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Die Besseresserin / 05. November 2020

Fünf Tipps für den Einstieg als Flexitarier

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Das ist der Grund, weshalb Ernährungsumstellungen so schwer fallen. Dr. Alexa Iwan gibt Tipps, wie der Wandel zum Flexitarier besonders leicht gelingt.

Ernährungswissenschaftlerin Alexa und ihr Gast Schauspieler Jörn

Sie möchten gerne weniger Fleisch essen? Eine gute Entscheidung! Zwar ist ernährungsphysiologisch gesehen gegen Fleisch überhaupt nichts einzuwenden, doch die Mengen, die manche Menschen pro Woche essen, sind deutlich zu hoch. Das führt nicht nur zu gesundheitlichen Problemen.

Die riesigen Fleischmengen belasten auch stark unsere Umwelt. Insofern ist es eine prima Idee, seine Ernährung so flexibel zu gestalten, dass eben nicht jeden Tag Fleisch oder Wurstwaren auf den Tisch kommen, sondern auch vegetarische oder sogar vegane Tage auf dem Plan stehen.

Fleischkonsum hinterfragen: Wie viel Fleisch ist okay?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) hält 300 bis 600 Gramm Fleisch pro Woche für vertretbar. Hierin sind allerdings Wurst und Schinken sowie auch die Salami auf der Pizza eingerechnet. Verteilt auf eine Woche ergibt diese Vorgabe drei Fleischmahlzeiten zu je 100 bis 150 Gramm plus 100 bis 150 Gramm Wurstwaren beziehungsweise Aufschnitt. Das ist eine Menge, mit der man sehr gut klar kommen kann. Zwei- bis dreimal die Woche wird dann vegetarisch oder vegan gekocht und ein- bis zweimal gibt es Fisch.

Die Ernährung derart flexibel zu gestalten, hat viele Vorteile. So sichern Flexitarier etwa ihre Nährstoffversorgung, weil sie nicht komplett auf Fleisch verzichten. Denn dadurch brauchen sie keine Nahrungsergänzungsmittel, um die bei einer rein vegetarischen oder veganen Ernährung fehlenden Nährstoffe zu supplementieren. Außerdem fällt erfahrungsgemäß das Essen in Gesellschaft leichter, wenn man sich nicht allzu strengen Ernährungsregeln unterwirft.

Die Menge macht’s: Weniger ist mehr

Die Diskussion „Fleisch: ja oder nein“ ist nicht zielführend. Viel wichtiger ist, dass wir über die Qualität des Fleisches sprechen. Nur wenn wir es schaffen, dass das Fleisch von Tieren stammt, die artgerecht gehalten und gefüttert wurden, können wir sicher sein, dass wir ein gesundes und hochwertiges Lebensmittel verzehren. Dieses hat dann allerdings seinen Preis, was wiederum okay ist, wenn wir davon ausgehen, dass wir die Mengen, die wir essen, sowieso reduzieren möchten.

Achten Sie also bei verpacktem Schweinefleisch und Geflügel unbedingt auf das Tierwohlsiegel. Anhand dieses Siegels lassen sich die Haltungsformen ablesen: Von Stufe 1 Stall­haltung, die den gesetzlichen Mindest­anforderungen entspricht, bis Stufe 4 Premium, zu der unter anderem Bio-Fleisch zählt.

Flexitarier werden: Nehmen Sie sich Zeit für die Umstellung

Wenn Sie bis dato ein Geschnetzeltes für vier Personen mit 1.000 Gramm Putenfleisch gekocht haben, dann wird es Ihnen vielleicht nicht ganz leicht fallen, plötzlich mit deutlich kleineren Mengen zu arbeiten. Hier sind meine Tipps, wie die Umstellung gelingen kann.

Tipp 1: Fleischmengen langsam reduzieren

Fangen Sie langsam an die Mengen an Fleisch zu reduzieren. Nehmen Sie zu Beginn nur eine Fleischmahlzeit pro Woche raus und reduzieren Sie den Umfang bei allen anderen Gerichten nur geringfügig. Dies können Sie dann von Woche zu Woche steigern.

Tipp 2: Im Voraus planen

Machen Sie sich anfangs unbedingt einen Wochenplan für die Hauptmahlzeiten. Wenn Sie spontan und ohne Vorbereitung kochen müssen, ist die Gefahr größer, in alte Verhaltensweisen zurückzufallen.

Tipp 3: Alternativen für Aufschnitt finden

Suchen Sie aktiv nach Brotaufstrich-Alternativen. Kaufen Sie mehr Käse und schauen Sie sich mal bei den vegetarischen Aufstrichgläschen um. Da gibt es viel Leckeres. Lassen Sie Fleischwurst, Salami und Schinken an der Frischetheke dünner schneiden als gewohnt. Mit Tomaten, Avocado, Radieschen, Gurken oder Kresse kann man auch mit wenig Schinken und Co. wunderbare Brote belegen.

Tipp 4: Informieren Sie sich 

Sprechen Sie in der Familie über das Thema. Schauen Sie sich vielleicht auch mal einen Film über Tierhaltung und Schlachtung an. Denn nur, wenn alle Familienmitglieder mitmachen, kann das Projekt gelingen.

Tipp 5: Neue kulinarische Entdeckungen machen

Sehen Sie die vermeintliche Einschränkung als Chance für neue kulinarische Entdeckungen. Kaufen Sie doch zum Beispiel einmal einige Kräutersaitlinge (Pilze), halbieren Sie sie längs und braten Sie die Scheiben in Olivenöl mit ein wenig Kräutersalz und Pfeffer. Vermissen Sie bei diesem herzhaft-deftigen Geschmack wirklich noch Fleisch?

Herzlichst, Ihre

Dr. Alexa Iwan


Porträt Dr. Alexa Iwan

Mehr von der „Besseresserin”

In ihrer Kaufland-Kolumne „Die Besseresserin” gibt Ernährungsexpertin Dr. Alexa Iwan Tipps rund um die bewusste Ernährung und wie diese sich positiv auf Ihr Wohlbefinden auswirken kann.