie zudem elastisch, was Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugt. Phosphor und Calcium unterstützen Knochen und Zähne. Der hohe Anteil an Antioxidantien, Nährstoffen und Mineralien kann die Haut außerdem gegen Alterung schützen. Zudem wirken die Beeren durch ihren Mix aus Fruchtsäure und Kalium entwässernd, was bei Diäten unterstützend wirkt. In Sachen Gesundheit hat die Konkurrenz, die schwarze Johannisbeere, allerdings die Nase vorn: In ihr stecken fast doppelt so viele Ballaststoffe und etwa drei Mal so viel Vitamin C wie in der weißen und roten Variante. Dafür haben die roten und weißen Beeren weniger Kohlenhydrate und sind somit zum Abspecken besser geeignet.


Sorten

Sorten der roten und weißen Johannisbeeren

Es gibt zahlreiche Varianten und Züchtungen der Johannisbeere. Die Sorten unterscheiden sich in ihrer Erntezeit und im Geschmack. Einige sind ein paar Wochen früher reif, andere ein paar Wochen später. Die einen schmecken etwas säuerlicher, die anderen etwas süßer. Ein Überblick über die gängigsten und beliebtesten Sorten: 

Rote Johannisbeersorten

  • Rovada: Sehr ertragreiche Sorte, große Beeren, guter, säuerlicher Geschmack. Erntezeit: Mitte Juli
  • Rolan: Robuste Sorte, große, leicht säuerliche Beeren. Erntezeit: Mitte Juli
  • Jonkheer van Tets: Hohe Erträge, große Beeren. Erntezeit: Ab Anfang Juni
  • Junifer: Robuste Sorte, Beeren perfekt geeignet für Marmeladen, Gelees und Kompott. Erntezeit: Anfang Juli

Weiße Johannisbeersorten

  • Weiße Versailler: Große, schmackhafte Früchte mit angenehmer Süße. Erntezeit: Ab Mitte Juli
  • Weiße Langtraubige: Robuste, ertragreiche Sorte. Erntezeit: Ab Ende Juni

Anbau & Ernte

Johannisbeeren selbst anbauen – geht das?

Infografik Johannisbeere

Johannisbeeren gelten allgemein als pflegeleicht und robust, sie gedeihen in ganz unterschiedlichen Klimazonen.

Sie wollen selbst Johannisbeeren anbauen? Am besten pflanzen Sie die Sträucher im Spätherbst. Wenn Sie den Zeitpunkt verpasst haben, können Sie das aber auch noch im Frühjahr nachholen – dann müssen Sie sie allerdings häufiger gießen. Da Johannisbeeren zu den Flachwurzlern gehören, brauchen sie keinen tiefen Boden. Sie können zum Beispiel auch in Töpfe gepflanzt werden. Die Sträucher gedeihen auch im Halbschatten, aber: Je sonniger das Plätzchen, desto reichhaltiger und süßer die Ernte. Wind mögen die Sträucher nicht, sorgen Sie also möglichst für einen windgeschützten Standort. Wenn Sie mehrere Sträucher pflanzen, sollten diese 1,50 bis 2 Meter auseinander stehen.

Tipp: Auch Vögel lieben die leckeren Vitaminbomben – spannen Sie ab spätestens Mitte Juni ein Netz über die Sträucher, wenn Sie auch etwas von Ihrer Ernte haben wollen. 

Saisonkalender

Johannisbeeren haben von Juni bis August Saison, immer abhängig von der jeweiligen Pflanze und Witterung. Zum Einkochen für Marmeladen und Gelees kann die kleine Kraftbombe bereits gepflückt werden, bevor sie voll reif ist. Wenn sie roh genascht oder für Kuchen und Desserts verwendet wird, sollte sie allerdings möglichst spät geerntet werden. So kann sie ihre Süße voll ausbilden.

Tipp: Die Beere ist essreif, wenn sie Ihnen bei Berührung quasi vom Strauch in die Hand fällt.

Nachhaltiger Johannisbeeren-Anbau

Herkömmliche Beeren sind teilweise mit gesundheitsgefährdenden Pestiziden belastet. Eine Studie von Greenpeace fand heraus, dass einige Beeren bis zu neun verschiedene Spritzmittel enthalten. Wenn Sie zur Bio-Variante greifen, sind Sie in der Hinsicht auf der sicheren Seite. Bio-Johannisbeeren stammen aus kontrolliert biologischem Anbau. Das bedeutet, dass auf den Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln, mineralischen Düngern und Gentechnik verzichtet wird. Zudem wird die natürliche Fruchtfolge beachtet, um den Boden nicht auszulaugen.

Merkmale von Bio-Johannisbeeren:

  • Aus kontrolliert-biologischem Anbau
  • Nicht mit Pestiziden, Pflanzenschutzmitteln und Co. belastet
  • Nicht genmanipuliert
  • Nur saisonal erhältlich (Fruchtfolge wird beim Anbau beachtet)

Lagerung

So kann man Johannisbeeren lagern

Johannisbeeren sollten Sie möglichst immer sofort essen bzw. verarbeiten, da sie sonst schnell matschig und schrumpelig werden. Wollen/müssen Sie die Beeren lagern, sollten Sie folgendermaßen vorgehen:

  • Beeren vorsichtig in Küchenpapier einwickeln
  • In den Kühlschrank legen
  • Zwei, maximal drei Tage auf diese Weise lagern

Achtung: Beeren erst von den Stielen abrupfen, wenn Sie diese verarbeiten oder essen wollen – ansonsten verderben sie innerhalb kürzester Zeit.

Johannisbeeren ganz einfach einfrieren

Sie können die Beeren auch ganz einfach einfrieren. So funktioniert´s:  

  1. Früchte gründlich, aber behutsam waschen
  2. Auf Küchenpapier oder altem Handtuch abtropfen lassen
  3. Vorsichtig abtupfen
  4. Entstielen, am besten mit Hilfe einer Gabel: Rispe am Ende anfassen und die Beeren mit der Gabel vorsichtig abstreifen
  5. Beeren auf ein Blech oder Teller legen und für ein bis zwei Stunden im Tiefkühlfach anfrieren
  6. In Gefrierbeutel oder Gefrierdose abfüllen und in den Froster legen
  7. Maximal bis zu 12 Monate auf diese Weise lagern 

Wissenswertes über die Johannisbeere

Heimisches Beerenobst – besonders in der Bio-Variante – wird immer beliebter, wie Statistiken zeigen:

  • Die Anbaufläche für heimisches Beerenobst ist von 2017 auf 2018 um fünf Prozent, die Erntemenge um elf Prozent gestiegen
  • Die bedeutendste Strauchbeere in Deutschland ist die Himbeere, direkt gefolgt von der roten und weißen Johannisbeere
  • Die Anbaumenge für rote und weiße Johannisbeeren betrug im Jahr 2017 6900 Tonnen
  • Mit fast 29 Prozent der Anbaufläche werden Strauchbeeren in Deutschland zu einem sehr hohen Anteil ökologisch erzeugt
  • Die ökologische Anbaufläche stieg um neun Prozent, die Erntemenge von Bio-Beeren um 16 Prozent

Quelle: destatis.de (02.11.2021)


Zubereitung

So kann man Johannisbeeren zubereiten

Rote und weiße Johannisbeeren eignen sich perfekt für alle Arten von Konfitüren, Gelees, Säfte, Fruchtweine, Sirup, Kuchen, Desserts, Eis oder für Rote Grütze. Tipp: In Süßspeisen wirken die kleinen Kerne der Beeren oft störend. Passieren Sie die Fruchtmasse in dem Fall nach dem Kochen durch ein Sieb. Johannisbeeren können Sie auch prima zu Wildgerichten anstelle von Preiselbeeren genießen.

Falls Ihnen die Beeren pur zu sauer sind, streuen Sie etwas Zucker darüber oder mischen verschiedene Beerensorten. Übrigens: Auch die Blätter des Johannisstrauchs sind essbar. Sie schmecken herb-säuerlich und sind geeignet für Bowlen, Milchshakes, Tees oder zum Dekorieren von Kuchen und Nachtischen.




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